Bühler CDU schreibt „historisch schlechte Zahlen“

Bühl (sga) – Bei der diesjährigen Bundestagswahl können sich die Bühler SPD und FDP über Zuwachs freuen. Die Grünen schneiden laut OB Hubert Schnurr jedoch „enttäuschend“ ab.

Mit einer Beteiligung von 78,6 Prozent haben sich die Bühler stark an der diesjährigen Bundestagswahl beteiligt. Foto: Bernhard Margull

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Mit einer Beteiligung von 78,6 Prozent haben sich die Bühler stark an der diesjährigen Bundestagswahl beteiligt. Foto: Bernhard Margull

Es war ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ in Berlin, das für Oberbürgermeister Hubert Schnurr nicht überraschend kam, doch am Ende ist Margret Burget-Behm (CDU) trotzdem enttäuscht. Zwar konnte Bundestagskandidat Kai Whittaker 5.984 Erststimmen gewinnen, aber „bei seinem großen Engagement“ habe sie sich mehr erhofft.

Mit einem „guten Gefühl“ ist Burget-Behm ohnehin nicht in die Bundestagswahl reingegangen, die Prognosen seien zuletzt mehr als enttäuschend gewesen, „aber ich habe gehofft, dass sich das noch ändert“. Am Ende hat es bei den Zweitstimmen in Bühl zwar trotzdem für 27,8 Prozent gereicht, doch den Verlust von 13,1 Prozent muss die CDU dennoch erst verschnaufen.

Von einen deutlichen Zuwachs kann indes SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Hirn sprechen. Mit 21,5 Prozent (plus 7,3) schießt seine Partei deutlich nach vorne, „das ist seit langer Zeit ein Grund zur Freude“. Dass Olaf Scholz „Kanzler kann“ stehe für ihn außer Frage, doch er scheut sich trotzdem nicht zu betonen: „Wenn die SPD so weit vorne liegt, liegt das nicht nur am Erfolg der SPD, sondern auch an der Niederlage der CDU.“ Was die Zugewinne von FDP und Grünen betreffe, könne man ein „selbstbewussten Auftreten in den Koalitionsverhandlungen“ erwarten.

„Auftrieb“ für die FDP

Währenddessen freut sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Lutz Jäckel über das „starke Ergebnis“ seiner Partei (14,6 Prozent, plus 2,7 Prozent): „Bühl war für uns schon immer eine sichere Bank“, und jetzt, da die FDP im Landkreis „unheimlich an Mitgliedern gewonnen hat“, unter denen sich sehr viele junge Leute befänden, „gibt das Mut für die Zukunft“ und „Auftrieb“. Trotzdem: Nicht nur CDU und SPD konkurrierten stark miteinander, immerhin ist der Unterschied des Zuwachses zwischen FDP und Grüne (17,2 Prozent, plus 3,5 Prozent) nicht so groß. OB Schnurr findet es „erstaunlich, wie die FDP zugelegt“ und „ein bisschen enttäuschend, wie die Grünen abgeschnitten haben“. Für Bürgermeister Wolfgang Jokerst (Grüne) ist das Ergebnis seiner Partei jedoch „nicht erschreckend“, die letzten Wochen hätten so etwas vermuten lassen: „Gesamtgesellschaftlich gesehen sind wir wohl noch nicht soweit, einer jüngeren Kanzlerkandidatin etwas zuzutrauen“, wobei sich trotzdem nicht mit Sicherheit sagen lasse, ob ein männlicher Kandidat am Ende so viel mehr Stimmen geholt hätte.

Karl Ehinger ist sich als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler sicher: „Die Leute wählen gerne Gewinner.“ Dennoch schreibe die CDU „historisch schlechte Zahlen“. Seiner Meinung nach wäre Markus Söder als Kanzlerkandidat „erfolgreicher“ gewesen, am Ende habe er jedoch „mit Blick auf die ‚Fridays for Future‘-Generation“ bei den Grünen mehr Zuwachs erwartet. „Der Klimaschutz steht über allem“, das Thema bewege, und am Ende sei es für Ehinger fraglich, ob man bei der FDP von einer „zukunftsweisenden Klimaschutzpolitik“ sprechen kann, „ich sehe da mit Blick auf deren Ansätze eher große Schwierigkeiten.“

Am Ende des Abends gibt es zumindest eine Sache, über die sich jedes Fraktionsmitglied freuen kann. Denn an eine solch hohe Wahlbeteiligung (78,6 Prozent) kann sich OB Schnurr jedenfalls bei den Bühlern „nicht erinnern“.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
26. September 2021, 22:47 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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