Betonmischanlagen-Hersteller Wiggert ist weltweit aktiv

Karlsruhe (tas) – Auf die Mischung kommt es an. Das gilt nicht nur beim Rührkuchen, sondern auch beim Baustoff Beton. Denn der Mischvorgang ist äußerst komplex.

Betonmischer von Wiggert: Die Investition in eine solch massive Anlagen ist eine Entscheidung für Jahrzehnte. Foto: Wiggert

© SVEN LORENZ

Betonmischer von Wiggert: Die Investition in eine solch massive Anlagen ist eine Entscheidung für Jahrzehnte. Foto: Wiggert

Beton ist nicht gleich Beton. Das wird für Bauherren spätestens dann klar, wenn es um die Gestaltung der Außenanlage geht. Hersteller wie die Iffezheimer Kronimus Betonsteinwerke haben unzählige Pflaster, Platten und Palisaden im Angebot – mit glatten und rauen Oberflächen und in allen möglichen Formen und Farben.

Für das richtige Bauprodukt sorgen nicht nur Zement, Wasser, Sand und alle möglichen Zusatzstoffe, sondern vor allem das richtige Mengenverhältnis und die fachgerechte Durchmischung des Betons. Und hier kommt das Karlsruher Unternehmen Wiggert ins Spiel.

Die 1963 gegründete Firma entwickelt und baut mit seinen 120 Mitarbeitern schlüsselfertige Betonmischanlagen für klassische Betonwerke, die unter anderem Fertigteile, Hohldecken, Rohre, Tunnelsegmente, Rinnen, Steine, Blöcke und Dachziegel produzieren. So seien beispielsweise die Betonelemente, die beim Bau der mehrspurigen unterirdischen Autobahn unter dem Zentrum der US-Metropole Seattle eingesetzt wurden, mit der Hilfe der Karlsruher Technologie entstanden, sagt Wiggert-Geschäftsführer Martin Wieland.

Die Kunden befänden sich „einmal rund um die Welt von Palau bis Hawaii, von Sibirien bis Australien“. Der Exportanteil liege weit über 90 Prozent. Besonders stark sei Wiggert in den USA, wo das Unternehmen eine Tochterfirma unterhalte.

Bei der Bestellung einer Betonmischanlage geht es um langfristige Investitionsentscheidungen für Jahrzehnte. Deswegen sei die aktuell gute Konjunkturlage in der Baubranche für sich genommen noch kein Grund, bei Wiggert zu kaufen. „Es ist natürlich auch nicht schädlich“, sagt Wieland, der sein Unternehmen als klassischen Nischenplayer sieht: „Wir sind ein typischer südwestdeutscher Mittelständler, aber arbeiten auf Weltniveau.“ Eine Eigenschaft, die viele Unternehmen aus dem Südwesten miteinander verbindet. „Wir können mit einer effizienten Produktion auch in Deutschland konkurrenzfähig arbeiten“, ist Wieland überzeugt und will die Fertigungstiefe im Unternehmen weiter steigern. Deshalb hat der Geschäftsführer die Erweiterung der Produktion in Karlsruhe im Blick. Ein Neubau im Stadtteil Palmbach, nur ein paar Kilometer vom Heimatstandort entfernt, soll dazu noch im Laufe des Jahres seinen Beitrag leisten.

„Die Bandbreite ist unendlich groß“


Damit verfolge das Unternehmen die Strategie, auf Outsourcing zu verzichten und stattdessen sämtliche Komponenten marktkonform und konkurrenzfähig in Deutschland zu produzieren, um die Qualität der Mischanlagen und die Termintreue zu steigern. Die Fokussierung auf die eigenen Stärken liegt vor allem daran, dass die Karlsruher mit der Losgröße eins arbeiten. Das heißt, keine Anlage ist wie die andere, jede wird auf die speziellen Kundenanforderungen zugeschnitten. „Beton ist einer der am meisten unterschätzten Werkstoffe überhaupt“, sagt Wieland dazu. „Die Bandbreite ist unendlich groß.“

Bei Pflastersteinen beispielsweise entscheide auch der Feuchtigkeitsgrad des Betons über die Farbschattierungen. Sollen die Steine gleich aussehen, muss auch die Feuchtigkeit des Werkstoffs konstant sein, um den Wiederholungserfolg in der Steinproduktion zu gewährleisten. „Die Durchmischung muss also gleichmäßig sein, denn Steine in unterschiedlichen Grautönen akzeptiert heute kein Kunde mehr.“ Dasselbe gilt bei hochfesten Betonsorten, bei denen unter anderem Silikastaub mit verarbeitet wird. Eine schlechte Durchmischung würde dazu führen, dass der Beton nicht druckfest genug ist.

Die Abnehmer von Wiggert brauchen deshalb vor allem eines: eine intensive technische Beratung. „Wir haben keine klassischen Verkäufer, sondern Ingenieure, die sich mit den Herausforderungen beim Kunden beschäftigen“, sagt Wieland, der sich vor Kurzem mit einer Anfrage aus Peru beschäftigt hat. „Dort gibt es das Problem eines klebrigen Sandes, der trocken ist, aber trotzdem nicht fließt.“ Eine Herausforderung für den Mischprozess bei der Betonherstellung – die Wiggert in der firmeneigenen Entwicklungsabteilung angehen will.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
12. April 2021, 23:00 Uhr
Lesedauer:
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