Bilder voller Energie und Strahlkraft in Bühl

Bühl (urs) – „Bilder voller Energie und Strahlkraft“, dies attestierte Bürgermeister Wolfgang Jokerst am Freitagabend im Bühler Friedrichsbau den Werken der Fotografin Naomi Leshem.

Die Stadtoberhäupter aus Bühl und Drusenheim mit der Künstlerin Naomi Leshem bei der Vernissage im Friedrichsbau. Fotos: Ursula Klöpfer

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Die Stadtoberhäupter aus Bühl und Drusenheim mit der Künstlerin Naomi Leshem bei der Vernissage im Friedrichsbau. Fotos: Ursula Klöpfer

Obwohl sie zu den bekanntesten Fotografinnen Israels zählt – Werke von ihr finden sich im Israel Museum (Jerusalem Collection, Israel) und im Tel Aviv Museum of Art (Collection, Tel Aviv, Israel) sowie in privaten Sammlungen in Israel, den USA, Deutschland, der Schweiz und in England – ist es vor allem auch ihre Biografie, die berührt und bewegt.

Die „städtische Kunsthalle“ von Bühl zeigte sich bei der Vernissage voller Menschen. Neben Laudator Wolfgang Jokerst sprachen auch der Drusenheimer Bürgermeister Jacky Keller und OB Hubert Schnurr Begrüßungs- und Dankesworte.

OB Hubert Schnurr erinnerte an die Ausstellung „Pisten und Wege“ von Naomi Leshem, die deutschlandweit auf große Resonanz stieß. „Wir sind sehr froh, dass Naomi die Freundschaft zu Bühl pflegt und fördert“, betonte Schnurr. Der Drusenheimer Bürgermeister hob die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beiden Städte hervor. Mit seinem französischen Charme erklärte er augenzwinkernd: „Naomi Leshem hat in großen Metropolen ausgestellt. Dazu kommen nun auch noch Bühl und Drusenheim.“

Neue Sichtweisen, Verbindungen und Konflikte

Es hatte den Anschein, als sei der Austausch und die Zusammenarbeit mit Naomi Leshem für Bürgermeister Wolfgang Jokerst eine echte Herzensangelegenheit. Selten zuvor hatte man den Bühler Bürgermeister so voller Begeisterung über ein Kunstprojekt sprechen hören. In seinen einführenden Worten brachte er die komplexe und auch spannende Idee dieser Ausstellung zum Ausdruck. „Naomi arbeitet seit vielen Jahren in Serien und hat mit diesen Serien natürlich auch großen Erfolg gehabt“, resümierte Jokerst. Zum allerersten Mal überhaupt präsentiere die Künstlerin nun ihre Arbeiten in Paaren, die Wirkung sei einzigartig. „Naomi Leshem dekonstruiert ihre Serien und nimmt sie quasi auseinander. Die Konfrontation, die dabei entsteht, ist ein ganz wichtiges Element in der Ausstellung“, so der Bürgermeister. Durch die Rekontextualisierung der aus verschiedenen Serien herausgegriffenen Fotografien entstünden neue Sichtweisen, Verbindungen und Konflikte.

Zum ersten Mal präsentiert die Fotografin ihre Arbeiten in Paaren. Foto: Ursula Klöpfer

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Zum ersten Mal präsentiert die Fotografin ihre Arbeiten in Paaren. Foto: Ursula Klöpfer

Ein Foto eines Pflastersteins steht für den Austausch zwischen Bühl und Drusenheim – der Stein kommt aus Deutschland, wurde in Israel fotografiert und ist auf beiden Rheinseiten zu sehen. Jokerst sieht darin „einen höchst spannenden und geradezu inspirierenden Dialog“. In Drusenheim ist er auf einer schwarzen, in Bühl auf einer weißen Wand zu sehen. Jokerst ist von der Wirkung begeistert: „Als ich den Unterschied zum ersten Mal gesehen habe, war ich überwältigt von der Kraft und Ruhe, die in diesem Bild steckt.“

Dass in dieser Ausstellung viel gedankliche Arbeit steckt, ist unbestreitbar. Für Naomi Leshem ist es eine gute Arbeit, wenn ein Foto stimmig ist und irgendetwas auslöst – Mitleid, Wut oder eine Anregung zum Nachdenken. Auch sie ergriff noch kurz das Wort in der Vernissage und dankte den Besuchern für ihr Kommen.

Wo Kunst entsteht oder ausgestellt wird, gibt es unterschiedliche Meinungen. So fesseln oder polarisieren auch die Fotografien von Naomi Leshem bei den Besuchern im Friedrichsbau. Während sich einem die Bilder nicht erschließen, wundert sich ein anderer über den fehlenden Auftrag in Leshems Bildern.

Ausstellung bis 7. November zu sehen

Unter dem Titel „Fotografische Gespräche“ sind die Werke der israelischen Künstlerin im Bühler Friedrichsbau und im Pôle Culturel im elsässischen Drusenheim bis zum 7. November zu sehen. Die Öffnungszeiten in Bühl sind mittwochs, donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr. Samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr, in Drusenheim dienstags und freitags von 14 bis 19 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Freitags 14 bis 19 Uhr, samstags 9.30 bis 12.30 Uhr.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm und eine zweisprachige Kommunikationsplattform sollen den Gedanken des Dialogs weitertragen und so den grenzüberschreitenden Austausch vertiefen. Über die Webseite können auch Fragen an Naomi Leshem gestellt werden.

www.buehl.de/leshem

www.photos-conversations.eu

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Erstellt:
11. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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