Brenners in Baden-Baden öffnet nach Lockdown

Baden-Baden (nad) – Die Freude ist groß: Nach sieben Monaten Lockdown darf Brenners Park-Hotel & Spa wieder seine Türen öffnen.

Nach langer Pause ist das Traditionshaus an der Lichtentaler Allee bald wieder mit Leben erfüllt.  Foto: Natalie Dresler

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Nach langer Pause ist das Traditionshaus an der Lichtentaler Allee bald wieder mit Leben erfüllt. Foto: Natalie Dresler

Seit Freitag kann man kulinarische Köstlichkeiten in den Restaurants des Hotels wieder genießen und ab 3. Juni – sofern es der Inzidenz-Wert zulässt – sind auch wieder Übernachtungen möglich.

Wie ist es den Mitarbeitern des Hotels in den vergangenen Monaten ergangen? Wie laufen die Öffnungsvorbereitungen? Ein Blick hinter die Kulissen.

Die 100 Zimmer des Luxushotels stehen seit rund 200 Tagen leer. Die 312 Mitarbeiter, davon circa 50 Auszubildende, erleben seit vielen Monaten keinen normalen Hotelalltag mehr. Und für die meisten von ihnen ist es bereits die zweite Schließphase, denn im März 2020 gab es den ersten Lockdown. Doch endlich gibt es grünes Licht: Henning Matthiesen, der geschäftsführende Hoteldirektor, konnte beim digitalen Abteilungsleiter-Meeting seinen Mitarbeitern verkünden, dass die Restaurants wieder öffnen dürfen. „Es war enorm viel Freude da. Das sah man richtig in den Augen“, erzählt der gebürtige Wedeler (bei Hamburg gelegen).

Erst Restaurants, dann Hotel

Auch Matthiesen vermisst als Vollblut-Hotelier seine Mitarbeiter und Gäste. Er ist seit Januar 2020 geschäftsführender Direktor des Traditionshauses an der Lichtentaler Allee und musste bereits nach zwei Monaten in seiner Position die Türen zum ersten Mal schließen. Er selbst war auch während der Lockdown-Phasen stets vor Ort – wie „der Kapitän auf einem Schiff, auch wenn es im Hafen liegt“. Jetzt freue er sich sehr darauf, mit seinem Brenners-„Schiff“ langsam wieder „ablegen zu dürfen“.

Hoteldirektor Henning Matthiesen blickt voller Freude und Zuversicht der Öffnung entgegen.  Foto: Natalie Dresler

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Hoteldirektor Henning Matthiesen blickt voller Freude und Zuversicht der Öffnung entgegen. Foto: Natalie Dresler

Die Entscheidung, zunächst nur die Restaurants zu öffnen und den Hotelbetrieb dann erst ab dem 3. Juni aufzunehmen, sei mit zwei Aspekten zu begründen: Da ist zum einen die kurze Vorlaufzeit der offiziellen Freigabe zur Öffnung. „Ein Hotel wie das Brenners kann man nicht auf Knopfdruck öffnen“, verdeutlicht der Hoteldirektor. Zum anderen möchte man den Gästen alle Bereiche vollumfänglich anbieten können, so auch den Spa- und Wellnessbereich. Dies sei eben erst ab dem 3. Juni erlaubt – zwar auch dann immer noch mit Einschränkungen wie einer begrenzten Anzahl an Gästen im Pool – aber dennoch sei es ein essenzieller und beliebter Bereich des Hotels, den man den Gästen nicht vorenthalten möchte. „Unseren Gästen das Schwimmen oder eine Massage zu verbieten, passt nicht zu uns. Alles, was wir tun, hat Klasse. Deshalb öffnen wir wenn dann richtig“, erklärt der Brenners-Chef.

Poolanlage erneuert

Die Monate ohne Gäste wurden laut Matthiesen dazu genutzt, Arbeiten zu erledigen, die den normalen Hotelbetrieb beeinträchtigt hätten wie zum Beispiel die Erneuerung der Poolanlage oder das Verlegen neuer Holzböden in der Villa Stephanie. Auch eine neu gestaltete Sommer-Lounge auf der Minerva-Terrasse wird die Gäste bei Öffnung erwarten.

Außerdem lag ein großer Fokus darauf, den vielen Auszubildenden ein Programm zu bieten und ihnen trotz pandemiebedingter Einschränkungen das Hotelfach näher zu bringen. So gab es einige außergewöhnliche Schulungen: Statt dem Tranchiermeister über die Schulter zu schauen, wurde der Vorgang gefilmt und auf einer großen Leinwand übertragen, sodass die Auszubildenden an ihren Tischen trotz Sicherheitsabstand live und nah dabei sein konnten. Auch eine Weinberg-AG wurde gegründet, deren Inhalt es ist, Weingüter und Winzer der Region zu besuchen und das Winzerjahr vom Rebschnitt bis zur Herstellung des Weins mitzuverfolgen.

Kreative Zusatzkurse für Azubis

Kreative Zusatzkurse, die der reguläre Ausbildungsplan nicht vorsieht, rundeten das Angebot ab, so konnten die Auszubildenden zum Beispiel einen Arbeitstag als Hoteldirektor erleben oder tiefere Kenntnisse über Revenue Management erlangen. Für Matthiesen steht fest: Eine Ausbildung während der Pandemie ist auch eine Bereicherung. „Man muss immer das Positive aus der Situation ziehen. Das Meistern solch herausfordernder Zeiten machen einen stärker für die Zukunft.“ Auch diesen August werden wieder viele Lehrlinge ihre Ausbildung im noblen Fünfsternehaus beginnen.

Jetzt, so kurz vor der Öffnung, seien alle Mitarbeiter hoch motiviert, endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen und in ihren Arbeitsalltag zurückzukehren. Voller Euphorie wird auf Hochtouren vorbereitet, geputzt, poliert und geplant. Seit mehreren Wochen schon werden die wenigen Mitarbeiter, die nicht in Kurzarbeit sind, zweimal pro Woche getestet. Da jetzt wieder viele Angestellte zurückkommen, ist eine Erhöhung der Kapazitäten auf bis zu vier Corona-Tests pro Woche im Gespräch. Auch für die Hotelgäste sind bereits gewisse Test-Zeiträume in Planung.

Der Hoteldirektor ist sehr dankbar, Teil des großen Unternehmens Oetker zu sein, das dem Hotel und den Mitarbeitern während den langen Schließzeiten den Rücken gestärkt hat und bei dem man in dieser außergewöhnlichen Situation sehr gut aufgehoben sei. Dass der Betrieb von Inzidenzzahlen und Einreisebestimmungen abhängig ist, sei aus Unternehmersicht „keine beruhigende Situation“. Doch Matthiesen bleibt zuversichtlich. Er wünscht sich, dass jeder so gut wie möglich durch diese Zeiten kommt und dass das Geschäft für alle Hoteliers schnell wieder anziehen wird.

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Erstellt:
25. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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