Bühl: Diskussion um Hochwasserschutz

Bühl (sre) – Ein besserer Hochwasserschutz im Raum Bühl würde Millionen kosten, doch das kann sich die Stadt nicht leisten. Eine Studie möglicher Maßnahmen wurde nun im Bühler Gemeinderat vorgestellt.

Das Hochwasser im Jahr 2013 – hier ein Bild aus Altschweier – ist den Bühler Stadträten in lebhafter Erinnerung geblieben. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Das Hochwasser im Jahr 2013 – hier ein Bild aus Altschweier – ist den Bühler Stadträten in lebhafter Erinnerung geblieben. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Wie kann man die Gefahr von Hochwasserschäden reduzieren? Das war am Mittwoch Thema im Bühler Gemeinderat: In der Sitzung wurde eine Studie vorgestellt, welche baulichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz beitragen könnten und was diese kosten würden. Das Fazit: Vieles ist möglich, doch für die Umsetzung fehlt das Geld.

Dabei ging es unter anderem um den Sulzbach und den Laufbach sowie die Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Abtsmoor und Hägenich. Stefan Krämer vom Büro Zink Ingenieure stellte den Stadträten gleich drei unterschiedliche Varianten vor, mit welchen Maßnahmen man auch bei schlimmeren Hochwasser-Ereignissen besser mit den Wassermassen umgehen könnte. Das Spektrum reichte von weniger aufwendigen Anpassungen bis hin zu sehr umfassenden Eingriffen in die Gewässerstruktur. Mehr als zwölf Millionen Euro würde die umfassendste der drei Varianten in der Umsetzung kosten. Das sei aber nicht zu empfehlen, sagte Krämer.

Denn: Laut Krämer wären auch bei 50- oder 100-jährlichen Hochwassern vor allem landwirtschaftliche Flächen durch Überflutungen betroffen. Zwar könnten auch Häuser beschädigt werden, etwa in den Randbereichen von Vimbuch und Leiberstung. Auch die Aussiedlerhöfe könnten in Gefahr sein. Aber alles in allem sei „zu wenig bebaute Fläche betroffen“, um so kostspielige Maßnahmen zu rechtfertigen. Die zu erwartenden Schäden bei einem Hochwasser seien weniger hoch als die Investitionskosten für den Hochwasserschutz. Vor diesem Hintergrund sei für die Maßnahmen auch keine Förderung vom Land zu erwarten.

Mit Sandsäcken gegen die Wassermassen: Diese Aufnahme ist 2013 im Bereich von Oberbruch entstanden. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Mit Sandsäcken gegen die Wassermassen: Diese Aufnahme ist 2013 im Bereich von Oberbruch entstanden. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Diese Informationen sorgten für wenig Begeisterung im Gemeinderat. Dass die Situation verbessert werden könne, sei eine gute Nachricht, meinte etwa Karl Ehinger (Freie Wähler). Die schlechte Nachricht sei, dass es keine Förderung gebe. Auch Walter Seifermann (GAL) bezeichnete es als „enttäuschend, dass wir nicht viel verwirklichen können“. Schließlich wolle man gern eine Verbesserung im Hochwasserschutz.

Georg Feuerer (CDU) wollte wissen, ob auch einzelne Maßnahmen aus den verschiedenen Planvarianten, die einen besonders großen Effekt hätten, realisiert werden könnten. Dafür sprach sich auch Lutz Jäckel (FDP) aus. Das sei durchaus möglich, beispielsweise um Balzhofen besser zu schützen, hieß es. Der Ortsteil war bei dem Hochwasser im Jahr 2013 stark betroffen. Dieses Ereignis ist vielen Stadträten in lebhafter Erinnerung geblieben, es wurde in der Sitzung gleich mehrfach angesprochen.

Experte empfiehlt Objektschutz

Objektschutzmaßnahmen empfahl der Experte vom beauftragten Ingenieurbüro nicht nur in Balzhofen, sondern auch in Vimbuch, Oberbruch, Leiberstung und den Aussiedlerhöfen. Zudem legte er nahe, den Betrieb des Hochwasserrückhaltebeckens Hägenich zu optimieren – allein dadurch lasse sich die Situation schon verbessern.

Es sei gut, dass nun wenigstens eine Planung vorliege, betonte Oberbürgermeister Hubert Schnurr. Wenn sich in der Zukunft etwa über neue Fördertöpfe die Möglichkeit von Zuschüssen ergeben würde, „können wir schnell handeln“. Zudem sei die Studie eine „gute Grundlage“, um Einzelmaßnahmen herauszugreifen, die die Kommune trotz der schwierigen Finanzlage auch ohne Zuschüsse realisieren kann.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
15. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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