Bühler Bisons spielen gegen Unterhaching

Bühl (win) – Nach dem Coup gegen Meister Berlin wollen die Bühler Bundesliga-Volleyballer heute gegen Unterhaching nur am Netz abheben.

Ohne Anführer: Auf ihren Mannschaftskapitän Alpar Szabo (links) müssen die Bühler Bisons vorläufig verzichten. Foto: Frank Seiter

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Ohne Anführer: Auf ihren Mannschaftskapitän Alpar Szabo (links) müssen die Bühler Bisons vorläufig verzichten. Foto: Frank Seiter

Der Sieg gegen den deutschen Meister, die erste Niederlage des Hauptstadtclubs nach eineinhalb Jahren, hat für mächtig Schlagzeilen gesorgt: Ob in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Süddeutschen“, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und erst recht in den Berliner Zeitungen wurde der Coup der Bühler Bundesliga-Volleyballer aufmerksam zur Kenntnis genommen. Für Bühls Trainer Alejandro Kolevich ist die Sache aber bereits wieder abgehakt. „Jetzt kommt es auf das Spiel gegen Unterhaching an, nur das zählt“, ist er bemüht, seine Jungs vor dem Nachholspiel heute (19 Uhr, live auf www.sportal.tv) auf dem Boden zu halten. „Es ist das wichtigste Spiel für uns, denn die Spieler müssen zeigen, dass sie sich voll auf das nächste Spiel fokussieren können.“ Abgehoben werden darf demnach nur am Netz – und auch da nur mit Sinn und Verstand.

Es dürfte keine kleine Aufgabe für Kolevich sein, denn Aufsteiger Unterhaching hat mit einer nur leicht verstärkten Zweitligamannschaft das in diesem Fall sprichwörtliche Abenteuer erste Liga in Angriff genommen und in den bisherigen beiden Spielen prompt Lehrgeld bezahlt. Noch gelang den Rand-Münchnern kein Satzgewinn, in Giesen schaffte es die Mannschaft von Trainer Patrick Steuerwald aber erstmals, in einem Satz auf über 20 Punkte zu kommen. Das hört sich natürlich nicht furchterregend an, doch mit dem Ex-Offenburger Steuerwald sitzt ein Mann auf der Bank, der das Geschäft bestens kennt. Und Routinier Roy Friedrich brachte die Ausgangslage vor dem Spiel in Bühl auf den Punkt: „Wenn sie Larifari spielen, müssen wir da sein.“

Nur eine Zwischenstation

Genau das gilt es aus Bühler Sicht natürlich zu vermeiden, und wie eine leicht überheblich gespielte Partie in die Binsen gehen kann, hat Berlin mustergültig vorgeführt. Doch Kolevich denkt bereits an den nächsten Schritt. „Wir müssen uns weiterentwickeln. Vor allem das schnelle Spiel muss besser werden, teilweise auch das Side Out, sonst haben wir im Pokal gegen Frankfurt keine Chance.“ Das Spiel gegen Unterhaching soll demnach nur Zwischenstation sein, der nächste Schritt müsse folgen. „Dieser Monat wird zeigen, ob wir mit den besten Mannschaften Deutschlands tatsächlich mithalten können – oder nur einen guten Saisonstart hingelegt haben.“ Mit der Vorbereitung war Kolevich jedenfalls sehr zufrieden, mit dem Saisonstart auch, doch das bisher Erreichte sei eben nur eine Zwischenstation. „Meine Aufgabe ist es, die Spieler auf das nächste Level zu bringen, sie besser zu machen.“

Auf Kapitän Alpar Szabo muss der Bühler Trainer jedoch vorläufig verzichten, Tomas Lopez, der gegen Berlin ebenfalls behandelt werden musste, kann aber spielen. Die beiden Verletzungsunterbrechungen im Spiel gegen den deutschen Meister zeigten jedoch auch, wie dünn Bühls Personaldecke ist. Dass Ex-Libero Tim Stöhr, der zum Auftakt in Lüneburg sowohl auf der Außen- wie auf der Diagonalposition eingesetzt wurde, nun auch als Mittelblocker zum Einsatz kam, ist alles andere als optimal. Kolevich hatte zuvor jedoch schon Henning Paul für Mathäus Jurkovics gebracht, so dass notgedrungen Stöhr in die Bresche springen musste. Durchaus möglich, dass künftig die Nachwuchsspieler noch häufiger zum Einsatz kommen. Beim Sieg gegen den Meister gab es für Simon Gallas schon mal einige Schnupperrunden, die Lust auf mehr gemacht haben dürften. Zuschauer sind weiterhin nicht zugelassen.

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Erstellt:
3. November 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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