Bühl: Ein Bad für Hunde

Bühl (urs) – Spaß für Herrchen, Frauchen und den Vierbeinern bot in Bühl die Gelegenheit zum Hundeschwimmen.

Baden ist schön: Im Wasserbecken haben die Hunde eine Menge Vergnügen. Foto: Klöpfer

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Baden ist schön: Im Wasserbecken haben die Hunde eine Menge Vergnügen. Foto: Klöpfer

Sie heißen Nemo, Charlie, Balito, Milebo oder Ophelia und kommen aus Rumänien, der Slowakei, Ungarn, Italien oder Deutschland. Die Rede ist von „des Menschen bestem Freund“, dem Hund. Am vergangenen Wochenende übernahmen die Vierbeiner beim Hundeschwimmen im Schwarzwaldbad das Kommando.
Bei hochsommerlichen Temperaturen und azurblauem Wasser nutzten von Freitag bis Sonntag wieder einmal sehr viele Hundebesitzer aus Nah und Fern nicht nur die Möglichkeit des Schwimmens, sondern vor allem den sozialen Aspekt des Events. Dieses fand bereits zum fünften Mal in der Geschichte des Bühler Schwarzwaldbades statt und bildete den Abschluss der Freibadsaison.

So hatte eine Gruppe Hundefreunde, die rund 20 Kilometer von Straßburg entfernt im Elsass lebt, die weite Anfahrt in Kauf genommen. „Die Reise war lang, aber für unsere Hunde nehmen wir das gerne auf uns“, strahlten Delphine Gassner und ihr Mann. „In Frankreich gibt es solche Events leider nicht“, berichtete die kleine Gruppe. Eine Freundin aus Roeschwoog hatte vom Bühler Hundeschwimmen erzählt.

So bereitete das Spielen ohne Leine auf der großen Wiese der Anlage nicht nur den Hunden Freude. Einige Besucher nahmen den Tag zum Anlass, um Zeit mit Freunden und deren Hunden zu verbringen – ein Wiedersehen der ganz besonderen Art, auch mal in Form eines kleinen Picknicks auf der großen Liegewiese oder bei einer Tasse Kaffee im Bistro des Schwarzwaldbades. Andere dagegen wollten ihre Vierbeiner mit dem Wasser vertraut machen, denn die verschiedenen Becken des Freibads ermöglichen mit ihren unterschiedlichen Tiefen eine allmähliche Eingewöhnung, wie es in einem See nicht möglich wäre. Sogar das Sprungbecken mit dem Ein-Meter-Brett stand zur Verfügung.

Besucher mit längerer Anreise

Ebenfalls über die Grenzen des Landes hinweg, aus Oberrœdern, war das Ehepaar Rheinschmidt ganze 50 Kilometer weit angereist. „In Karlsruhe ist das Hundeschwimmen in diesem Jahr coronabedingt abgesagt worden“, erzählten die beiden. „Im letzten Jahr waren 1500 Hunde plus Besitzer dort. Das war schon extrem viel.“ Also entschied sich das Paar spontan zur Fahrt nach Bühl: „Hier ist die Atmosphäre wunderbar und die Menschen sehr nett. Wir haben mit unseren Hunden viel Spaß hier.“

Auch die anderen Besucher waren voll des Lobes über die Gegebenheiten vor Ort und das Miteinander. Jasmin Gerber und Jasmin Reichel waren gleich mit fünf Hunden da. „Wir kommen jedes Jahr hierher“, erzählten sie. Auch Michael und Michaela aus Ottersweier mit ihren Hunden Balito und Sammy wussten nur Positives zu berichten: „Wirklich toll, dass die Stadt Bühl das Hundeschwimmen anbietet. Die Hunde sind alle sehr friedlich. Sobald man sie von der Leine lässt, tragen sie Konflikte untereinander aus und spielen friedlich miteinander.“ Ulrike und Nicole aus Appenweier fügten noch hinzu: „Wunderbar, wie die Hunde herumtoben können.“

Trotz aller Ungezwungenheit wurden auch die Grundregeln der Bühler Sportstätten GmbH nicht außer acht gelassen. So durften nur sehr gut sozialisierte Hunde ohne Leine auf dem Freibadgelände herumlaufen. Aus hygienischen Gründen war das kühle Nass zwar den Hunden, nicht aber den Herrchen und Frauchen vorbehalten. Ebenfalls ein Muss: die Erfassung der Personendaten gemäß der gültigen Coronaverordnung. Für die Einhaltung all der Regularien war Fachangestellte Tabitha Barth in die Pflicht genommen worden. Nicht so ganz freiwillig, verriet sie lächelnd. „Ich habe ein wenig Angst vor Hunden und wollte den Dienst zuerst gar nicht übernehmen“, sagte sie. „Gleich am Freitag hat sich aber ein Golden Retriever an mich rangekuschelt und jetzt sehe ich es als eine gute Therapie für mich an.“

Ganz entspannt saß die junge Frau daher in der Sonne und genoss das bunte Treiben sowie die netten Gespräche, die sich spontan entwickelten. Hat sie die Entscheidung, an diesen letzten herrlichen Sonnentagen hier zu sein, bereut? „Nein“, lachte sie. „Es ist wirklich sehr angenehm hier. Wenn im nächsten Jahr keiner der Kollegen das Hundeschwimmen übernehmen will, mach ich das gerne wieder.“

Ihr Autor

Ursula Klöpfer

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Erstellt:
20. September 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 00sec

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