Brunnen in oberer Kaiserstraße: Baden verboten

Rastatt (fuv) – Die Fontänen und der Brunnen in der oberen Kaiserstraße haben sich zu einem beliebten Plansch-Areal entwickelt. Am Brunnen kommt es allerdings immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Zu nah am Verkehr: Während der Wasserspaß an den Fontänen in der oberen Kaiserstraße gewollt ist, wird das Spielen, Baden und Klettern am Brunnenbecken untersagt.  Foto: Frank Vetter

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Zu nah am Verkehr: Während der Wasserspaß an den Fontänen in der oberen Kaiserstraße gewollt ist, wird das Spielen, Baden und Klettern am Brunnenbecken untersagt. Foto: Frank Vetter

Des einen Freud, des anderen Leid: So kann die Situation rund um die Wasserspiele in der oberen Kaiserstraße beschrieben werden. Die Fontänen und der Brunnen haben sich zu einem beliebten Plansch-Areal entwickelt. Anwohner und Geschäftsleute fühlen sich vom Lärm, den die Kids erzeugen, gestört, und sie befürchten Unfälle.
Um es vorwegzunehmen: Mit vor Vergnügen aufschreienden Kids angesichts des immer zur vollen Stunde einsetzenden Fontänen-Balletts müssen sich die Anwohner wohl abfinden. Dies hat Rastatts OB Hans Jürgen Pütsch im BT-Gespräch unmissverständlich klargestellt. Der Platz sei ja bewusst so gestaltet worden, dass er ein Treffpunkt ist, so der OB weiter. Und dass die Springbrunnenfontänen für Kinder ein willkommener Wasserspaß sind – auch das sei ja gewollt, unterstreicht Pütsch. Dass dann ein Vesper mitgebracht werde, sei auch ok. Die Kinder, die sich auf dem Platz wohlfühlen seien die Zukunft der Stadt. Natürlich habe er auch Verständnis für die Anwohner, aber dass Kinder beim Spielen laut sind, das müsse möglich sein, ist der OB überzeugt. In diesem Zusammenhang verweist er auf eine bereits vor einigen Jahren erfolgte Änderung der Lärmbestimmungen bei Spielplätzen; da seien die Grenzwerte erhöht worden.

Familienspaß und Anwohnerärger

Die junge Mutter Fazilt findet das Fontänenfeld eine tolle Bereicherung für die Stadt. Das Licht abends sei richtig romantisch. Zum Thema Lärm stellt sie fest, dass der Platz ja nun auch zwischen zwei Straßen liege. Auf den Kfz-Verkehr verweist auch eine andere Mutter. Und: Kinder seien eben laut, wenn sie spielen. In ihrer Straße sei das auch so.

Eine Anwohnerin und wohl auch mehrere Geschäftsleute rund um den Platz sehen dies anders. Wie eine Anwohnerin beklagte, dauere der Lärm bis in die Abendstunden an und sei eine Zumutung. „Es ist ja traurig, aber ich hoffe auf schlechtes Wetter.“ Auch was die Corona-Ansteckungsgefahr betrifft, sieht die Anwohnerin das Treiben als potenzielle Gefahr. Dazu sagt Pütsch, dass er auf die Vernunft der Leute setze. Ein kleiner Trost für die Anwohner kann in Sachen Lärm die Tatsache sein, dass die sonntäglichen Fontänenspiele ab sofort um die Mittagszeit eingeschränkt und abends auf 19 Uhr begrenzt sind.

Stadt bringt Hinweisschilder an

Ganz andere Sorgen macht sich Bernd Fuchs. Als Wirt des Bistros „Living“ ist er ganz nah dran am Wasser und sieht die Verkehrssituation kritisch. Zum einen das Brunnenbecken parallel und ganz nah zur viel befahrenen Kapellenstraße. Dort sei zwar ein Mini-Geländer montiert worden, das verhindere jedoch nicht, dass die Kinder den Brunnen als Planschbecken nutzen und auf ihm gefährlich nah am Verkehr herumtollen. Auch zwischen den Sitzgelegenheiten links und rechts des Fontänenfelds sei der Abstand zur Straße sehr gering und ohne Abgrenzung. Er befürchte, dass eines Tages ein Kind beim Tollen vor ein Auto laufe. Überhaupt kein Verständnis hat Fuchs für Müllhinterlassenschaften auf dem Platz.

Dem Gefahrenthema an der Kapellenstraße will die Stadtverwaltung ab nächster Woche begegnen. „Der Brunnen war nie als Spielplatz gedacht“, unterstreicht die Pressestelle. Seit Freitag sind Absperrbaken in Stellung gebracht. Ein Hinweisschild soll das Spielen, Baden und Klettern in und auf dem Brunnen untersagen.

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Erstellt:
21. August 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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