Betriebsrat schlägt neue Lösung vor

Rastatt (red) – Kann die Schließung des Bereichs Getinge Hospital Solutions (GHS) in Rastatt noch verhindert werden? Der Betriebsrat hat eine Lösung vorgeschlagen.

Bei Getinge (ehemals Maquet) herrscht Unruhe. Foto: av

© pr

Bei Getinge (ehemals Maquet) herrscht Unruhe. Foto: av

Der Betriebsrat von Getinge (ehemals Maquet) in Rastatt stemmt sich dagegen, dass durch die drohende Schließung des Bereichs Getinge Hospital Solutions (GHS) in Rastatt 46 Jobs verloren gehen könnten.

Wie berichtet, will sich Getinge stärker auf die Endkunden in Südasien, dem Nahen Osten und Afrika konzentrieren. Deshalb soll im indischen Mumbai ein Beschaffungsknotenpunkt für GHS eingerichtet werden und in Dubai ein GHS-Projektknotenpunkt – was laut IG Metall zu entsprechenden Verlagerungen und der Schließung der GHS führen würde. Der Betriebsrat hat nun, gemeinsam mit externem Sachverstand eines wirtschaftlichen Beraters und der IG Metall, sowie mit den betroffenen Beschäftigten die Sachlage geprüft und eigene Vorschläge entwickelt.

Prekäre Lage

„Unbestritten ist, dass die wirtschaftliche Lage der GHS prekär ist und Handlungsbedarf gesehen wird. Muss das dann zwangsläufig zur kompletten Verlagerung des VARIOP-Geschäfts und damit Schließung der GHS führen? Der Betriebsrat und IG Metall meinen nein“, kommentiert Martin Obst von der IG Metall Gaggenau den Vorgang in einer Pressemitteilung. In dem nun vorgelegten Arbeitspapier des Betriebsrats werden erhebliche Verlagerungsrisiken aufgeführt, die daran zweifeln lassen, dass diese Maßnahme zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung führen wird. „Die hervorragende Kompetenz und hohe Identifikation der Mitarbeiter ist unverzichtbar, um Projekte insbesondere im europäischen Raum erfolgreich umsetzen zu können. Wenn wir das verlieren, hat das einen erheblichen Imageverlust zur Folge und wir werden vorhandene Kunden und Märkte verlieren“, wird der Betriebsratsvorsitzende von Maquet-Getinge Rastatt, Ute Wasilowicz, zitiert.

Dabei gehe es keineswegs um ein „weiter so“. Mit dem Konzept des Betriebsrats wäre ebenso ein Stellenabbau verbunden – allerdings in einem deutlich geringeren Maße als von den Arbeitgebern vorgeschlagen. Know-how bliebe nach diesem Konzept erhalten, Verlagerungsrisiken wären deutlich geringer und der Abbau könnte ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, so Wasilowicz weiter.

Aktuell prüft der Arbeitgeber die vom Betriebsrat vorgelegten Alternativen. Betriebsrat und IG Metall werden juristisch durch einen Rechtsanwalt unterstützt.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.