Brücken-Neubau: Gertelbachsteig bei Bühlertal gesperrt

Bühlertal (sre) – An einer der begehrtesten Wanderstrecken in unserer Region wird zurzeit geschafft: Am Gertelbachsteig wird die historische Brücke erneuert. Für Wanderer gibt es Umleitungen.

Die Baustelle am Wasserfall ist über viele Treppenstufen zu erreichen. Foto: Bernhard Margull

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Die Baustelle am Wasserfall ist über viele Treppenstufen zu erreichen. Foto: Bernhard Margull

Es sind spektakuläre Bauarbeiten, die derzeit am Gertelbachsteig oberhalb von Bühlertal stattfinden. Dort wird die historische Brücke erneuert. Der beliebte Wanderweg ist derweil voll gesperrt – es gibt eine Umleitung. Mit einem Seilkran wurden jetzt Teile des alten Bauwerks abtransportiert.

Die markante Brücke befindet sich in einer außergewöhnlichen und schwer zugänglichen Lage – und sie ist besonderen Belastungen durch Wind, Wetter und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Der „Große Wasserfall“, den sie überspannt, ist Teil „einer der begehrtesten Wanderstrecken in unserer Region“, wie Bühlertals Bürgermeister Hans-Peter Braun es im Frühjahr im Gemeinderat formulierte.

Seit weit mehr als 100 Jahren zieht der Gertelbachsteig bereits Besucher an. Er bietet auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern entlang des Wiedenbachs und des Gertelbachs 15 Fallstufen und überwindet einen Höhenunterschied von ungefähr 330 Metern. Er gilt als einer der touristischen Höhepunkte des Nordschwarzwalds, wobei die zwölf größeren Brücken, allen voran die Brücke am „Großen Wasserfall“, besondere Attraktionen darstellen.

Wind, Wetter und Luftfeuchtigkeit haben der alten Brückenkonstruktion viele Jahre zugesetzt. Foto: Bernhard Margull

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Wind, Wetter und Luftfeuchtigkeit haben der alten Brückenkonstruktion viele Jahre zugesetzt. Foto: Bernhard Margull

Letztere wird nun ersetzt, nachdem eine statische Prüfung gezeigt hatte, dass nur so die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleistet werden kann. Bei der mehr als 50 Jahre alten Stahlkonstruktion gab es erhebliche Probleme: Durch die Nähe zum Wasserfall war Rost entstanden, es reichte also nicht, nur den Belag aus Rundhölzern auf der Brücke auszutauschen. Dennoch soll sich optisch aber möglichst nichts ändern: Die historische Ansicht des bereits seit 1890 erschlossenen Gebiets will man beibehalten. Nur eine unauffällige, moderne Ergänzung wird es geben. Da auf der Brücke ständig Wanderer stehen bleiben, um sich fotografieren zu lassen, wird der Neubau eine balkonartige Ausbuchtung aufweisen: So können andere Ausflügler vorbeigehen und es kommt nicht mehr zum „Stau“ auf der Brücke.

Kosten teilen sich Bühl und Bühlertal

Der Brückenaustausch inklusive Voruntersuchungen und Planung kostet rund 48.000 Euro. Die Hälfte davon übernimmt die Stadt Bühl, auf deren Gemarkung die Brücke liegt, die andere Hälfte schultert die Gemeinde Bühlertal. Um die hohen Kosten für die Talgemeinde zu senken, hatten schon früh auch die „Gertelbach-Dämonen“ ihre Mithilfe angeboten. Damals war noch nicht klar gewesen, dass in dem schwer zugänglichen Gelände ein Kran eingesetzt werden kann, und man war davon ausgegangen, dass viel Material zu Fuß an den Einsatzort gebracht werden muss.

Nun ist die Situation anders, zudem habe es sich als versicherungstechnisch schwierig herausgestellt, ehrenamtliche Hilfe beim Tragen anzunehmen, erläuterte Thomas Heitzmann, stellvertretender Leiter des Bauamts, gegenüber dem BT. Voraussichtlich würden die Gertelbach-Dämonen sich aber beim Abbau und Abtransport von Materialien einbringen.

Der Baubereich ist für die Dauer der Arbeiten voll gesperrt. Der „Große Wasserfall“ kann derzeit also nur von den unteren beiden Brücken aus betrachtet werden. Die Umleitung erfolgt ab der Gertelbachhütte über den Wasserstichweg bis zum Schilderstandort „Obere Gertelbachfälle“ und umgekehrt. Die Arbeiten könnten sich wohl noch bis Ende Oktober hinziehen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
8. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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