Blätterpracht hält Baden-Badener Gartenamt auf Trab

Baden-Baden (hez) – Die fallende Blätterpracht hält derzeit das Gartenamt auf Trab. Mit großem Einsatz geht man gegen die Laubmassen in städtischen Anlagen vor. Allerdings wird nicht überall geräumt.

Viele Bäume wollen nun ihr Blattwerk loswerden – und so breitet sich das Laub auch in der Lichtentaler Allee derzeit fast wie eine Decke aus.  Foto: Monika Zeindler-Efler

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Viele Bäume wollen nun ihr Blattwerk loswerden – und so breitet sich das Laub auch in der Lichtentaler Allee derzeit fast wie eine Decke aus. Foto: Monika Zeindler-Efler

Um rund 35.000 Bäume muss sich das städtische Gartenamt kümmern. Da wird jedes Jahr im Herbst und Winter die Beseitigung unvorstellbarer Laubmengen zu einem kräftezehrenden Großeinsatz. Langsam wird es damit wieder ernst, nachdem erst kürzlich der Laubfall in der Kurstadt durch die Niederschläge einen kräftigen Schub erhielt.
Mit dem Jahr 2021 ist Gartenamtsleiter Markus Brunsing eigentlich ganz zufrieden: „Durch die Niederschläge konnten sich die Bäume nach den vorangegangenen Trockenjahren ganz gut erholen.“ Aber für die Gärtner bringt die größere Zufriedenheit der Bäume auch mehr Arbeit mit sich. Denn im Gegensatz zu den Vorjahren, als die Blätter schon im August rieselten, hat man diesmal viel weniger Zeit zum Aufsammeln.

Denn 2021 ist bei der Vegetation vieles etwas normaler als zuletzt. Und das heißt, dass der massive Laubfall erst so richtig begonnen hat. Die Blätter sind inzwischen auch wieder viel größer – auch das eine Folge der höheren Feuchtigkeit.

Doch trotz der vermehrten gelben, braunen und roten Pracht am Boden können die kommunalen Gartentrupps noch nicht mit Volldampf hinter dem Blattwerk herjagen. Noch sei man intensiv mit anderen Herbstarbeiten beschäftigt, sagt Brunsing, und erwähnt das Stecken von Blumenzwiebeln sowie den Gehölzschnitt. Da der Oktober zudem recht warm gewesen sei, müsse man außerdem noch Mäharbeiten durchführen und Unkraut beseitigen. „Die Saison ist in diesem Jahr sehr lang“, betont Brunsing.

Das Laubbeseitigen werde momentan noch in erster Linie beim Mähen erledigt, doch in Kürze wird man dann auch personell intensiv die Blätter aufsammeln. „Da sind dann schon so 20 bis 25 Leute im Einsatz“, erklärt der Gartenamtsleiter.

Überwinterungsplätze unter vielen Sträuchern

Dabei nutzt man die verschiedensten Gerätschaften. Neben den Mähmaschinen wird natürlich auch noch auf die altgedienten Rechen zurückgegriffen. Um die Laubmassen zu Haufen aufschichten zu können, verwenden die Teams auch die Laubbläser. Laubsauger hingegen werden nur eingesetzt, um Blätterhaufen in Transportfahrzeuge zu verladen. Dies kann man teilweise aber auch mithilfe von Radladern erledigen.

Hobbygärtnern wird bekanntlich empfohlen, im Herbst noch einen Laubhaufen im Garten zu belassen, um hier einen wertvollen Lebensraum für kleine Tiere vom Igel und der Maus über den Marienkäfer bis zum Molch anzubieten. In den städtischen Kuranlagen lässt das Gartenamt zwar keine derartigen Blätterhaufen extra zurück, doch es gebe, so Brunsing, große Flächen, „wo wir überhaupt kein Laub aufsammeln“. Unter vielen Strauchgruppen lasse man das Laub liegen, was „vielen Tieren Überwinterungsplätze verschafft“. Darüber hinaus werde sich zersetzendes Laub auch zu einem wichtigen Dünger für das nächste Jahr.

Das aufgesammelte Blattwerk hingegen wandert komplett in die Kompostieranlage. Markus Brunsing hofft, dass man bis zum Jahresende die Laubaktion einigermaßen abschließen kann. Sollte es aber sehr feucht werden, können diese Arbeiten auch noch im Januar auf der Tagesordnung stehen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
7. November 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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