Betrug mit Corona-Tests: Ermittlungen auch im Raum Rastatt

Stuttgart/Rastatt (BT/fk) – Bei einer Razzia wegen Betrugs mit Abrechnungen von Corona-Tests wurden auch Teststationen im Raum Rastatt und Karlsruhe durchsucht.

Mit falschen Zahlen und Betrug mit ihren Corona-Teststationen sollen zwei Männer hohe Geldbeträge erschwindelt haben. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpa

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Mit falschen Zahlen und Betrug mit ihren Corona-Teststationen sollen zwei Männer hohe Geldbeträge erschwindelt haben. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpa

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart seit März 2022 gegen zwei Männer im Alter von 27 und 28 Jahren, die in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Vielzahl von Corona-Testzentren über eine Gesellschaft betreiben. Den Ermittlungen liegt laut Mitteilung der Behörden der Verdacht zugrunde, dass mehr Corona-Schnelltests über die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg abgerechnet wurden als tatsächlich durchgeführt worden sind. Es sei ein mutmaßlicher Schaden in erheblicher Höhe entstanden, dessen genaue Bezifferung Gegenstand der weiteren Ermittlungen sein wird, so die Behörden. Ein weiterer hoher Erstattungsbetrag war zudem bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bereits beantragt, seine Auszahlung wurde jedoch verhindert. Im Zuge der Ermittlungen führte das Landeskriminalamt zusammen mit mehreren Polizeipräsidien am vergangenen Freitag eine groß angelegte Razzia durch. 19 Corona-Teststationen sowie die Wohn- und Geschäftsräume der mutmaßlichen Betreiber der Firma waren hiervon betroffen.

Razzia mit mehr als 40 Beamten

Insgesamt waren über 40 Beamte im Einsatz. Die Teststationen befinden sich in Baden-Württemberg im Raum Stuttgart, Karlsruhe, Rastatt und Freiburg sowie in rheinland-pfälzischen Germersheim. Genauere Angaben konnten oder wollten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen auf BT-Nachfrage nicht machen. Bei der Aktion wurden laut Polizei umfangreiche Beweise und Vermögenswerte in Höhe von rund 250.000 Euro gesichert. „Die Ermittlungen dauern an, insbesondere werden die sichergestellten Beweismittel jetzt ausgewertet“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber dem BT. Eine mögliche Schließung der Teststationen falle indes nicht in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft, sondern der jeweils zuständigen Gesundheitsämter, so die Sprecherin weiter.

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Erstellt:
11. April 2022, 15:32 Uhr
Aktualisiert:
11. April 2022, 17:21 Uhr
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ca. 1min 46sec

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