Böse Klatsche für den SV Bühlertal

Kehl (rap) – Der corona-geplagte Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal hat am Samstag eine heftige Niederlage kassiert: Mit 0:7 ging der SVB beim Kehler FV unter, Philip Keller sah die Rote Karte.

Gesellt sich nach seiner Roten Karte in der Nachspielzeit zu den weiteren Ausfällen dazu: Bühlertals Philip Keller (am Ball). Foto: Frank Seiter

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Gesellt sich nach seiner Roten Karte in der Nachspielzeit zu den weiteren Ausfällen dazu: Bühlertals Philip Keller (am Ball). Foto: Frank Seiter

Der größte Gegner für Fußballmannschaften lautet derzeit Corona. Nicht nur in der Bundesliga, wo der FSV Mainz 05 diese Woche gleich 20 infizierte Spieler und Betreuer zu beklagen hatte, schlägt das Virus eiskalt zu, sondern auch im Amateurfußball. In der Verbandsliga erwischte es nun kurz vor der Partie in Kehl den SV Bühlertal. Gleich sieben Spieler, darunter Größen wie Kapitän Marcel Heller, Flügelflitzer Jonas Knobelspies und Stürmer Niclas Scharer, musste die Mittelberg-Meute beim Gastspiel in der Ortenau am Samstagmittag ersetzen. Mit ganz bitteren Folgen: Mit einer 0:7-Klatsche wurde die Truppe von Trainer Johannes Hurle aus dem Rheinstadion geschossen.

Natürlich hatte das Coronavirus seinen Anteil an der 90-minütigen Abreibung. So feierte etwa Jannik Kohler, normalerweise Stammkraft bei der Reserve in der Kreisliga B 4, sein Debüt. Andere Spieler wie etwa Philip Keller, der im defensiven Mittelfeld wurschtelte, mussten auf eher fremden Positionen spielen. Die Ersatzbank setzte sich aus zwei Corona-Rückkehrern sowie Spieler aus der Zweiten zusammen. Und dennoch hatten die elf Rot-Weißen die Hauptrolle in dem 90-minütigen Gruselschocker: Völlig lethargisch, ohne jegliche Körpersprache präsentierten sie sich, zudem harmlos in den Zweikämpfen und geistig nicht auf der Höhe – es war ein Ausfall aller Systeme und Mannschaftsteile. Dementsprechend bedient war Hurle: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das müssen wir erstmal verdauen. Die ersten fünf Minuten spiegeln die gesamten 90 Minuten wider, nichts anderes.“

Moser macht den Neureuther

Denn nach den ersten fünf Zeigerumdrehungen stand es bereits 2:0 für den KFV. Erst umkurvte Hannes Moser wie früher Slalom-Ass Felix Neureuther locker-leicht die gesamte SVB-Abwehr und blieb vor Keeper Christian Gudera eiskalt (3.), dann traf Tim Keck nach einem Eckball aus dem Gewühl heraus zum 2:0. Nach elf Minuten hätte es eigentlich 3:0 stehen müssen, doch Mohamed-Skander Haridi jagte den Ball aus kürzester Distanz über das verwaiste SVB-Gehäuse. In der Anfangsviertelstunde gab die Hurle-Elf ein erschreckendes Bild ab: Vogelwild spazierten sie über den Rasen, die Passqualität war unterirdisch.

Und trotzdem berappelten sich die Gäste etwas. Von Minute 15 bis 35 nahmen sie am Spiel teil – und kamen gar zu Torchancen. Erst köpfte Lucas Scharer aus spitzem Winkel drüber (16.), danach prüfte Philip Keller per Schuss (17.) und Kopf KFV-Keeper Simon Heering. „Wenn wir da den Anschluss machen, wäre vielleicht noch was möglich gewesen“, erklärte Hurle.

Doch es sollte in den fünf Minuten vor der Halbzeit anders kommen. Ganz anders. Yannick Assenmacher erhöhte nach herrlichem Steckball auf 3:0 (41.), Elyes Bounatouf traf nach einer scharfen Freistoßflanke zum 4:0 (44.).

Das Spiel war entschieden, die zweiten 45 Minuten eigentlich so sinnlos wie der berühmte Kropf. Der KFV nahm einige Gänge zurück, kam durch Assenmacher und Ümit Sen aber trotzdem zum 5:0 (59.) und 6:0 (71.), der SVB war zwar zumindest bemüht, aber letztlich auch aufgrund der Ausfälle völlig harmlos.

Hurle: „Spiel sofort von der Festplatte löschen“

Und als wäre die Personaldecke durch die Corona-Infizierten, die wohl auch das kommende Heimspiel gegen den FC Teningen verpassen werden, ohnehin nicht schon dünn genug, sorgte Philip Keller mit einer selten dämlichen Aktion in der Nachspielzeit für weiteren Aderlass: Nach einem Foul an dem einschussbereiten Sen fünf Meter vor dem leeren SVB-Tor sah er folgerichtig den Roten Karton. Den fälligen Elfmeter verwandelte Assenmacher zum 7:0-Endstand.

Ein bedienter Johannes Hurle hatte ein paar Minuten nach dem Spielende im fast leeren Rheinstadion nur noch einen Wunsch: „Es gilt, das Spiel sofort von der Festplatte zu löschen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
6. März 2022, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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