Blackout: So rüstet sich die Stadt Baden-Baden

Baden-Baden (sga) – Was passiert, wenn in Baden-Baden der Strom ausfällt – und das nicht nur für ein paar Minuten? Ein Überblick.

Was passiert, wenn der Strom flächendeckend ausfallen würde? In Baden-Baden soll eine „Katastrophenschutz-Stabsrahmenübung“ dafür sorgen, dass kein Chaos entsteht. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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Was passiert, wenn der Strom flächendeckend ausfallen würde? In Baden-Baden soll eine „Katastrophenschutz-Stabsrahmenübung“ dafür sorgen, dass kein Chaos entsteht. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

Stadträtin Cornelia von Loga (CDU) hat bei Oberbürgermeisterin Margret Mergen nachgehakt. Laut der OB liege eine entsprechende „Katastrophenschutz-Stabsrahmenübung“ bereits vorbereitet in der Schublade.

Doch „aufgrund der Corona-Geschehnisse“ habe das Papier, das im Falle einer solchen Katastrophe für entsprechende Szenarien sensibilisieren soll, noch nicht erprobt werden können. Ursprünglich war im März letzten Jahres die Übung geplant. Doch die zu beachtenden „Corona-Schutzregeln“ haben es nicht möglich gemacht.

Trotzdem kann die OB in einigen Bereichen Antworten liefern.

Gas: Die Erdgasübergabestation Klärwerk kann einen Betrieb von 70 Stunden sicherstellen. An der Station in Sandweier kann ein mobiles Notstromaggregat angeschlossen werden. Während eines flächendeckenden Stromausfalls funktioniert keine Gasheizung.

Strom: Mit den vorhandenen Notstromeinrichtungen können die Stadtwerke den Betriebsstandort Waldseestraße über 100 Stunden betreiben. Werden entsprechende Tanks mit Dieselvorrat wieder gefüllt, ist eine unabhängige Versorgung über einen längeren Zeitraum möglich. Jedoch: Damit können lediglich die kritischen Infrastruktureinrichtungen und somit nicht die Kunden versorgt werden.

Entsorgung: Die Müllabfuhr kann ohne Nachtanken der Fahrzeuge maximal zwei Tage weiter betrieben werden. Die Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim kann etwa 50 Stunden weiterlaufen. Die grundlegende Entwässerung der Stadt ist gegeben. Falls nicht, wurden dafür 37 Pumpwerke (PW) installiert, die mittels Notstrom rund drei Tage versorgt werden. Stellenweise kann ein mobiles Aggregat aushelfen. Kleinere PW können ohne Weiteres nicht weiterversorgt werden, wodurch ein Rückstau in das Gebäude entsteht. OB Mergen: „Im schlimmsten Fall erfolgt ein Abschlag in Gewässer.“

Trinkwasser und Wärme: Aufgrund der topografischen Lage der Stadt ist die Wasserversorgung laut OB „sehr komplex“, weshalb es zu mehreren zeitversetzten Einschränkungen in Baden-Baden und Teilorten kommen kann. Was die Wärmeversorgung anbelangt, kann das Fernheizwerk 45 Stunden weiterbetrieben werden. Ohne Strom wird eine Nutzung in Häusern jedoch nicht möglich sein.

Kommunikationsmittel: Bei einem länger anhaltenden, flächendeckenden Stromausfall sollen an 24 Stunden täglich sämtliche Feuerwehrhäuser, Polizeidienststellen und sonstige Anlaufstellen sowie in den bekannten 44 Wahllokalen „Leuchttürme“ personell besetzt werden. Neben weiteren Informationen soll es dort die Möglichkeit geben, Notrufe abzusetzen. Dafür stehen das Telefon-Kupferleitungsnetz der Stadtwerke und das Funknetz zur Verfügung. „Der Katastrophenschutz-Verwaltungsstab“ ist im Dienstgebäude Briegelackerstraße 21 für bis zu 70 Stunden notstromversorgt, ein Nachtanken des Notstromaggregats ist möglich. Zudem kann durch analogen und digitalen Sprechfunk sowie über Satellitentelefon Kontakt zur Höheren Katastrophenschutzbehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe und zu den Nachbarkreisen aufgenommen werden.

„Bei vielen Dingen sind wir in Baden-Baden gut aufgestellt“, erläutert von Loga in einer Mitteilung. Bei ein paar Punkten werde man allerdings nachhaken müssen, da organisatorische Dinge, wie die Notöffnung von Apotheken und die Medikamentenversorgung sicherzustellen „schon jetzt ohne große Kosten definiert werden können“. Laut der Stadträtin sollten „besonders wichtige Punkte“ der Bevölkerung vorab kommuniziert werden, wie die Standorte der städtischen Notanlaufstellen: „Darum werden wir basierend auf der Antwort der Stadtverwaltung eine weitere Anfrage zu diesem Thema an die Stadt richten.“

Laut OB Margret Mergen steht das Thema Stromausfall bereits seit Jahren auf der Agenda der Stadtverwaltung.

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Erstellt:
30. Dezember 2021, 08:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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