Bischweier treibt Klimaschutz voran

Bischweier (nora) – Die Gemeinde Bischweier hat nach der Installation der Photovoltaikanlage auf dem Kindergarten nun ein Projekt auf dem Dach der Sporthalle gestartet.

Bürgermeister Robert Wein gibt den Startschuss für den Bau der neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Sporthalle, die Mitte Oktober in Betrieb gehen soll. Foto: Nora Pallek

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Bürgermeister Robert Wein gibt den Startschuss für den Bau der neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Sporthalle, die Mitte Oktober in Betrieb gehen soll. Foto: Nora Pallek

Damit geht die Kommune einen weiteren Schritt in Richtung „ökologische Gemeinde“. Nach der Installation der Photovoltaikanlage auf dem Kindergarten im Jahr 2020 gab Bürgermeister Robert Wein jetzt den Startschuss für den Bau von Sonnenkollektoren auf dem Dach der Sporthalle.

Ebenso wie beim ersten PV-Projekt arbeitet die Gemeinde auch dieses Mal mit der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Durmersheim zusammen. Die zweite Solaranlage ist also ebenso wie die erste vollständig in Bürgerhand und wird mit Geldern finanziert, die Einwohner aus Bischweier und der Region in die BEG eingebracht haben. „Wir freuen uns sehr, dass sich die Gemeinde erneut für das Genossenschaftsmodell entschieden hat“, sagt Hartmut Oesten, Vorstandsvorsitzender der BEG, und unterstreicht die gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und Gemeinderat Bischweier.

Lob für Modell der BEG

Wein lobt seinerseits die Bürgerenergiegenossenschaft: „Die BEG ist ein verlässlicher regionaler Partner mit Akteuren, die allesamt ehrenamtlich arbeiten und sich allein dem Klimaschutz verpflichtet haben.“ Das Modell der BEG sei gut durchdacht und bringe der Gemeinde nur Vorteile. „Ganz ohne eigene Investitionskosten erhalten wir CO2-neutralen Strom, den wir zum Vorzugspreis beziehen, und bekommen sogar noch eine kleine Dachmiete“, zählt der Bürgermeister die Vorteile auf. Toll sei auch, dass der wirtschaftliche Ertrag den Bürgern der Region zugutekomme. „Die Projekte der BEG tragen dazu bei, die Menschen für die Energiewende zu begeistern“, ist Wein überzeugt.

Die neue Anlage, die Mitte Oktober in Betrieb gehen soll, hat eine Größe von 140 Kilowatt Peak. Mit dem Ertrag könnten rund 60 Haushalte ihren Jahresstrombedarf decken. Tatsächlich wird die Energie jedoch fast vollständig von der benachbarten Schule und der Sporthalle gebraucht. „Unser Ziel ist es, 80 Prozent des Gesamtstromverbrauchs von Schule und Sporthalle durch Sonnenstrom zu ersetzen“, erklärt der Bürgermeister. Damit dies möglich sei, werde zudem ein Stromspeicher installiert. „Auf diese Weise können auch die Vereine, die abends trainieren, ihren Bedarf an Lichtstrom auf ökologische Art decken.“

Anlage auf Kindergarten übertraf Erwartungen

Im Kindergarten, wo im vergangenen Jahr eine Solaranlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt Peak installiert wurde, wurde die 80-Prozent-Marke sogar übertroffen: Dort hat die Gemeinde laut einer ersten Bilanz 88 Prozent des Strombedarfs mit der PV-Anlage gedeckt. „Pro Jahr sparen wir allein im Kindergarten über neun Tonnen Treibhausgase ein“, betont der Bürgermeister. Gleichzeitig werde die Gemeindekasse durch den vergünstigten Strom merklich entlastet. Beim Kindergarten sei es außerdem gelungen, die Solaranlage mit einer Dachbegrünung zu kombinieren und einen noch größeren Umweltschutzeffekt zu erreichen.

Oesten hofft, dass die positiven Beispiele in Bischweier weitere große Dachbesitzer veranlassen, mit der BEG zu kooperieren. „Was bei einer Schule oder einem Kindergarten funktioniert, geht auch beim Industriebetrieb, Bäcker, Metzger, Handwerker, Rechtsanwalt oder Zahnarzt“, so der BEG-Vorstandsvorsitzende. Die Umstellung auf erneuerbare Energien sei dringend geboten, denn der Klimawandel schreite unerbittlich voran. „Wir sollten nicht auf die Bundespolitik warten, sondern jetzt handeln und den regionalen Stromverbrauch durch lokalen Sonnenstrom decken.“

Ihr Autor

Nora Pallek

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Erstellt:
4. Oktober 2021, 07:24 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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