Bühl investiert Millionen in Straßenbau

Bühl (sre) – Die Stadt Bühl will im Jahr 2022 über drei Millionen Euro in den Straßenbau investieren. Unter anderem wird die südliche Hauptstraße umgestaltet.

1,2 Millionen Euro eingeplant: Dieser Abschnitt der Hauptstraße wird saniert und umgestaltet.  Foto: Bernhard Margull

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1,2 Millionen Euro eingeplant: Dieser Abschnitt der Hauptstraße wird saniert und umgestaltet. Foto: Bernhard Margull

Den schlechten Zustand vieler Straßen im Bühler Raum prangerten bei den Haushaltsberatungen in dieser Woche gleich mehrere Stadträte an. Im kommenden Jahr sind einige größere Investitionen geplant, unter anderem in der südlichen Hauptstraße. Doch reichen die Investitionen ins Netz aus, um dessen Zustand zumindest zu erhalten?

„Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Straßen immer schlechter werden“, monierte Walter Seifermann (GAL) in der Sitzung am Mittwoch. Er warf die Frage auf, ob im städtischen Haushalt nicht etwas mehr Mittel für die Straßensanierung eingeplant werden sollten. Schließlich würden Sanierungen immer teurer, wenn man zu lange nicht handle: „Das können wir nicht so schleifen lassen.“

Karl Ehinger (Freie Wähler) pflichtete ihm bei: „Die Straßen sind teilweise in desolatem Zustand, da muss man sich drum kümmern“, meinte er – und regte an, sich um Zuschüsse von Bund und Land zu bemühen. Peter Hirn (SPD) stufte das als wenig aussichtsreich ein: „Land und Bund haben sicher die gleichen Probleme“, meint er. Der schlechte Zustand der Straßen im Bühler Raum beschränke sich schließlich nicht nur auf Gemeindestraßen, sondern auch auf Land- und Bundesstraßen. Hirn bat vor diesem Hintergrund um eine Übersicht vonseiten der Verwaltung, welche Straßensanierungen in diesem Jahr vorgesehen seien und welche Prioritäten gesetzt würden.

Nicht alle „roten Straßen“ werden saniert

Wolfgang Eller, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung /Bauen/Immobilien betonte: „Wir können so viel arbeiten, wie sie uns Mittel zur Verfügung stellen und wir Personal haben.“ Bereits vor vier, fünf Jahren seien alle Bühler Straßen digitalisiert und deren Zustände ermittelt worden. Dies habe man abgeglichen mit den Kanalzuständen der jeweiligen Bereiche. Priorität hätten Straßenabschnitte, in denen sowohl die Straßendecke als auch der Untergrund sanierungsbedürftig seien. Tatsächlich, erläuterte Eller am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung, ist nicht bei allen Straßen, die als „rot“, also besonders sanierungsbedürftig eingestuft sind, eine rasche Sanierung vorgesehen. So werde in diesem Jahr bei der Bühler Seite, der Kirchbach- und der Benderstraße nichts passieren. Dort spiele es allerdings auch fast keine Rolle mehr, wie lange man warte: Die Straßen müssten ohnehin komplett erneuert werden.

Dafür sind aber viele andere Maßnahmen geplant. „In der Summe haben wir für Straßeninstandsetzung knapp über drei Millionen Euro bereitgestellt“, erläuterte Kämmerer Thomas Bauer auf Nachfrage dieser Zeitung. Dabei entfallen rund 2,2, Millionen Euro auf den investiven Bereich, etwa 890.000 Euro sind für die Straßenunterhaltung im gesamten Stadtgebiet eingeplant. Der „größte Batzen“, wie es Stadtrat Ulrich Nagel (SPD) in den Haushaltsberatungen formulierte, ist dabei die südliche Hauptstraße. Geplant ist laut Fachbereichsleiter Eller, in diesem Jahr den Abschnitt von der Jäger-Tankstelle bis mindestens zur Einmündung der Robert-Koch-Straße, vielleicht sogar bis zur Bühlertalstraße anzugehen. Die Maßnahme, die mehrere Monate dauern wird, war schon einmal verschoben worden, nun hofft man, im Sommer starten zu können. Zunächst steht dort eine Kanalsanierung an, danach wird die Straßendecke komplett erneuert.

Einseitige Baumallee soll entstehen

Dabei sei auch eine Neugestaltung dieses Bereichs der Hauptstraße vorgesehen, informierte Oberbürgermeister Hubert Schnurr: So solle eine einseitige Baumallee entstehen und der Straßenraum reduziert werden. Der Radfahrstreifen wird dabei laut Eller verschwinden, dafür wird aber Tempo 30 eingeführt. Insgesamt sind für die Arbeiten an Straße und Kanal 1,6 Millionen Euro veranschlagt, wobei der Landkreis Rastatt als Straßenbaulastträger einen Teil der Summe beisteuern wird.

Die zweite große Baustelle fürs Jahr 2022 ist die Geppertstraße, auch dort sollen in zwei Bauabschnitten sowohl Kanal als auch Oberfläche angegangen werden. Kostenpunkt: rund 1,4 Millionen Euro. Zudem soll die Großbaustelle Eichenwaldstraße in Balzhofen in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden.

Weitere 150.000 Euro (inklusive Kanalsanierung) fließen laut Verwaltung in einen Straßenabschnitt der Bergermühlsiedlung. Außerdem will man mit der Planung für die Sanierungen von Eisenbahn-, Friedrich- und Benderstraße sowie der Weinstraße in Eisental starten. Diese Straßen stehen dann 2023 und in den folgenden Jahren auf dem Programm.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
21. Januar 2022, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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