Boxen: Sexuelle Übergriffe durch Boxtrainer?

Baden-Baden (moe) – Gegen drei Trainer von Nachwuchs-Boxerinnen in Baden-Württemberg wurden Anzeigen erstattet. Eine davon auch im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Baden-Baden.

Die Kriminalpolizei sowie die Staatsanwaltschaft Heidelberg ermitteln wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe durch drei Boxtrainer aus Baden-Württemberg. Foto: Bernd Thissen/dpa

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Die Kriminalpolizei sowie die Staatsanwaltschaft Heidelberg ermitteln wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe durch drei Boxtrainer aus Baden-Württemberg. Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Vorwürfe wiegen schwer – und reichen bis hin zu sexuellem Missbrauch: Die Kriminalpolizei sowie die Staatsanwaltschaft Heidelberg ermitteln wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe durch drei Boxtrainer aus Baden-Württemberg. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ zunächst schrieb, mussten sich angeblich minderjährige Boxerinnen zum Wiegen nackt ausziehen, obendrein seien sie angefasst worden, auch soll es zu sexuellen Belästigungen verbaler und schriftlicher Art gekommen sein. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, steht auch der nicht einvernehmliche Geschlechtsverkehr zwischen Sportlerinnen und Trainern im Raum. Die Taten reichen offenbar bis ins Jahr 2012 zurück.

Im Fokus der Behörden stehen drei Beschuldigte, die am Heidelberger Olympiastützpunkt gearbeitet haben sollen. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, daher ist noch nicht klar, wie viele Boxerinnen konkret betroffen sind. Sicher ist indes, dass eine der Anzeigen wie berichtet im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Baden-Baden eingegangen ist. Deren Pressesprecher Michael Klose machte am Mittwoch keine konkreten Angaben, bei welcher Dienststelle die Anzeige aufgenommen wurde. Ohnehin wurde der Fall wegen deren Zuständigkeit weitgehend nahtlos an die Staatsanwaltschaft in Heidelberg weitergeleitet.

Berichte über Drohungen

Für die Ermittlungen spiele der Ort der Anzeige ohnehin „keine Rolle“, wie Jonathan Waldschmidt erklärt. Der Pressesprecher der Heidelberger Behörde bestätigte derweil am Mittwoch auf BT-Nachfrage, dass die Anzeige im Einzugsgebiet der Baden-Badener Kollegen nicht von einer der Betroffenen, sondern von einem Verbandsfunktionär eingegangen ist. Weitere Verflechtungen nach Mittelbaden sind nach aktuellem Stand nicht bekannt.

Der „Spiegel“, der wie die „Stuttgarter Zeitung“ von Drohungen gegenüber Sportlerinnen beziehungsweise Zeugen berichtet, spekuliert, dass die Anzeige deshalb in der Region aufgegeben worden sein könnte, um bewusst eine räumliche Distanz zu erzeugen. Einem der drei Beschuldigten aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis werden demnach gute Kontakte zu Ermittlungsbehörden nachgesagt, „und die jungen Boxerinnen fürchten wohl, er könne Druck bei der Polizei vor Ort machen, die Vorwürfe nicht weiter zu verfolgen“, schreibt das Nachrichtenmagazin.

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Erstellt:
19. November 2020, 09:45 Uhr
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