Bühl: Fleißige Bienen vorgestellt

Bühl (wv) – Der Bezirksimkerverein hatte die Tore seines Bienenschaugartens in Bühl am Sonntag geöffnet, um über die Bedeutung von Lebensräumen zu informieren.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage präsentiert sich der Bezirksimkerverein Bühl der Öffentlichkeit: Vizevorsitzender Gottfried Seiert gewährt Besuchern interessante Einblicke. Foto:  Werner Vetter

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Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage präsentiert sich der Bezirksimkerverein Bühl der Öffentlichkeit: Vizevorsitzender Gottfried Seiert gewährt Besuchern interessante Einblicke. Foto: Werner Vetter

Was haben Äpfel mit Bienen zu tun, Brennnesseln mit attraktiven Schmetterlingen, plumpe Steinhaufen mit flinken Eidechsen? Als im Rahmen der baden-württembergischen Nachhaltigkeitstage der Bezirksimkerverein am Sonntag seinen Bienenschaugarten öffentlich präsentierte, war viel über lebenswichtige Zusammenhänge von Natur und nachhaltiger Gartengestaltung zu erfahren.
Fünf Jahre reichen die Anfänge des Bienenschaugartens zurück, den Vorsitzender Tobias Rothfuss angeregt hatte. Er liegt zwischen Bühler Stadtfriedhof und Bühlertalstraße. Die Stadt Bühl stellt das Gelände zur Verfügung.

Vereinsmitglieder, darunter auch Karin Feist und Gabi Schnurr, betreuten die aktuelle Präsentation. Die Altersspanne der Besucher reichte von Schülerin Klara bis zu Seniorin Gisela. Es gab auch Neues zu besichtigen. Durch Arbeitseinsätze im Corona-Jahr 2020 hat der Verein weitere naturnahe Lebensräume geschaffen. Er legte eine Kräuterspirale an, die vielen Insektenarten – nicht nur Hummeln, Honig- und Wildbienen – Nahrung bietet. Ein Steinhaufen mit vielen Ritzen schafft „Wohnungen“ für Eidechsen und Blindschleichen. Damit diese ein sicheres Winterquartier finden, erstreckt er sich auch fast einen Meter unter die Erdoberfläche.

Staunende Besucher

Staunend umringen Besucher Gottfried Seiert, als er die Ziegelabdeckung eines Bienenkastens abnimmt und vorsichtig einen Wabenträger herauszieht. Es sind kleine Kästen des Typs „Mini-Plus“, die Seiert für die Zucht von Königinnen einsetzt. Jeder beherbergt nur 1000 bis 1500 Insekten. In einem üblichen Volk leben Zehntausende zusammen.

Etwas mulmig kann es einem schon werden angesichts der wuselnden Bienenschar auf den Waben. Immerhin können die Honig liefernden „Haustiere“ ja auch kräftig zustechen. Seiert, Vizevorsitzender des Vereins, beruhigt: „Meine Carnica-Bienen sind nicht angriffslustig!“ (Dass sie lammfromm seien, wäre wohl tierarttechnisch ein falscher Ausdruck.) Seelenruhig lassen sich die Bienen zusehen, wie sie gesammelten Pollen herbeibringen und ihren Nachwuchs füttern

„Keine Angst, meine Bienen sind nicht angriffslustig“, beruhigt der Imker die Gäste, als die Bienenschar den Nachwuchs füttert. Werner Vetter

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„Keine Angst, meine Bienen sind nicht angriffslustig“, beruhigt der Imker die Gäste, als die Bienenschar den Nachwuchs füttert. Werner Vetter

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Schatzmeister Rainer Gärtner erläutert die Vorzüge des Honigs, wie man ihn bei Imkern des Vereins kaufen kann. Er betont, wie wertvoll das Nahrungsmittel ist, wenn es so schonend und so natürlich verarbeitet wird. Gärtner bezeichnet unter den 180 Inhaltsstoffen des Honigs die Enzyme und Spurenelemente als besonders wertvoll.

Ein paar Meter weiter vertieft sich Angelika Sellig, Biologin und Beisitzerin im Vorstand, in die Bestimmung einer aparten Blütenpflanze, vielleicht Nahrungsquelle für Bienen. Besucherin Gerlinde hat sie aus ihrem Ottersweierer Garten mitgebracht. Da sich die Art nicht gleich klären lässt, nimmt Sellig das als Hausaufgabe mit. Am Abend bringt intensive Internetsuche Erfolg: Es ist eine Blaue Kardinalslobelie, aus Nordamerika eingewandert.

Brennnessel überlebenswichtig

Sellig erläutert weiteren Besuchern, dass Brennnesseln fürs Überleben der beliebten Schmetterlinge Tagpfauenauge, Admiral und Kleiner Fuchs überlebensnotwendig sind, weil sich ihre Raupen ausschließlich von Brennnesseln ernähren. Angelika Sellig hat übrigens für den Verein die Anmeldung bei den baden-württembergischen Nachhaltigkeitstagen gemanagt.

Wie war das noch mit den Äpfeln und den Bienen? Letztere tragen dadurch, dass sie die Blüten bestäuben, maßgeblich dazu bei, dass die Apfelernte gut ausfällt. Äpfel aus eigener Ernte – traditionelle Sorten wie Brettacher und Boskop (mit rauer Schale) – verschenken die Imker an Besucher, die bei den Nachhaltigkeitstagen den Bienenschaugarten verlassen.

Ihr Autor

Werner Vetter

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Erstellt:
20. September 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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