Bühl: Klimaschutzprojekte gefördert

Bühl (sre) – Den Klimaschutz vor Ort fördern und die Bevölkerung motivieren, aktiv zu werden: Das will man in Bühl unter anderem mit dem Nachhaltigkeitszuschuss erreichen, der erstmals vergeben wurde.

Im „Schlaraffental“ der Familie Fröhlich wird ein intelligentes Regenwassermanagement umgesetzt. Foto: Frank Fröhlich/Archiv

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Im „Schlaraffental“ der Familie Fröhlich wird ein intelligentes Regenwassermanagement umgesetzt. Foto: Frank Fröhlich/Archiv

Insgesamt rund 33.000 Euro Fördergeld hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung als Nachhaltigkeitszuschüsse verteilt. Die Summe fließt an fünf sehr unterschiedliche Projekte.

Eigentlich hatte die Kommune trotz klammer Haushaltslage sogar 70.000 Euro bereitgestellt, um Projekte der Bühler Bürgerschaft zu fördern, die einen Beitrag zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN leisten. Allerdings gingen bei der Stadt nur insgesamt acht gültige Bewerbungen für den Zuschuss ein. Der städtische Klimabeirat, der als Jury fungierte, befand drei davon als nicht förderwürdig. Der Empfehlung folgten auch der Klima- und Umweltausschuss sowie in der vergangenen Woche der Gemeinderat, der die Förderung der fünf verbliebenen Projekte einstimmig beschloss. Alle fünf leisten, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, einen kleinen bis mittelgroßen Beitrag für den lokalen Klimaschutz.

Zwei Projekte in Eisental

Gleich zwei Projekte erhalten laut Klimaschutzmanager Martin Andreas die maximale Fördersumme in Höhe von jeweils 15.000 Euro – und beide sind in Eisental angesiedelt. So soll in dem Ortsteil noch in diesem Jahr ein breit angelegter Entwicklungsprozess angebahnt werden, der Eisental zur klimaneutralen Gemeinde bis 2035 machen soll. Ab dem kommenden Jahr wird das Vorhaben im Rahmen des transnationalen Erasmus-Projektes „Green Deals“ weitergeführt.

Für die Umsetzung von „Green Deals“ unter dem Motto „global gedacht, lokal gemacht“ fließt nun auch die Förderung von der Stadt. Im Rahmen des Projektes soll es einen internationalen Austausch zwischen den mitwirkenden Kommunen aus drei Ländern geben. Zudem sollen Kinder und Jugendliche an das Thema Nachhaltigkeit herangeführt werden. Der Antrag wurde vom Heimatverein Eisental und Ortsvorsteher Jürgen Lauten gestellt, weitere Akteure sollen Kindergarten und Schule sowie der Permakulturgarten „Schlaraffental“ werden.

Der Lyrik-Paravent von Künstlerin Barbara Laskowski soll das Klimabewusstsein fördern. Foto: Joachim Eiermann/Archiv

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Der Lyrik-Paravent von Künstlerin Barbara Laskowski soll das Klimabewusstsein fördern. Foto: Joachim Eiermann/Archiv

Insgesamt will man im Rahmen des Projektes möglichst viele zum Engagement in Klimaschutzteams und Projektgruppen aktivieren: Bürger, Kommune und Kirche, Firmen und Institutionen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Verbände sollen angesprochen werden. Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und intensive Öffentlichkeitsarbeit sollen eingesetzt werden, damit möglichst alle Eisentäler erreicht, sensibilisiert und dazu motiviert werden, ihren Alltag in allen Lebensbereichen klimafreundlicher zu gestalten.

Das zweite Projekt, das die Maximalförderung erhält, ist der Permakulturgarten „Schlaraffental“ der Familie Fröhlich in Eisental allein – und zwar für intelligentes Regenwassermanagement. Die Familie will sechs Zisternen für intelligentes Regenwassermanagement, Humusaufbau und Klimaanpassung einbauen. Es ist der Einsatz von Pflanzenkohle sowie die Anlage eines Retentionstümpels auf dem Areal geplant.

Spektrum reicht von Kunst- bis Ernteprojekt

Auch die drei weiteren bezuschussten Projekte decken ein breites Spektrum vom Kunst- bis zum Ernteprojekt ab. Ein Nachhaltigkeitszuschuss von 2.250 Euro fließt für den Lyrik-Paravent, der in diesem Jahr aufgestellt wurde. Das darauf abgedruckte Gedicht von Barbara Laskowski soll als Kunstelement zur Förderung des Klimabewusstseins beitragen.

Ebenfalls gefördert wird das „Gelbe Band“-Projekt des Ortschaftsrates Neusatz. Der Ortsteil erhält 750 Euro für das Ernte-Projekt, bei dem Personen, die ihre Obstbäume nicht selbst abernten, diese mit einem Band kennzeichnen und das Obst damit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können. Das wiederum soll einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leisten. Die Kommune fördert die Anschaffung der gelben Bänder sowie von Infoschildern.

Rund 420 Euro fließen zudem an den Tauchsportverein Mittelbaden (TSVMB). Die Sektionsgruppe Naturwissenschaftliches Tauchen (NAWITA) des Vereins kümmert sich seit 2016 um eine Bestandsübersicht der Unterwasserflora und -fauna. In diesem Zusammenhang wollen die Taucher nun mit Dattenloggern in verschiedenen Baggerseen in Mittelbaden Temperatur-Lichtmessungen durchführen. Das soll zur Aufklärung über Klimaveränderungen beitragen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
18. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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