Brücke am Gertelbachsteig wird erneuert

Bühlertal/Bühl (sre) – Eine markante Brücke am Gertelbachsteig soll erneuert werden. Dabei wird die historische Gestaltung an moderne Erfordernisse angepasst.

Idyllische Naturkulisse: Diese malerische Ansicht soll sich Besuchern auch künftig bieten. Foto: Gemeinde Bühlertal

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Idyllische Naturkulisse: Diese malerische Ansicht soll sich Besuchern auch künftig bieten. Foto: Gemeinde Bühlertal

Es ist „eine der begehrtesten Wanderstrecken in unserer Region“, brachte es Bürgermeister Hans-Peter Braun am Dienstag im Bühlertäler Gemeinderat auf den Punkt: Die Rede war vom Gertelbachsteig, der seit weit mehr als 100 Jahren Besucher anzieht. Damit das auch in Zukunft so bleibt, soll nun die markante Brücke am „Großen Wasserfall“ erneuert werden.

Der Gertelbachsteig bietet auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern entlang des Wiedenbachs und des Gertelbachs 15 Fallstufen und überwindet einen Höhenunterschied von ungefähr 330 Metern. Er gilt als einer der touristischen Höhepunkte des Nordschwarzwalds, wobei die zwölf größeren Brücken, allen voran die Brücke am „Großen Wasserfall“, besondere Attraktionen darstellen.

Erhebliche Probleme mit der Statik

Um Letztere ging es nun im Gemeinderat. Denn: Nach einer statischen Prüfung ist klar, dass die Brücke ersetzt werden muss, um die Verkehrssicherheit weiterhin zu gewährleisten. Bei der mehr als 50 Jahre alten Stahlkonstruktion gebe es erhebliche Probleme, berichtete der stellvertretende Bauamtsleiter Thomas Heitzmann. Durch die Nähe zum Wasserfall sei Rost entstanden, es reiche also nicht, nur den Belag aus Rundhölzern auf der Brücke auszutauschen.

Optisch solle sich aber möglichst nichts ändern, machte Heitzmann klar: Bereits seit 1890 sei das Gebiet erschlossen, „die historische Ansicht wollen wir beibehalten“. Dennoch soll es eine unauffällige, moderne Ergänzung geben. Da auf der Brücke ständig Wanderer stehen blieben, um sich fotografieren zu lassen, werde man eine balkonartige Ausbuchtung vorsehen: So könnten andere Ausflügler vorbeigehen und es komme nicht mehr zum „Stau“ auf der Brücke.

Bereits seit 1890 ist das Gebiet touristisch erschlossen. Die historischen Brücken finden sich folglich auch auf alten Ansichtskarten wieder. Foto: Gemeinde Bühlertal

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Bereits seit 1890 ist das Gebiet touristisch erschlossen. Die historischen Brücken finden sich folglich auch auf alten Ansichtskarten wieder. Foto: Gemeinde Bühlertal

Acht Zimmerer-Betriebe hat die Gemeinde angeschrieben und um ein Angebot gebeten – doch nur ein Betrieb war bereit, die Arbeiten zu übernehmen: Die Firma Holz- und Treppenbau oHG Kohler aus Ottersweier will das Bauwerk für knapp 40.000 Euro austauschen. Rechnet man noch die Kosten für die statische Voruntersuchung und Planung dazu, entstehen Gesamtkosten in Höhe von 48.000 Euro für die Brücken-Erneuerung. Die Hälfte davon übernimmt die Stadt Bühl, auf deren Gemarkung die Brücke liegt.

Die 24.000 Euro, die Bühlertal schultern muss, liegen aber immer noch 4.000 Euro über den im Haushalt eingeplanten Mitteln. Bürgermeister Braun zeigte Verständnis für die höheren Baukosten: Es handle sich um „richtige Knochenarbeit“, machte er klar: Schließlich könne man zur Baustelle nicht hinfahren. Es gebe lange Transportwege, das Material müsse hochgetragen werden. Man werde aber versuchen, die auf Bühlertal entfallenden 4.000 Euro Mehrkosten durch Eigenleistungen zu reduzieren, betonte Heitzmann. Die „Gertelbach-Dämonen“ hätten ihre Mithilfe angeboten.

Viel Lob für das Engagement des Vereins kam fraktionsübergreifend aus den Reihen des Gemeinderats. Auch die Pläne an sich wurden begrüßt und einstimmig angenommen. Die Arbeiten sollen im September dieses Jahres durchgeführt werden. In dieser Zeit wird der Baubereich voll gesperrt. Der „Große Wasserfall“ kann von den unteren beiden Brücken betrachtet werden und es wird eine Umleitung für die Wanderer über den Wasserstichweg ausgewiesen.

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Erstellt:
25. März 2021, 14:00 Uhr
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