Bestseller-Autor mit Bindung an Baden-Baden

Baden-Baden (BNN) – Ein Serienkiller in Baden-Baden? Keine Sorge – das gibt es nur im neuen Ostfriesen-Krimi von Klaus-Peter Wolf. Der Bestseller-Autor hat eine besondere Beziehung zur Bäderstadt.

Regelmäßig in den Bestsellerlisten: Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf. In seinem neuen Ostfriesenkrimi schwärmt der Serienkiller von einem Hotel und dem Spielcasino in Baden-Baden. Foto: Wolfgang Weßling

Regelmäßig in den Bestsellerlisten: Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf. In seinem neuen Ostfriesenkrimi schwärmt der Serienkiller von einem Hotel und dem Spielcasino in Baden-Baden. Foto: Wolfgang Weßling

Was ist denn da los? Ein Serienkiller schwärmt vom Spielcasino und einem Luxushotel in Baden-Baden. Einen verschuldeten Spieler hat er schon um die Ecke gebracht. Das Horrorszenario muss Einwohnern und Gästen in der Bäderstadt aber keine Angst einflößen: Den gefährlichen Killer gibt es nur in der Fantasie von Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf - und in seinem neuen Krimi.

In dem Buch mit dem Titel „Ostfriesensturm“ geht es um diesen Täter und nach dem Fund einer ersten Leiche auf der Nordsee-Insel Wangerooge um den Verdacht auf organisiertes Verbrechen. Auch die Stadt an der Oos findet in den über 400 Seiten Erwähnung . Das kommt nicht von ungefähr. Der Autor und Wahl-Ostfriese hat eine besondere Beziehung zu Baden-Baden.

Der in Gelsenkirchen geborene Schriftsteller war während der Corona-Pandemie vor etwas über einem Jahr im Alten E-Werk in Baden-Baden Gast der SWR-Talkshow „Nachtcafé“ mit Moderator Michael Steinbrecher. Damals arbeitete er an seinem 16. Ostfriesenkrimi um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen.

Die Ermittlerin wohnt in den Geschichten in Norden in Ostfriesland – wie Wolf. Kenner der Krimi-Reihe wissen, dass es sogar dieselbe Straße ist. In seinen spannenden Romanen verarbeitet der Autor viele persönliche Eindrücke und lässt Menschen aus seinem Freundeskreis zu Romanfiguren werden. Dabei nutzt er eine besondere Erzählmethode: Indem Wolf ihr Leben fiktionalisiert, will er die Wirklichkeit einfangen.

Wolf wohnte nicht nur selbst im Maison Messmer, das Luxushotel kommt auch in seinem neuen Krimi vor. Foto: Bernd Kamleitner

Wolf wohnte nicht nur selbst im Maison Messmer, das Luxushotel kommt auch in seinem neuen Krimi vor. Foto: Bernd Kamleitner

Der Auftritt im „Nachtcafé“ war für Wolf nicht der erste Baden-Baden-Besuch. „Ich freute mich so sehr, wieder im Hotel Messmer zu wohnen und viele der Orte aufzusuchen, die ich so geliebt habe“, sagt der Erfolgsautor. Beim jüngsten Aufenthalt an der Oos begann er aber, Baden-Baden plötzlich mit den Augen „seines“ Serienkillers zu betrachten. „Dann sah die Stadt ganz anders aus!“ Damit kein falscher Eindruck entsteht: Wolf bringt Baden-Baden keineswegs mit Mord und Totschlag in Verbindung. Im Gegenteil. Aufenthalte in der einstigen Sommerresidenz Europas genießt der inzwischen 68-Jährige, weil er mit der Stadt eine tiefe Verbundenheit verspürt: „Baden-Baden spielte für meine Anfänge als Autor eine ganz große Rolle“.

Mitte der 1970-er-Jahre träumte der junge Autor davon, ein erfolgreicher Krimi-Schreiber zu werden. Wolf schrieb zu der Zeit erste Hörspiele für den damaligen Südwestfunk (SWF), dem heutigen Südwestrundfunk (SWR). Das führte ihn öfter in die Stadt.

Sein erster Besuch in der Bäderstadt ist ihm wegen einer Begegnung in besonderer Erinnerung geblieben. Als er von einem SWF-Taxi am Bahnhof abgeholt und ins Funkhaus gefahren wurde, saß Bill Ramsey mit Klaus-Peter Wolf im Fahrzeug. Der im vergangenen Juli verstorbene Ramsey war Sänger, Jazzmusiker, Moderator, Journalist und Schauspieler – ein Allroundtalent. Sein Schlager „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ ist ein Kult-Lied.

Wolfs Krimis spielen alle an der Nordseeküste in Ostrfriesland – dieses Mal allerdings mit einem Bezug zu Baden-Baden. Foto: Bernd Kamleitner

Wolfs Krimis spielen alle an der Nordseeküste in Ostrfriesland – dieses Mal allerdings mit einem Bezug zu Baden-Baden. Foto: Bernd Kamleitner

Der gebürtige Amerikaner machte Wolf in der Unterhaltung Mut, ein erfolgreicher Kriminalschriftsteller werden zu können. Sein Tipp: Wolf müsse an sich glauben. „Damals lebten viele Autoren nicht von Büchern, sondern sie schrieben Hörspiele“, blickt Wolf auf diese Zeit zurück. Seinen Plan hat er nie aufgegeben – und so sein Ziel erreicht.

Inzwischen haben sich die Ostfriesen-Krimis von Wolff millionenfach verkauft. Mehrere Fälle wurden fürs Fernsehen verfilmt. Der Karriere als erfolgreicher Krimi-Autor waren zahlreiche Arbeiten für den Südwestfunk vorausgegangen. So schrieb Wolf etwa 26 Folgen der Fernsehserie „Air Albatros“. Die Reihe über eine kleine Fluggesellschaft in Freiburg mit Monika Baumgartner und Wolf Roth in den Hauptrollen lief in den Jahren 1994 bis 1996. Auch Drehbücher für die erfolgreiche ARD-Krimi-Reihe „Tatort“ und für den „Polizeiruf 110“ stammen aus seiner Feder.

„Alte Liebe rostet nicht“ –das Sprichwort scheint auch für Wolf und Baden-Baden zuzutreffen. „Ich denke immer liebevoll an die Stadt“, schwärmt der Autor. In der Bäderstadt fühlt sich Wolf etwa von der Staatlichen Kunsthalle magisch angezogen. Mit seiner Frau, der Liedermacherin und Kinderbuch-Autorin Bettina Göschl , flaniert er gerne in der Lichtentaler Allee.

Im Baden-Badener Casino spielt Wolf auch mal gerne, vor allem beobachtet er dort aber die Menschen. Foto: Bernd Kamleitner

Im Baden-Badener Casino spielt Wolf auch mal gerne, vor allem beobachtet er dort aber die Menschen. Foto: Bernd Kamleitner

Bei Aufenthalten an der Oos wohnte er oft im Hotel Maison Messmer. Schon der deutsche Kaiser Wilhelm I. und seine Gattin Augusta logierten vier Jahrzehnte lang während ihrer jährlichen Besuche in Baden-Baden in der vornehmen Herberge in direkter Nachbarschaft des Theaters und des Kurhauses. Das weltberühmte Casino im Weinbrenner-Bau hat Wolf auch immer wieder besucht, dort sein Glück beim Roulette versucht und Spieler kennengelernt. Bei solchen Gelegenheiten praktiziert er das, was er leidenschaftlich gerne macht: Menschen beobachten. Sorgen, dass Wolf im Casino seine Erlöse aus den erfolgreichen Krimis verspielt, müssen sich seine Fans nicht machen. „Ich habe nicht den Hang, Haus und Hof zu verspielen“, sagt der Schriftsteller lachend.

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