Bühl zieht Notbremse: Windeck-Sanierung zu teuer

Bühl (hol) – Die neueste Kostenschätzung ist extrem: Über 30 Millionen Euro könnten für die Sanierung des Windeck-Gymnasiums fällig werden. Oberbürgermeister Hubert Schnurr zieht die Notbremse.

Die Kosten laufen aus dem Ruder: Über die Sanierung des Windeck-Gymnasiums muss erneut im Gemeinderat diskutiert werden.  Foto: Bernhard Margull

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Die Kosten laufen aus dem Ruder: Über die Sanierung des Windeck-Gymnasiums muss erneut im Gemeinderat diskutiert werden. Foto: Bernhard Margull

Die seit Jahren geplante Sanierung des Windeck-Gymnasiums wird so schnell nicht kommen. Der Stadt liegt eine Schätzung vor, nach der das Projekt 30 bis 35 Millionen Euro kosten wird. „Da müssen wir genau schauen, was wir uns überhaupt leisten können“, so Oberbürgermeister Hubert Schnurr gegenüber dem BT.

2017 war man im Rathaus noch von 17,5 Millionen Euro Kosten ausgegangen. Auf dieser Basis hatte sich der Gemeinderat damals für die Sanierung und gegen einen Neubau der Schule ausgesprochen. Die Verdoppelung der Baukosten habe auch mit der allgemeinen Preiserhöhung im Bausektor zu tun, so Schnurr. Zudem liege der Stadt jetzt eine realistische und „besorgniserregende“ Berechnung der Kosten für alle Gewerke vor – „nicht nur eine grobe Schätzung eines Architekten“.

Hoher Energiestandard kostet viel Geld

Die Kosten seien auch deshalb explodiert, weil der für das Gymnasium vorgesehene Energiestandard hoch sei. „Die Planung sieht für die Schule Passivhaus-Standard vor. Das kostet viel Geld“, so der OB.

Die verwaltungsinternen Gespräche über das Projekt seien gestoppt worden. Schnurr kündigte an, das Projekt noch einmal im Gemeinderat aufzuschnüren. „Wir müssen diskutieren, wie es weitergeht.“ Soll der Energiestandard gesenkt werden? Ist vielleicht doch ein Neubau günstiger? „Das sind politische Entscheidungen, die nun getroffen werden müssen“, sagte er.

Auf alle Fälle sei davon auszugehen, dass das größte Bauprojekt im städtischen Haushalt nicht, wie ursprünglich geplant, im Schuljahr 2022/23 angegangen wird. Man müsse „für die Zukunft sehr sorgfältig abwägen, was wir uns noch leisten können und dabei manches Vorhaben dann doch auf die Zeitschiene bringen“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
5. August 2021, 13:55 Uhr
Lesedauer:
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