Bühl: Auf die Sparkasse folgt der Stadtgarten

Bühl (sre) – Bühls Oberbürgermeister Hubert Schnurr verfolgt die innerstädtische Aufwertung mittelfristig weiter. Nach der Fertigstellung der neuen Sparkassen-Zentrale rückt das Umfeld in den Fokus.

Gegenüber der Sparkassen-Zentrale befindet sich der Stadtgarten. Er soll in den nächsten Jahren umgestaltet werden.  Foto: Sarah Reith

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Gegenüber der Sparkassen-Zentrale befindet sich der Stadtgarten. Er soll in den nächsten Jahren umgestaltet werden. Foto: Sarah Reith

In den letzten Zügen befindet sich die Umgestaltung der Sparkassen-Zentrale in der Eisenbahnstraße: Am 19. April ist die offizielle Eröffnung geplant. Das Großprojekt ist aber nicht nur durch das stadtbildprägende Gebäude von enormer Bedeutung für Bühl: Mindestens ebenso wichtig ist das Umfeld, durch das neue Wegeverbindungen entstehen und die Innenstadt eine weitere Aufwertung erfahren soll.

Öffnung zum Europaplatz eine Bereicherung

„Die Außengestaltung ist auf unseren Campus abgestimmt“, erläutert Oberbürgermeister Hubert Schnurr im BT-Gespräch. „Insbesondere die Öffnung zum Europaplatz hin ist eine Bereicherung, weil die Unebenheiten weg sind.“ Bis zur Umgestaltung waren Sparkasse und Bürgerhaus Neuer Markt durch eine Treppenanlage getrennt, durch einen aufgeschütteten Wall wirkte es, als befänden sich die Gebäude auf unterschiedlichen Höhen. Davon ist nun nichts mehr übrig: Ebenerdig ist vom Bank-Gebäude aus der Europaplatz zu erreichen, die Achse in diese Richtung wird optisch durch geschwungene Randsteine an beide Seiten betont.

Das Sparkassengelände öffnet sich nun zum Bürgerhaus Neuer Markt hin, es entsteht mehr Freifläche.Foto: Sarah Reith

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Das Sparkassengelände öffnet sich nun zum Bürgerhaus Neuer Markt hin, es entsteht mehr Freifläche.Foto: Sarah Reith

Die Durchlässigkeit und Einbindung in die Stadt ist Teil des architektonischen Entwurfs für die umgestaltete Sparkasse. Dazu gehört auch, dass das Gebäude selbst als Verbindung zwischen Stadtgarten und Bürgerhaus dienen soll: Durch die Schalterhalle, die auch außerhalb der Bank-Öffnungszeiten zugänglich sein wird, gelangt man künftig von einer Seite auf die andere. Auch, wer nicht durchs Gebäude gehen möchte, profitiert vom aufgewerteten Umfeld: Die etwas erhöht gelegene Baumallee, die parallel zur Sparkasse (beim Modehaus Pfeiffer) verläuft, ist künftig barrierefrei zugänglich. Man erhoffe sich eine „höhere Aufenthaltsqualität“, so Schnurr. Insgesamt sei beim Sparkassen-Umfeld „sehr viel Wert auf Begrünung und Bepflanzung“ gelegt worden, lobt er. Das gelte auch für den Sparkassenplatz zur Eisenbahnstraße hin. Die Gestaltung und Bepflanzung dort habe Anleihen am Kirch- und Marktplatz genommen, was das Projekt zusätzlich in die innerstädtische Gesamtgestaltung einbinde.

Auf der anderen Straßenseite ist von diesem Gestaltungskonzept dagegen noch nichts zu sehen: Dort befindet sich der Eingang zum Stadtgarten, der mit der großen Hackschnitzelfläche und der dahinter liegenden, seit 2014 stillgelegten Brunnen-Anlage alles andere als ansprechend wirkt. Doch geht es nach dem OB, wird das nicht so bleiben. Wie berichtet, befindet sich der Stadtgarten ebenso wie die Sparkasse im Sanierungsgebiet „Südlicher Stadteingang“. Für eine Sanierung des Gartens und des maroden Großherzog-Friedrich-Brunnens habe man deshalb „noch genau sieben Jahre Zeit“, erläutert Schnurr: So lange kann man dafür im Rahmen des Sanierungsgebiets Fördermittel abrufen, danach wäre diese Chance verstrichen und die Stadt müsste die Gesamtkosten allein schultern.

Mit Millionenbetrag ist zu rechnen

Im Anschluss an die Sanierung des Windeck-Gymnasiums, den Neubau des Kindergartens Moos und der Mensa könne man dieses Projekt angehen, meint Schnurr. „Wenn wir noch andere Fördermittel auftun, könnte es auch früher sein.“ Man habe da „etwas entdeckt“, spielt er auf zusätzliche Fördermöglichkeiten an. Noch sei dies aber nicht spruchreif.

Fest steht: Das Projekt wird nicht billig: Allein die Brunnen-Sanierung sei bereits vor einigen Jahren mit 500.000 Euro veranschlagt worden, erinnert Schnurr. Nehme man die Wege im Park dazu, „sind wir sicher bei einem Millionenbetrag“. Hauptproblem beim Großherzog-Friedrich-Brunnen ist die Statik. Da sei „alles aus den Fugen geraten“, so der OB. Insbesondere die Wiederherstellung der Kaskaden wäre ein hoher technischer Aufwand. Das Becken vor dem Brunnen selbst sei im Gegensatz zur restlichen Anlage nicht denkmalgeschützt. Hier schwebt Schnurr vor, statt eines Wasserbassins Bodendüsen zu installieren: Diese seien attraktiv für Kinder zum Spielen – und könnten ausgeschaltet werden, wenn man die Fläche für eine kulturelle Veranstaltung nutzen wollte.

Einheitliche Gestaltung seit 20 Jahren im Blick

Eine einheitliche Gestaltung der Bühler Innenstadt hat Oberbürgermeister Hubert Schnurr „schon länger im Kopf“, wie er im BT-Gespräch berichtet. Bereits vor 20 Jahren habe man festgestellt, dass im Zentrum viele unterschiedliche Materialien verbaut seien und man eine gewisse Einheitlichkeit bräuchte. Dieses Ziel habe man dann bei der Neugestaltung der Hauptstraße, des Kirch- und Marktplatzes und zuletzt bei Gartenstraße und Sparkassenumfeld verfolgt. Dafür das richtige Material zu finden, sei nicht einfach gewesen, beim Kirch- und Marktplatz aber schließlich gelungen. „Das war ein Prozess über Jahre“, sagt der OB. Bei der innerstädtischen Umgestaltung lege man Wert auf Begrünung sowie auf Ruhebereiche, wie sie an der Bühlot geschaffen wurden.

Zum aktuellen Stand der Sparkassen-Sanierung: Bühler Sparkassen-Zentrale fast fertig

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Erstellt:
24. März 2021, 06:00 Uhr
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