Bühl wird zur Flaniermeile

Bühl (urs) – Der verkaufsoffene Sonntag lockt viele bummelfreudige Kunden in die Zwetschgenstadt – trotz trüben Wetters und Nieselregen. Bina-Vorsitzender Sebastian Böckeler ist zufrieden.

Viele Besucher sorgen in der Innenstadt für Leben und für belebte Modehäuser, Cafés, Geschenkeläden und Buchhandlungen. Foto: Ursula Klöpfer

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Viele Besucher sorgen in der Innenstadt für Leben und für belebte Modehäuser, Cafés, Geschenkeläden und Buchhandlungen. Foto: Ursula Klöpfer

Es läuft wieder etwas. Endlich. Dieser Gedanke mochte am Sonntag so manchem Besucher durch den Kopf geschossen sein, denn mit Sicherheit hatte auch der Wunsch nach einem Hauch Normalität die einkaufs- und bummelfreudigen Kunden in die Bühler Innenstadt gezogen. Kein Wunder, denn der letzte verkaufsoffene Sonntag in Bühl ist inzwischen rund eineinhalb Jahre her.

Und auch der Aktionstag am 14. März war bekanntlich ins Wasser gefallen – und so konnte das trübe Herbstwetter, vereinzelt auch mit Nieselregen, die Leute nicht im Haus halten: In der Innenstadt sorgten viele Besucher für Leben und für belebte Modehäuser, Cafés, Geschenkeläden und Buchhandlungen.

Keinesfalls verlockte nur das bunte Warenangebot zum Kaufen, auch Schnäppchenjäger freuten sich über Sonderangebote, und die Kinder über ein Kinderkarussell, bei dem sich oftmals meterlange Schlagen bildeten. Der Jahrmarkt erwies sich aber als kleiner als gedacht. Rund 60 Beschicker waren angekündigt – diese Anzahl wurde bei Weitem nicht erreicht. Vor allen auf der Eisenbahnstraße klafften große Lücken. Trotzdem nutze die Bevölkerung die Möglichkeit, zwischen den Ständen und Buden zu flanieren. Es gab unter anderem Spezialitäten aus Kalabrien, antiquarische Bücher, Urloffener Meerrettich, Leckeres vom Obsthof Herr sowie handgefertigte Bürsten von Thomas Megerle aus Karlsruhe und Gewürze aller Art.

Auch Weihnachtsshopper werden fündig

Der erste Glühwein im Jahr? Der schmeckt bekanntlich am besten und rann bei Temperaturen um die acht Grad Celsius heiß die Kehle hinunter. Lust auf Süßes oder Deftiges? Auch kein Problem. So gab für den kleinen Hunger Crêpes, Apfelkuchen, Apfelwaffeln, Bratwurst und mehr. Mancher hatte bestimmt auch schon das nahende Weihnachtsfest im Blick – und auch diejenigen wurden fündig.

Auf die gängigen Corona-Regeln war im Vorfeld noch einmal hingewiesen worden. „Der Einkauf soll so normal wie möglich ablaufen, natürlich unter den gegebenen Hygienevorschriften“, hatte Sebastian Böckeler, Vorsitzender der Innenstadtgemeinschaft Bühl in Aktion (Bina), noch einmal ausdrücklich erklärt: Abstand halten, im Innenbereich Maske tragen und ebenso im Außenbereich, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden konnte. Doch für die Mehrheit der Kundschaft war dies am Sonntag keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Viele Geschäfte beteiligen sich

Um großes Gedränge in den Innenräumen zu vermeiden, hatten die Veranstalter, die Stadt Bühl und die Bina, auf große Freiflächen und viel Abstand bei den Jahrmarktständen gesetzt. Auch diverse Aktionen und Infostände wurden so nach draußen verlagert. Vor allem auf dem Kirchplatz und in der vorgelagerten Hauptstraße hatten unter anderem folgende Geschäfte diese Möglichkeit zum Verkauf oder zur Präsentation genutzt: der Lions Club mit seinem Benefiz-Adventskalender, das „WeinhausH2 – Hörnle & Huber“, die Tanzschule Fromme, die Affentaler Winzer und die Max-Grundig-Klinik, Thorsten Heizmann mit seinem Heizer-Kaffee-Wagen und „Cum Natura“. Auch die Schokoköpfe von „Jürgens Hoflädle“ aus Eggenstein-Leopoldshafen ließen sich viele beim Umherschlendern schmecken.

Was darf es sein? Auch im Freien haben verschiedene Händler ihre Stände aufgebaut. Foto: Ursula Klöpfer

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Was darf es sein? Auch im Freien haben verschiedene Händler ihre Stände aufgebaut. Foto: Ursula Klöpfer

Was gegen 11 Uhr noch ruhig angefangen hatte, nahm mit jeder Stunde an Fahrt auf. Gegen 15 Uhr war der Höhepunkt beim Publikumsverkehr erreicht. Natürlich hatten die Stadt Bühl und die Bina auf einen herrlichen warmen Herbsttag gehofft. Leider sollte sich dieser Wunsch nicht erfüllen. Aber Sebastian Böckeler, der hinter der Bedientheke bei den „Böckeler Confiserie- und Kaffeehausbetrieben“ alle Hände voll zu tun hatte, zeigt sich dennoch zufrieden. „Ich denke, wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“, freute er sich über die volle Innenstadt. „Das Wetter hat die Leute nicht abgehalten, nach Bühl zu kommen.“ Als positiv wertete er auch die Tatsache, dass sich viele Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag beteiligt hatten. „Finde ich stark“, sagte Böckeler salopp, denn viel Zeit für ein Schwätzchen blieb ihm nicht – draußen hatte sich vor dem Caféhaus eine lange Schlange am Crêpes-Stand gebildet. „Wir mussten noch mal Teig nachmachen. Mit so einer großen Nachfrage haben wir nicht gerechnet“, offenbarte der Bina-Vorstand lächelnd. Apropos Nachfrage: Auch beim Stich-Imbiss wurde bereits um 16Uhr das letzte Glas Glühwein ausgeschenkt.

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Erstellt:
8. November 2021, 08:00 Uhr
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