Brennstoffzellen-Lkw auch im Murgtal

Murgtal/Stuttgart (BT/tom) – Auf der B462 wird künftig ein weiterer Brennstoffzellen-Lkw in der Dauererprobung sein – dieses Mal von Daimler.

Die Fotomontage zeigt einen Brennstoffzellen-Lkw (links) bei der bislang fiktiven Fahrt auf der B462 neben einem eActros. Foto: Daimler Trucks and Buses

© Daimler AG

Die Fotomontage zeigt einen Brennstoffzellen-Lkw (links) bei der bislang fiktiven Fahrt auf der B462 neben einem eActros. Foto: Daimler Trucks and Buses

Wie berichtet, will bereits die Iveco Magirus AG mit einem Wasserstoff-/Brennstoffzellen-Lkw vom Typ Nikola TRE auf der Teststrecke für Oberleitungs-Lkw (eWayBW) einen Prototyp für den Technologievergleich zur Verfügung stellen.

Daimler Truck spricht nun in seiner Mitteilung vom 25. Oktober von einem „Meilenstein“: Im Oktober habe der weiterentwickelte Prototyp des wasserstoffbasierten Brennstoffzellen-Lkw Mercedes-Benz GenH2 Truck die Straßenzulassung von den zuständigen deutschen Behörden bekommen.

Seit April werde der 2020 vorgestellte GenH2-Truck auf abgesperrten Teststrecken erprobt. Dort habe der wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Lkw bereits mehrere Tausend Test-Kilometer erfolgreich absolviert. In der Serienvariante ist er für Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometer und mehr ohne Tank-Zwischenstopp konzipiert.

Doppelstrategie von Daimler

Nun wird seine Erprobung auf öffentliche Straßen ausgeweitet – unter anderem auf die B462. Dort wird bereits im Rahmen des Projekts eWayBW der Einsatz von Oberleitungs-Lkw getestet – allerdings ohne Daimler.

Das Unternehmen mit dem Stern hat in diesem Streckenbereich aber seit Januar einen rein batterieelektrischen Mercedes-Benz eActros im Einsatz. Dieser legt für die Firma Logistik Schmitt täglich zwischen 250 und 300 Kilometer zurück. Bereits seit Juli 2019 verkehrte der Batterie-Lkw vom Schmitt-Lager in Ötigheim zum rund sieben Kilometer entfernten Werkteil Rastatt des Mercedes-Benz-Werks Gaggenau.

Der Brennstoffzellen-Lkw werde allerdings nicht bei Logistik Schmitt, sondern im Rahmen des normalen Daimler-Versuchswesens unterwegs sein. Dies erläuterte ein Daimler-Sprecher auf BT-Nachfrage.

Ab 2027 will der Lkw-Hersteller die ersten Serienfahrzeuge von wasserstoffbasierten Brennstoffzellen-Lkw an Kunden übergeben. Bis zum Jahr 2039 sollen in Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge angeboten werden, die im Fahrbetrieb CO2-neutral sind. Hierfür verfolgt Daimler mit dem Einsatz batterieelektrischer Antriebe oder auf Basis von Wasserstoff eine Doppelstrategie („dual track strategy“): Je leichter die Ladung und je kürzer die Distanz, desto eher werde die Batterie zum Einsatz kommen. Je schwerer die Ladung und je länger die Distanz, desto eher werde die Brennstoffzelle das Mittel der Wahl sein.

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Erstellt:
25. Oktober 2021, 16:06 Uhr
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