Bezahlbarer Wohnraum lautet das Ziel

Gernsbach (vgk) – Die Stadt Gernsbach unternimmt beim Gelände zwischen der Stadtbahnhaltestelle und der Bahnhofstraße in Hilpertsau den nächsten Anlauf, um es einer Bebauung zuzuführen.

Die Stadt möchte das Gelände zwischen Stadtbahnhaltestelle und Bahnhofstraße in Hilpertsau einer Bebauung zuführen. Das Ansinnen dürfte aber schwer zu realisieren sein. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Die Stadt möchte das Gelände zwischen Stadtbahnhaltestelle und Bahnhofstraße in Hilpertsau einer Bebauung zuführen. Das Ansinnen dürfte aber schwer zu realisieren sein. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Schon das erste Ansinnen der Stadt, das Gelände zwischen Stadtbahnhaltestelle und Bahnhofstraße in Hilpertsau einer Bebauung zu zuführen, scheiterte. Mit der Aufstellung eines Planentwurfs zur Durchführung der frühzeitigen Bürgerbeteiligung unternimmt diese jetzt erneut den Versuch, dort Wohnbebauung zuzulassen. Mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme sowie zwei Enthaltungen stimmte das Gremium der Sitzungsvorlage und Planungsvariante eins zu.

In erster Linie soll das Gelände mit bezahlbarem Wohnraum (Mietwohnungen) bebaut werden, wie Ortsvorsteher Walter Schmeiser ausführte. Die Nettobaufläche wird in der Variante eins mit 5 678 Quadratmetern angegeben. Darauf könnten fünf zweigeschossige Häuser plus Dachgeschoss insgesamt 37 Wohneinheiten entstehen. Die Anlage der Parkplatzflächen würde oberirdisch erfolgen. Durch das Verlegen der Parkplätze unter die Erde würde bei der zweiten Variante ein Haus mehr auf das Gelände passen. Die Erweiterung des Kindergarten-Außengeländes bliebe von der Projektausführung unberührt.

Von einem sinnlosen Unterfangen sprach Grundstückseigentümer Jan Hüllen. Ihm gehört ein 3 300 Quadratmeter großes Grundstück am südlichen Ende der Projektierungsfläche. Er habe nicht die Absicht, das Grundstück zu verkaufen, betonte er auf BT-Anfrage. Die restlichen Flächen teilen sich Bahn, Stadt und ein weiterer privater Eigentümer. Zudem sieht Hüllen die Mehrerlösklausel als Hindernisgrund an. Diese würde der Bahn erlauben, bei der Umwidmung des Geländes in Bauland ein Vielfaches des Quadratmeterpreises zu verlangen.

„Die Wohnqualität da oben wäre gleich null“

„Die Wohnqualität da oben wäre gleich null“, meinte Ortschaftsrat Thomas Gelszeit (FBVG) zweifelnd. „Das wird keine einfache Geschichte. Diejenigen, die dort wohnen, werden nicht begeistert sein. Wenn wir jedoch Wohnbebauung wollen, müssen wir das in Kauf nehmen“, meinte Ortschafts- und Gemeinderat Uwe Meyer (FBVG). Er schlug außerdem als Kompromiss vor, im südlichen Teil Gewerbeflächen zuzulassen.

Sein Ratskollege Christoph Sontheimer (FBVG) fragte nach einem Plan, der die Größenverhältnisse zwischen den geplanten und den schon vorhandenen Häusern aufzeige. Max Gross von den Grünen warf die Frage auf, ob die an der Stelle stehende Güterhalle nicht schützenswert sei? Zudem bezeichnete dieser das Konzept als unausgegoren.

Will man einen Ort entwickeln und stärken, müsse man über solche Möglichkeiten nachdenken, signalisierte Ortschaftsrat Nico Fatebene (SPD) hingegen Unterstützung für das Vorgehen der Stadt.

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Erstellt:
19. November 2020, 20:00 Uhr
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