Beteiligungsgremium für Migranten in Baden-Baden gegründet

Baden-Baden (up) – Um Impulse für Chancengleichheit zu geben wurde in der Kurstadt ein Beteiligungsgremium für Migrantinnen und Migranten gegründet. Die Ernennungsurkunde erhielten 17 Mitglieder.

Im Gemeinderatssaal findet die konstituierende Sitzung des „Kommunalen Beteiligungsgremiums für Migrantinnen und Migranten“ statt.  Foto: Ulrich Philipp

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Im Gemeinderatssaal findet die konstituierende Sitzung des „Kommunalen Beteiligungsgremiums für Migrantinnen und Migranten“ statt. Foto: Ulrich Philipp

Rund 20 Prozent der etwa 55.000 Menschen in Baden-Baden haben einen Migrationshintergrund und kommen aus über 120 Ländern. Ihnen eine Stimme zu geben, das ist das Ziel des „Kommunalen Beteiligungsgremiums für Migrantinnen und Migranten“, das am Dienstag gegründet wurde.

Bürgermeister Roland Kaiser leitete im Gemeinderatssaal die konstituierende Sitzung. „Angesichts von Corona kann es leider kein Händeschütteln und keine Küsschen geben“, erklärte Kaiser, als er jedem der 17 Mitglieder seine Ernennungsurkunde und je einen Unterlagenordner überreichte. Auf der Tagesordnung stand anschließend die Abstimmung über die Geschäftsordnung, die einstimmig angenommen wurde. „Herzlichen Glückwunsch, das ist ihr erster Beschluss“, betonte Kaiser.

Identifikation mit der Stadt soll wachsen

Integrationsbeauftragte Hanna Panther rief nochmals die Aufgabe des Beteiligungsgremiums in Erinnerung, die unter anderem die Identifikation der Migranten mit dem Gemeinwesen der Stadt und der Demokratie der Bundesrepublik fördern soll. Es soll weiter zum Gelingen das Zusammenlebens der verschiedenen Kulturen beitragen und als Ansprechpartner für die Akteure der Integrationsarbeit fungieren, so Panther. Ein Ziel ist, Impulse zu geben für die Chancengleichheit in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt. „Einwanderung muss nicht immer problembehaftet sein“, sagte Panther, als sie Themen vorstellte, die die 17 Frauen und Männer in bereits vorangegangenen Treffen zusammengestellt hatten. Dazu gehört Hilfe für diejenigen Einwanderer, die Unterstützung benötigen, die Schaffung eines „positiven Bildes von Vielfalt“ und auch die Idee, Deutschsein neu zu denken. Kaiser unterrichtete die Mitglieder, dass sie in der Vincentigarage für die Dauer der Sitzungen kostenlos parken oder Busfreifahrkarten erhalten können. „Das ist ein Ehrenamt, das sie ausüben, es sollen ihnen nicht noch Kosten entstehen.“

Mitglieder aus elf Nationen

Das nächste Treffen des Begleitgremiums findet am 8. Dezember als Online-Sitzung statt, welche Themen dann behandelt werden, konnte auf einer Vorschlagsliste angekreuzt werden, die von der Verwaltung bis dahin ausgewertet wird. Mit der Gründung des Begleitgremiums hat die Stadt einen Beschluss des Gemeinderates vom Juni umgesetzt. In der ersten, zweijährigen Amtsperiode sind 14 der 17 Männer und Frauen aus elf Nationen ständige Mitglieder. Sieben von ihnen stammen aus je einer in Baden-Baden aktiven Migranten-Organisation wie beispielsweise dem Freundeskreis Kamerun, der Israelitischen Kultusgemeinde oder dem Türkisch-Islamischen Kulturverein. „Auf sieben weitere Mitglieder sind wir aufgrund ihres Engagements für die Integration von Migranten aufmerksam geworden“, erklärte Kaiser im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Und die drei Gastmitglieder sind haupt- oder ehrenamtlich in die Integrationsarbeit involviert. Das Begleitgremium kann dem Gemeinderat Themen zur Bearbeitung vorschlagen, „und im Idealfall einen Antrag einbringen“, so Kaiser. Den Vorsitz im Begleitgremium hat die Oberbürgermeisterin oder einer ihrer Vertreter.

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Erstellt:
19. November 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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