Breitbandausbau in Loffenau stockt

Von BT-Redakteur Ulrich Jahn

Loffenau (uj) – In Loffenau wird es in Sachen Breitbandausbau vorerst vermutlich keine Kooperation mit dem Landkreis geben. Der Gemeinderat soll darüber in seiner nächsten Sitzung entscheiden.

Breitbandausbau in Loffenau stockt

Breitbandkabel wird in Loffenau vorerst nicht verlegt. Die Gemeinde verzichtet auf eine Mitverlegung von Leerrohren im Zuge einer Baumaßnahme des Landkreises. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archiv

Ursprünglich gab es Überlegungen, dass in Sachen Breitbandversorgung die Gemeinde Loffenau und der Landkreis kooperieren. Angedacht war, dass im Rahmen der Ausbaumaßnahme des Landkreises auf Loffenauer Gemarkung die Gemeinde Leerrohre für die spätere Anbindung gleich mitverlegt, weil die Gehwege und Straßen sowieso aufgegraben werden. Jetzt schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor zu beschließen, dass in diesem Jahr keine Mitverlegung erfolgen soll.

In Loffenau hofft man in den Folgejahren auf eine Förderung, die aktuell nicht möglich sei. Auch dürfte die spätere Umsetzung kostengünstiger sein als aktuell.

Ursprünglich waren vier Varianten für die Mitverlegungen eigener Leitungen in der Diskussion, wie es in der Vorlage für die Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag dargestellt ist.

1.) Ermittlung der Kosten für eine komplette Mitverlegung bis zu den Gebäuden.2.) Ermittlung der Kosten für eine Mitverlegung auf nur einer Straßenseite.3.) Ermittlung der Kosten nur für den Anschluss der Netzverteiler (NVT).4.) Ermittlung der Kosten für den Anschluss nur der Gemeindegebäude (Gemeindehalle, Rathaus) sowie der dafür erforderlichen NVT entlang der Trasse Landratsamt.

Finanzierung nur über Kredite möglich

Aus Sicht der Verwaltung scheiden Varianten 1 und 2 aufgrund der hohen Kosten von vorneherein aus. Zwar könnte eine Inbetriebnahme zügig erfolgen, aber es sei mehr als fraglich, ob sich diese hohe Investition lohnt. Zudem wäre dies nur über 100 Prozent Kreditfinanzierung möglich. „Es ist nicht damit zu rechnen, dass vor allem zu Beginn eine Refinanzierung auch nur annähernd Kreditzinsen und Tilgung erwirtschaften würde“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Möchte die Gemeinde dennoch innerhalb einiger Jahre die Möglichkeit einer Inbetriebnahme von Glasfaseranschlüssen zumindest in einzelnen Teilen des Orts ermöglichen, käme Variante 3 infrage. Hier könnte zuerst ein Betreiber gesucht werden. Dann werde das Interesse für einen Glasfaseranschluss bei den Eigentümern abgefragt. Kämen genügend Interessenten für eine Straße zusammen, könnten die Kosten für den Verteiler, die zusätzliche Kabeltrasse von der Mitverlegungsstrecke zum Verteiler sowie zu den Häusern ermittelt und die Kosten für den einzelnen Hausanschluss kalkuliert werden. Anschließend erhielten die Eigentümer ein konkretes Angebot, gegebenenfalls mit einer noch zu beschließenden Bezuschussung der Gemeinde oder, falls künftig neue Förderprogramme vorhanden sind, mit einer Förderung von Bund oder Land. Würden sich ausreichend Eigentümer für einen Anschluss entscheiden, so dass sich dieser rechnet, erfolgten die Grabarbeiten und der Anschluss der Häuser sowie die Inbetriebnahme des jeweils betroffenen Verteilers. Damit würden die Interessenten entscheiden, wo und wann ein Ausbau erfolgt.

Variante 4 wäre laut Verwaltung die Minimalvariante, mit der zumindest die Kabeltrassen und Verteiler für den Anschluss von Gemeindehalle und Rathaus gebaut würden. Bislang gab es dort allerdings noch keinen Bedarf an Glasfaser. Komme in den kommenden Jahren der Punkt, dass Glasfaser benötigt wird, könne ein Betreiber gesucht, Glasfaser verlegt und Technik im Verteiler eingebaut werden und ein Anschluss erfolgen.