Bühl geht digitalen Schritt nach vorne

Bühl (sga) – Die Zwetschgenstadt ist beim Landeswettbewerb RegioWIN-2030 prämiert worden. In einer ehemaligen Montagehalle ist ein digitales Innovationszentrum geplant.

In einer ehemaligen Montagehalle der Firma USM soll unter anderem ein Coworking-Space entstehen. Foto: Bernhard Margull

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In einer ehemaligen Montagehalle der Firma USM soll unter anderem ein Coworking-Space entstehen. Foto: Bernhard Margull

Die Zwetschgenstadt möchte in die Zukunft investieren: In einer ehemaligen Montagehalle der Firma USM soll ein digitales Innovationszentrum entstehen. Die Landesregierung findet den Plan gut und hat das Vorhaben jetzt im Rahmen des RegioWIN-2030-Wettbewerbs prämiert.

Damit ist Bühl nicht alleine: Insgesamt haben elf Regionen 38 sogenannte Leuchtturmprojekte und 72 Schlüsselprojekte eingereicht, um die Chance zu nutzen, mit RegioWIN-2030 die Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit zu verbessern. Dafür wurden Regionen, Landkreise, Städte und Gemeinden von Februar bis Dezember 2020 dazu aufgefordert, zusammen mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung Stärken ihrer Wettbewerbsregion in einer Strategie zu analysieren und auszubauen. Für Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut eine Möglichkeit, die „geballte Kompetenz“ vor Ort für Innovationen und Nachhaltigkeitskonzepte zu nutzen.

Digitales Innovationszentrum

Was das Projekt der Stadt Bühl betrifft, wurde dieses gemeinsam mit der Technologieregion Karlsruhe und dem Karlsruher Institut für Technologie ausgearbeitet. Um die lokale Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen lückenlos zu vernetzen, soll ein „Regionales Mittlerer-Oberrhein Digital Ecosystem“ (Regio-More) entstehen – sprich: ein digitales Innovationszentrum. „Für uns ist das ein Startschuss für alles, was noch kommt. Wir versprechen uns Großes“, betont Oberbürgermeister Hubert Schnurr auf BT-Nachfrage. Ohne den Standort in einer ehemaligen Montagehalle der Firma USM wäre das nicht möglich gewesen.

Doch was genau ist dort geplant? Kernthemen sollen E-Mobilität, Industrie 4.0 sowie eine Plattform für cybersichere Virtualität und Kommunikation sein. „Der Grundgedanke von Regio-More ist, ein regionales Public-Private-Partnership-Modell zu initialisieren, das Bürgern und mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsinhalte vermittelt und Digitalisierungsaktivitäten freisetzt“, erklärt KIT-Professorin Jivka Ovtcharova.

Coworking-Space geplant

Dafür braucht es Räume und eine intelligente Infrastruktur für diverse Labore. In dem Innovationszentrum sollen deshalb unter anderem Präsentationsflächen und digitale Angebote für Aus- und Weiterbildungen entstehen. Außerdem ist ein Coworking-Space geplant – eine Entwicklung im Bereich „neue Arbeitsformen“, bei der beispielsweise Freiberufler oder kleinere Startups in meist größeren Räumen arbeiten und so im besten Fall voneinander profitieren können.

Durch die Teilnahme an dem Landeswettbewerb hat Bühl einen großen Schritt in die Zukunft gewagt. Denn mit RegioWIN-2030 werden die Europäische Union, Land und Regionen verzahnt und der Ausbau einer modernen Infrastruktur vorangetrieben. Für die Projekte will das Land laut Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut rund 80 Millionen Euro aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung einsetzen und mit Landesmitteln ergänzen.


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