Bühl setzt Zeichen gegen Verschwendung

Bühl (mf) – Die Kleidertausch-Aktion der Fridays for Future-Organisation auf dem Johannesplatz ist ein Statement gegen den schnellen Konsum. Die Aktion erlebt großen Zuspruch aus der Bevölkerung.

Milena Conde König, Sophia Jeuck und Theo Kaufmann nehmen die Kleidung, die zum Tausch ansteht, in Augenschein.  Foto: Martina Fuß

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Milena Conde König, Sophia Jeuck und Theo Kaufmann nehmen die Kleidung, die zum Tausch ansteht, in Augenschein. Foto: Martina Fuß

Fünf Jugendliche drängen sich unter einen schmalen Baldachin, als am Samstagmittag der Regen einsetzt. Am Bühler Johannesplatz haben sie ihren kleinen Stand aufgebaut, mit dem sie ein klares Zeichen setzen wollen: gegen Verschwendung, gegen Plastikmüll, gegen klimaschädliches Verhalten. Die Bühler Fridays for Future-Organisation hat zu einer Kleidertausch-Aktion eingeladen. Auf den Klapp-Tischen liegen Hosen, T-Shirts und Pullis, an den Kleiderstangen hängen Jacken in allen Größen. Immer wieder bleiben Passanten stehen und schauen, ob was für sie Passendes dabei ist. Schließlich ist die Tauschaktion komplett kostenlos, jeder darf mitnehmen, was ihm gefällt.

Aber es gibt auch viele, die gut erhaltene Kleidung vorbeibringen. Eine Dame, die mit dem Fahrrad aus Sinzheim angeradelt ist, bringt drei Herren-Jeans mit. Eigentlich habe sie diese für das Ahrtal spenden wollen, dort werde aber derzeit Winterkleidung benötigt. „Ich finde die Aktion von Fridays for Future super. Sonst heißt es immer, die Jugend macht nichts, von wegen“, freut sie sich und schwingt sich wieder aufs Fahrrad.

Zwei große Tüten voll schicker Klamotten

Ein Paar kommt vorbei und hat zwei große Tüten voll schicker Klamotten dabei. Auch sie sind voll des Lobes für die Aktion. „Viele Leute kommen vor oder nach dem Marktbesuch und bringen uns Kleidung“, berichten die Jugendlichen vom großen Zuspruch in der Bevölkerung und von einem zunehmenden Sortiment in allen Größen.

„Was übrig bleibt, spenden wir dem DRK oder einer Organisation, von der wir wissen, dass die Kleidung da ankommt, wo sie wirklich benötigt wird“, ergänzt Milena Conde König und nimmt ein paar Kleiderbügel entgegen, die vorbei gebracht und am Stand dringend benötigt werden. Vor einem Geschäft in der Hauptstraße gibt es noch mehr davon, und so machen sie Raina Garcia und Kristina Rauch auf, um weitere Kleiderbügel zu organisieren.

Kristina Rauch und Raina Garcia organisieren Kleiderbügel für den Stand.  Foto: Martina Fuß

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Kristina Rauch und Raina Garcia organisieren Kleiderbügel für den Stand. Foto: Martina Fuß

Die Kleidertausch-Aktion der Fridays for Future-Bewegung auf dem Bühler Johannesplatz ist ein bewusstes Statement für nachhaltiges Handeln und gegen den schnellen Konsum: „Wir sind der Meinung, dass genug Kleidung auf der Welt existiert, und Fast Fashion lehnen wir ganz klar ab. Mit unserer Aktion wollen wir zeigen, dass man auch auf andere Weise zu einem neuen Outfit kommen kann“, erklärt Sophia Jeuck nachdrücklich.

Fast Fashion, also die schnellen, trendigen und zu niedrigen Preisen produzierten Kollektionen der schnelllebigen Mode-Industrie, steht vor allem unter ökologischen Gesichtspunkten stark in der Kritik. Dagegen wollen die jungen Menschen in der Zwetschgenstadt vorgehen und das Bewusstsein für eine andere Verhaltensweise stärken.

Auch Theo Kaufmann ist mit am Stand und kündigt das nächste Fridays for Future-Vorhaben an: „Am 3. Dezember ist in Bühl wieder ein großer Aktionstag mit einer Demonstration und allem Drum und Dran geplant.“

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Erstellt:
2. November 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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