Branding-„Papst“ aus Hundsbach will zu Elon Musk

Forbach (tom) – Manfred und Julian Gotta aus Hundsbach haben eine Geschäftsidee – für und mit Tesla-Chef Elon Musk. Dazu starten sie eine groß angelegte Internet-Kampagne.

Manfred Gotta (2. von links) und sein Sohn Julian (vorne, Mitte) stellen Elon Musk (hinten) nicht nur in den Mittelpunkt eines Comics. Illustration: Tim Eckhorst/Gotta Brands

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Manfred Gotta (2. von links) und sein Sohn Julian (vorne, Mitte) stellen Elon Musk (hinten) nicht nur in den Mittelpunkt eines Comics. Illustration: Tim Eckhorst/Gotta Brands

Vectra, Actros, Megaperls. Xetra, Twingo, Amaroy, Rulantica und Targo-Bank: Ohne Manfred Gotta (73) gäbe es diese und viele andere Namen nicht. Der Senior aus Hundsbach gilt als der „Papst der Markennamen“. Doch an Ruhestand ist nicht zu denken. Mit seinem Sohn Julian Gotta wagt er nun den ganz großen Schritt: Er will Tesla-Boss Elon Musk für ein Projekt gewinnen.

Das Familienunternehmen „Gotta Brands“ ist es durchaus gewohnt, dass die Konzernbosse bei ihm anrufen. Doch wenn es um den „Heilsbringer“ in Sachen Elektromobilität geht, da wird sogar der „Papst“ zum Bittsteller. Wobei die Gottas Profis genug sind, um ihr Anliegen in eine hochprofessionelle, minutiös durchgeplante PR-Aktion zu verpacken. Diese ist bereits angelaufen. Und wen nimmt es Wunder, dass sie die sozialen Netzwerke dafür nutzen. Twitter, TikTok, Reddit und Instagram. „Facebook bespielen wir noch nicht, da Elon Musk Facebook nicht sehr gewogen ist und wir ja unser Vorhaben auf ihn persönlich beziehen“, verrät Julian Gotta auf BT-Anfrage.

Worum geht es überhaupt? „Mission Zeron“ heißt das Projekt und dahinter verbirgt sich ein neues Kommunikationskonzept für Tesla mit dem Ziel: „Das Verständnis von erneuerbaren Energien global zu revolutionieren“, sagt Gotta, „denn das Thema Nachhaltige Energie betrifft uns alle.“

Um was genau es sich handelt, das soll erst noch publik gemacht werden. „Wir betreiben das schon ein bisschen aufwendiger“, gesteht Julian Gotta. Das „interaktive Social Media-Event“ kommt zwar lässig daher, aber keinesfalls hemdsärmelig. Und dem Zufall überlassen sie nichts in der Namensschmiede in Hundsbach. So haben sich die Gottas auf die Reise gemacht und Teslas Giga Fabrik 4 in Brandenburg am 26. Juli persönlich besucht. Bis in Elons Büro haben sie es geschafft, erzählt Julian, und dort haben sie ein Plakat der Größe DIN A0 abgegeben. Ob es dort bereits an der Wand hängt? Da warten die Gottas noch auf Rückmeldung.

Per Medienspektakel zum Geschäftserfolg

Aber in Warteposition verharren, das ist ihre Sache nicht. Am 23. August soll Mission Zeron von Zürich aus richtig Fahrt aufnehmen. Barbados, New York, Los Angeles, San Francisco, Reno und medienwirksame Endstation am 15. September in Teslas Giga Factory 1 in Nevada: So lautet die Reiseroute.

„Alle unsere Follower nehmen wir mit“, versichert Gotta, dass die Social-Media-Kanäle stets auf dem Laufenden sein werden. Nicht zuletzt deshalb: Um über eine steigende Zahl von Followern die Aufmerksamkeit von Musk weiter zu steigern. „Wir hauen nicht nur stumpf Content raus, sondern wollen mit den Leuten kommunizieren“, betont Gotta.

Dabei setzt das Unternehmen auch auf ein mittlerweile traditionelles Medium: Man hat Scorpions-Illustrator Tim Eckhorst ins Boot geholt; auf Instagram werde täglich eine neue Comic-Episode hochgeladen. Die Reise nach Nevada wird darüber hinaus von Festival-Photograph Nicolai Brunn in Bildern festgehalten.

Billig ist das Unterfangen nicht. Zur Finanzierung haben die Gottas deshalb ihren Jeep Defender verkauft, der letzte seiner Baureihe. Aber wenn am Ende ein Tesla in der Hundsbacher Garage steht, sprich: ein Großauftrag von Musk herausspringt, dann hat sich die Mission auch für Gotta Brands gelohnt.

Professionelle Geheimniskrämerei

Das Unternehmen Gotta Brands aus Hundsbach will Tesla-Chef Elon Musk persönlich ein visionäres Konzept präsentieren. Dazu startete am 12. August das Social Media-Event „Mission Zeron“.

Als „so einzigartig und visionär, dass es eine ganz besondere Herangehensweise und Präsentation braucht“, wird das Projekt beworben. Worum genau es geht, darüber hält man sich noch bedeckt. Projektleiter Julian Gotta und Visual Artist Nicolai Brunn wollen das Interesse der Internet-Nutzer wecken: „Stück für Stück werden die Presse, Öffentlichkeit und auch Elon Musk selbst erfahren, worum es bei dieser Reise geht.“ Im Kern solle bei „Mission Zeron“, ein geheimes „Project 42“ in eine visuelle und reale Reise verwandelt werden. Mittelpunkt des Social Media-Events auf Twitter, Instagram, TikTok und Reddit ist ein Comic des Kieler Illustrators Tim Eckhorst, der nach und nach durch Fotos, Videos und weitere interaktive Elemente zur Realität werden soll.

Dies wiederum sei nur mit Elon Musk möglich. Denn für Gotta Brands sei Tesla weltweit das einzige Unternehmen, das es schaffen könne, das Konzept in die Realität umzusetzen. Das multimediale Event in den sozialen Medien soll auf spektakuläre Art und Weise maximale Aufmerksamkeit erregen – auch bei Elon Musk.

Gotta Brands ist nach eigenem Bekunden das älteste inhabergeführte Branding-Unternehmen Deutschlands. Manfred Gotta gilt als Pionier des Brandings – also der Namensfindung für Produkte und Dienstleistungen. Manfred Gotta, Kaufmannssohn aus dem hessischen Nieder-Roden, hat sich 1986 mit seinem Unternehmen selbstständig gemacht. Die seit Jahren in Hundsbach angesiedelte Firma ist spezialisiert auf die Erfindung von treffenden Markennamen. Bereits über 300 weltweit hat Gotta Brands entwickelt.

Mission Zeron auf Twitter.

Instagram: @missionzeron

Mission Zeron auf TikTok.

Reddit: r/missionzeron

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
16. August 2021, 17:21 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 25sec

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