Brauerei Franz: Ende der Durststrecke in Sicht

Rastatt (dm) – Die Corona-Pandemie hat auch die Brauerei Franz in Rastatt hart getroffen. Doch inzwischen sieht man „Licht am Ende des Tunnels“. Die Pläne zur Erweiterung der Brauerei gelten weiter.

Flaschenbier wird auf den Weg gebracht. „Wir haben das Glück, dass die Franz-Freunde uns treu geblieben sind“, sagt Geschäftsführer Lionel Berger. Den pandemiebedingten herben Verlust von Fassbier kann dies indes nicht wettmachen. Foto: Frank Vetter

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Flaschenbier wird auf den Weg gebracht. „Wir haben das Glück, dass die Franz-Freunde uns treu geblieben sind“, sagt Geschäftsführer Lionel Berger. Den pandemiebedingten herben Verlust von Fassbier kann dies indes nicht wettmachen. Foto: Frank Vetter

Die Corona-Pandemie hat auch die Brauerei Franz in Rastatt hart getroffen. Trotz des großen Zuspruchs, den die heimische Traditionsmarke in der Bevölkerung in diesen Zeiten weiter erhält: Der herbe Verlust von Fassbier, den das Unternehmen angesichts monatelanger Gastronomieschließungen sowie Volks- und Vereinsfestabsagen hinnehmen musste, ist dadurch nicht wettzumachen, wie Geschäftsführer Lionel Berger im BT-Gespräch klar macht. Immerhin: Man sieht wieder „Licht am Ende des Tunnels“.
Der zweite Corona-Sommer ist da, doch die jüngsten Öffnungsschritte lassen hoffen, dass das Ende der Durststrecke zumindest in Sicht ist. „Wir sind ja keine Industriebrauerei, die ausschließlich vom Lebensmittelhandel“, also den Supermärkten, lebt, so Berger. Will heißen: Das Fassbier in den Gaststätten und bei Festen ist ein wesentliches Standbein. Vertreter der Brauerei fahren dann in der Regel zu solchen Feierlichkeiten, machen Fassanstiche, zudem verfügt Franz selbst über eigenes Fest-Inventar – einem Unternehmen gemäß, das sich mit der Region direkt verbunden sieht.

Verbundenheit, die auch auf der Kundenseite besteht: Beim Flaschenbier sei es Franz gelungen, in dieser Zeit sogar etwas zuzulegen. „Wir haben das Glück, dass die Franz-Freunde uns treu geblieben sind“, freut sich Berger. Allerdings gleiche dies in keiner Weise die Verluste beim eigentlich deutlich größeren Anteil ausmachenden Fassbierverkauf aus. Dieser sei zeitweise im Prinzip zum Erliegen gekommen – „das kann man sich nicht schöntrinken“, kommentiert der Brauerei-Geschäftsführer die Situation. Konkrete Zahlen nennt er indes nicht. Im Jahr vor Corona hatte die Brauerei zwischen 25.000 und 30.000 Hektoliter Bier an den Mann und an die Frau gebracht.

„Wir wollen und müssen ausbauen“

Auch einigen Gastronomen von Franz-Gaststätten habe man in dieser Zeit helfen müssen, über die Runden zu kommen, etwa durch Pachtstundungen. Verloren habe man pandemiebedingt zwar niemanden, so Berger. Außerhalb Rastatts hätten indes einige Wirte, die ohnehin in Ruhestand gegangen sind, während der Monate des Corona-Lockdowns keine Nachfolger gefunden. Der Brauerei wiederum habe das Instrument der Kurzarbeit geholfen, keine Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Die geplante Erweiterung der historischen Braustätte in der Rastatter Kernstadt war in diesem Zuge nicht mehr der „Fokus Nummer eins“, räumt Berger ein. Erst einmal sei es ums Überleben gegangen. Gleichwohl betont er, dass sich an den Plänen nichts geändert habe, auch wenn es noch keinen Termin für den Baustart gibt. Die Banken stünden nicht gerade Schlange, um in diesen Zeiten Gastronomen oder Brauereien zu finanzieren.

Der Franz-Geschäftsführer betont jedoch: „Wir wollen und müssen ausbauen.“ Denn: In normalen Zeiten reicht die Kapazität nicht aus, um den Durst beziehungsweise die Nachfrage nach Franz-Bier zu stillen. Gerade mal 7.000 Hektoliter konnten an der Murg gebraut werden, als die Scheidtweiler-Gruppe den Betrieb zum Jahreswechsel 2014/15 übernahm. Seither ging es steil bergauf – bis der Corona-Dämpfer bremste.

Die neue Produktion soll auf rund 45.000 Hektoliter im Jahr ausgelegt werden. Dafür entstehen in einem Erweiterungsbau längs der denkmalgeschützten Franz-„Burg“ ein Lager- und Gärkeller sowie das neue Sudhaus. Dabei will man eine Betriebsunterbrechung vermeiden und die alte Anlage so lange am Leben erhalten, bis man sicher ist, dass die neue Technik funktioniert. Erst nach der Neuaufstellung der Brauerei, so hatte Berger im November im Gemeinderat erläutert, soll der schon lange geplante Hotelbau starten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
29. Juni 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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