Brautmodenstudio hofft auf Hilfe der IHK

Gaggenau (stj) – Der Berliner Senat hat die Brautmodenberatung als Dienstleistung eingestuft. Das Gaggenauer Brautmodenstudio Liebreiz schöpft daraus Hoffnung und erarbeitet ein Corona-Konzept.

Tanja Schmidt (Mitte) hofft darauf, dass Bräute auch in Baden-Württemberg zumindest wieder beraten werden dürfen. Im aktuellen Lockdown ist nicht mal das erlaubt. Foto: Liebreiz/Archiv

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Tanja Schmidt (Mitte) hofft darauf, dass Bräute auch in Baden-Württemberg zumindest wieder beraten werden dürfen. Im aktuellen Lockdown ist nicht mal das erlaubt. Foto: Liebreiz/Archiv

Die Brautmodenbranche wird in der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg mit dem textilen Einzelhandel gleichgesetzt. Das trifft auch das Gaggenauer Unternehmen Liebreiz hart: „Wir waren durch wiederholte Lockdowns fast drei Monate geschlossen. Die Unterstützungen der Regierung reichen – sollten sie bei uns eintreffen – bei Weitem nicht aus, um unsere enormen Verluste zu decken.“ Das schreibt Inhaberin Tanja Schmidt an die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe. Über die IHK erhofft sich das Brautmodenstudio bei der Landesregierung in Stuttgart Gehör zu verschaffen. Hoffnung kommt aus der Hauptstadt. Der Berliner Senat hat nämlich entschieden, wieder Brautberatung zu erlauben.

Brautkleider-Tourismus in andere Bundesländer unterbinden

Laut Senatsverwaltung heißt es, „dass die Einzelberatung im Rahmen der Anprobe von Brautkleidern als Dienstleistung eingestuft wird und daher unter Einhaltung der allgemeinen Schutz- und Hygieneregeln zulässig ist“. Dienstleistungen dürfen also unter Beachtung einiger Regeln (vor allem kein Verkauf vor Ort) stattfinden. Liebreiz hat sofort reagiert und ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Gute Gründe, so Schmidt, die Berliner Einstufung auch hier umzusetzen, seien zum einen, Brautkleider-Tourismus in andere Bundesländer zu unterbinden, zum anderen um gravierende Wettbewerbsnachteile zu vermeiden, „denn Bräute reisen sonst auch quer durch das Land“. Die Liebreiz-Chefin verweist darauf, dass der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Berlin aktuell doppelt so hoch ist wie im Landkreis Rastatt.

„Da unsere Dienstleistung gegenüber dem stationären textilen Einzelhandel wesentlich beratungsintensiver ist, ist eine Gleichsetzung nicht angebracht“, meint Schmidt. Ein Online-Handel mit Click-and-Collect-Service sei in ihrer Branche aus Gründen der qualitativ hochwertigen Ware und Beratungsleistung weder möglich noch sinnvoll und finde auch nicht statt. „Unser Geschäft kann nur durch private Zuschüsse überleben. Auch meinen kompletten privaten Lebensunterhalt muss ich aus Rücklagen decken“, verdeutlicht Schmidt ihre Situation.


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