Blick hinter die Kulissen der Notaufnahme in Bühl

Bühl (sga) – Den Fachkräften in der Bühler Notaufnahme macht ihre Arbeit sehr viel Spaß. Im BT-Gespräch erzählen sie, warum Kommunikation das A und O ist.

Bringt viel Erfahrung mit: Stephan Gabrisch leitet die Notaufnahme und hat während seiner 25 Jahre im Medizinbereich unter anderem in Frankreich gearbeitet. Foto: Sarah Gallenberger

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Bringt viel Erfahrung mit: Stephan Gabrisch leitet die Notaufnahme und hat während seiner 25 Jahre im Medizinbereich unter anderem in Frankreich gearbeitet. Foto: Sarah Gallenberger

Ihren ersten Tag in der Bühler Notaufnahme wird Schwester Jana wohl nie vergessen. Kurz nach Schichtbeginn muss ein Mann reanimiert werden. Zeit zur Begrüßung ihrer neuen Kollegen bleibt da nicht viel. „Es gibt Tage, die wirklich an die Grenzen bringen“, erzählt sie. Trotzdem kann sie sich keinen anderen Beruf vorstellen.

Seit 2003 ist Schwester Jana schon im Krankenhaus in Bühl tätig, „ich würde sagen, dass ich fast alle Abteilungen durchlaufen habe“. 2011 landet sie schließlich dort, wo es ihr am meisten Spaß macht: in der Notaufnahme. „Hier sind die Krankheitsbilder sehr breit gefächert.“ „Von internistischen bis chirurgischen Fällen“ – es ist alles dabei. „Das ist auch das Schöne“, erzählt die gelernte Krankenschwester vor Ort. Während ihrer Zeit auf den anderen Stationen habe sie oft selbst gemerkt, dass man schnell „berufsblind“ sei, weil jeden Tag der gleiche Bereich abgearbeitet werde.

Nach seiner Ausbildung will Robert Braun in der Notaufnahme tätig sein. Foto: Sarah Gallenberger

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Nach seiner Ausbildung will Robert Braun in der Notaufnahme tätig sein. Foto: Sarah Gallenberger

In der Notaufnahme jedoch ist jeder Fall anders. Das ist es auch, was Robert Braun so schön an seiner Arbeit findet. Als das BT vor Ort ist, hilft er im Rahmen seiner Ausbildung zum Krankenpfleger bereits seit vier Wochen in der Notaufnahme mit. Er ist nicht das erste Mal hier. Während seines freiwilligen sozialen Jahres lerne er bereits das 16-köpfige Team dort kennen – und seine Arbeit lieben. „Die Notaufnahme ist der Grund für meine Ausbildung, hier möchte ich später sein“, erzählt der 23-Jährige. Am meisten Gefallen hat er daran gefunden, „Patienten, die bei ihrer Ankunft in einer verzwickten Lage sind, zu helfen“. Natürlich sei das auch mal anstrengend. Vor allem schwierigere Fälle „nimmt man oft mit nach Hause“, weil sie einen am Abend noch beschäftigen. Doch dann kann sich der Bühlertäler selbst beruhigen: „Ich weiß ja, dass die Menschen hier gut versorgt werden.“

Brauns Arbeitstag beginnt um 8 und endet um 16 Uhr. Doch die Zeiten können auch mal anders aussehen, schließlich ist die Notaufnahme immer besetzt. Schwester Doris erzählt von einer Früh-, Spät- und Nachtschicht. Sie selbst arbeitet seit rund zehn Jahren in der Notaufnahme in Bühl und war vorher in der Chirurgie eingesetzt.

„Sehr harmonisches Team“

Auch für sie ist das „umfassende Tätigkeitsgebiet“ sehr spannend. Wer durchhalten will, müsse gut strukturiert sein. Zwar gebe es im Alltag gewisse Routineaufgaben wie beispielsweise die Aufnahme von Patienten, „aber wenn das Wartezimmer voll ist, muss man schon richtig einschätzen können, was die akuten Fälle sind“. Zudem nehme nicht jeder Patient die gleiche Zeit in Anspruch, „einen durchschnittlichen Wert gibt es bei uns nicht“. Probleme gebe es allerdings sehr selten, „auch, weil wir ein sehr harmonisches Team sind“, und das sei ja ausschlaggebend für eine schnelle und erfolgreiche Patientenversorgung.

Stephan Gabrisch sieht das genauso. Der Oberarzt leitet die Notaufnahme und hat in seinen 25 Jahren im Medizinbereich unter anderem in Balg und Frankreich einiges an Erfahrung sammeln können: „Kommunikation ist das A und O“, sagt er. Der Austausch mit den Kollegen laufe gut, und jeder wisse, dass er ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen muss: „Der Job wird schnell anstrengend.“

Laut Gabrisch sind rund 20 Prozent der Patienten „echte Notfälle“, doch jeder einzelne müsse trotzdem versorgt oder gar beruhigt werden, selbst dann, wenn man zu stressigen Zeiten auch mal „mit dem Rücken zur Wand sitzt“. Trotzdem ist der Oberarzt stolz auf das, was er jeden Tag tut: „Wenn ein Patient mit wirklich schlimmen Schmerzen kommt und du es schaffst, ihm diese zu nehmen – das ist ein wunderschönes Gefühl.“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
28. August 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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