Blechinger verstärkt Bühler Medienzentrum

Bühl (fvo) – Markus Blechinger verstärkt seit Anfang Februar das Medienzentrum Bühl. Ein personeller Zuwachs, der Not tut. Der 33-Jährige übernimmt die Administration der schulischen Endgeräte.

Personelle Verstärkung: Alexander Fischer (links), Leiter des Medienzentrums, und Markus Blechinger.  Foto: Franz Vollmer

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Personelle Verstärkung: Alexander Fischer (links), Leiter des Medienzentrums, und Markus Blechinger. Foto: Franz Vollmer

Das Urteil von Alexander Fischer steht fest, selten war eine neue Stelle so willkommen. „Er ist schon ein Glücksgriff für uns“, gibt der Leiter des Bühler Medienzentrums unumwunden zu. Die Rede ist von Markus Blechinger, dem neuen Mitarbeiter als Systemadministrator. Unter mehreren Bewerbern war er „der Geeignetste“, versichert Fischer und ist umso froher, als gerade im IT-Bereich wirklich fitte Leute zu finden nicht ganz leicht sei.
Techniker im Mobile Device Management (MDM) nennt sich konkret die Aufgabenstellung des 33-jährigen Renchtälers, der zuvor bei der Papierfabrik Köhler in Oberkirch tätig war, ebenfalls im IT-Bereich. Er betreut seit 1. Februar die mobilen Endgeräte eines großen Teils der Schulen im Landkreis Rastatt: Grundeinweisung, technische Verwaltung, Einrichtung, Handling. Die Stelle selbst wurde auf politischen Beschluss des Kreistags neu geschaffen. Und der Bedarf zeigt, dass die Stelle absolut Not tut.

Blechingers eigene Motivation: „Ich wollte mich spezialisieren“, erklärt der gelernte Elektroniker, warum er sich nach Quereinstieg via Abendschule um den Job des Netzadministrators bemüht hat. Aktuell besteht – auch aus Hygienegründen – mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit aus Ferndiagnose und Wartung, erzählt Blechinger, und sei es nur, dass die App „Anton“ auf sämtliche iPads gepusht wird. „Ich denke aber, nach der Pandemie werden wir wieder mehr bei Vor-Ort-Einsätzen präsent sein.“

Insgesamt 40 Schulen betreut man derzeit, was bedeutet, dass rund 2.000 Geräte durch seine Hände gingen, einschließlich der 100 Geräte, die das Medienzentrum selbst an Schulen verleiht. Und das wohlgemerkt für jenes Betriebssystem mit dem berühmten Apfel (Apple), es habe nunmal klare Vorteile: leicht zu verwalten, freundlicher Update-Rhythmus. „Mehrere Systeme gleichzeitig betreuen können wir nicht leisten“, versichert Fischer.

„Arbeit hat extrem zugenommen“

„Die Arbeit hat extrem zugenommen“, berichtet er. Zumal das Angebot beim Medienzentrum auch die Beratung und Fortbildung von Lehrkräften umfasst, nicht zuletzt aber auch den Abbau von Berührungsängsten. „Viele Kolleginnen und Kollegen sind sich oft nicht der Möglichkeiten und Chancen bewusst, die die Digitalisierung in Schulen bietet“, so Fischers Erfahrung, selbst zweifacher Familienvater und parallel auch als Lehrkraft an der Realschule Gaggenau (Bio, Englisch, IT) gefordert. Wobei der Löwenanteil im Medienzentrum stattfindet, dessen Leitung er seit vier Jahren innehat.

„Wir sind seit vielen Jahren dran, wie medienpädagogische Beratung sinnvoll und gewinnbringend an die technische Betreuung gekoppelt werden kann“, erzählt Fischer. Aus diesem Grund sind neben den zwei Verwaltungskräften auch vier Pädagogen über das Land von ihrem Unterricht freigestellt, um die technischen Möglichkeiten unterrichtsbezogen aufzudröseln. Potenziale aufzeigen und Lust machen sind hier die Stichworte, aber auch einfach die Frage, wie man Lerntools einsetzen kann, so Fischer, wohlwissend, dass es gerade in Grundschulen oft schon an der Infrastruktur vor Ort fehlt (wie Datenkabel und WLAN). Allerdings sei dort auch viel Kreatives an Vor-Ort-Lösungen zu erleben, ganz zu schweigen vom teilweise sehr hohen Engagement.

Die komfortable Situation des Medienzentrums ist jedenfalls, dass man keine Überzeugungsarbeit leisten muss. „Die Schulen kommen auf uns zu“, so Fischer. So nahmen allein im vorigen Jahr tausend Pädagogen an Fortbildungen teil. Über den Medienentwicklungsplan im Rahmen des „Digitalpakts Schule“, der im Medienzentrum zertifiziert wird, ist man ohnehin mit allen Institutionen in Kontakt.

„Manche stecken noch in den Kinderschuhen“

Langfristig hofft Fischer, dass nach der Pandemie nicht alle Errungenschaften über den Haufen geworfen werden. Warum nicht mal einen Elternabend digital durchführen? Warum nicht verstärkt auf individualisiertes Lernen setzen, bei dem die Digitaltechnik als Werkzeug unterstützen kann?

Wie unverzichtbar Medienkompetenz sei, habe schon der erste Lockdown gezeigt. „Einige sind zuvor bereits eingestiegen, die traf es nicht so hart. Andere Schulen dagegen steckten digital noch in den Kinderschuhen. Da war das eine Riesenherausforderung“, so Fischer und erinnert sich mit schmunzelndem Grausen daran, als man mangels Tools vom Land für Fernunterricht die Videoplattform Jitsi mit einer Firma aus dem Stand hochzog und damit letztlich Vorreiterrolle im Land innehatte. Wobei das System bei 6.000 Usern am ersten Tag dann doch in die Knie ging. Bei lediglich einem Server verständlich. Heute liegt die Serverzahl bei 25, noch im Januar konnte man damit 10.000 Konferenzteilnehmer pro Tag bedienen. Inzwischen hat sich die Benutzerzahl wieder im tiefen vierstelligen Bereich eingependelt.

Fischer erwartet, dass der Aufwand für den Support der Tablets steigen wird. Abnehmen wird indes der rapide Zuwachs der Geräte, der dank Digitalpakt und bürokratiearmer Sofortausstattung binnen Monaten anschwoll – erst bei den Schülerverleihgeräten für den Fernunterricht, zuletzt als zweite Charge mit den Lehrerdienstgeräten. Derzeit laufen bereits erste Pilotprojekte an Schulen, bei der ganze Klassenstufen komplett, sprich 1:1 ausgestattet sind.

Auch das Medienzentrum selbst erweitert ständig sein Spektrum. So gehört nebst entleihbarer Beschallungsanlage, 3-D-Drucker, VR-Brille, Beamer, GPS-Geräten, Fotokamerasätzen oder Video- und Audiomischpulten auch ein komplettes Video- und Fotostudio zum Portfolio, das von Schulen genutzt werden kann. Der Lern-DVD-Bestand liegt bei 5.000. „Das meiste, nämlich 95 Prozent, wird mittlerweile aber online abgerufen“, so Fischer. Ist ja auch viel moderner.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
20. Juni 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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