Bühler Gemeinderat für Schlachthof- Modernisierung

Bühl (sre) – Der Modernisierung des Schlachthofs in Bühl hat nun auch der Bühler Gemeinderat zugestimmt. Viel Lob gab es dabei für das Vorgehen der Verwaltung und für Ewald Glaser.

In Bühl hofft man auf breite Unterstützung beim Betrieb des einzigen Schlachthofs der Region. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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In Bühl hofft man auf breite Unterstützung beim Betrieb des einzigen Schlachthofs der Region. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Nach dem Ottersweierer hat nun auch der Bühler Gemeinderat grünes Licht gegeben für die Neuordnung der Schlachthof Bühl GmbH und eine Modernisierung der kommunalen Einrichtung unter privatwirtschaftlicher Beteiligung. Viel Lob für das Vorgehen der Verwaltung und die eingesetzte Arbeitsgruppe war in der Sitzung am Mittwochabend zu hören.

Ewald Glaser vom Aspichhof, Mitgesellschafter und Leiter der Arbeitsgruppe, die den Schlachthof organisatorisch und betriebswirtschaftlich wieder in die Spur bringen soll, verfolgte die Debatte als Zuhörer. Auch er persönlich und sein Engagement wurde gleich von mehreren Stadträten gewürdigt.

Mit Glaser habe man einen kompetenten Fachmann auf der Kommandobrücke platziert, lobte etwa Peter Hirn (SPD). Wenn man regionale Produkte wolle, habe man keine andere Wahl, als den Schlachthof für die Zukunft zu rüsten, meinte er weiter. Zudem wolle die SPD „niemandem vorschreiben, wie er sich zu ernähren hat“, sagte er mit Blick auf die Diskussion im Ottersweierer Gemeinderat: Dort war vonseiten der Grünen kritisiert worden, eine Fortführung des Schlachthofs verhindere einen Strukturwandel mit Umstieg auf eine tierfreie Landwirtschaft.

Wichtig für die Region

Georg Feuerer (CDU) dankte ebenfalls den Verantwortlichen der Arbeitsgruppe. Das vorgelegte Konzept sei schlüssig, betonte er. Zudem wollte er wissen, ob mittlerweile ein Betriebsleiter bestimmt sei. Ordnungsamtsleiter Andreas Bohnert erläuterte, dass sich kein geeigneter Bewerber gefunden habe. Man gehe aber davon aus, dass man die Stelle aus dem vorhandenen Personal heraus besetzen könne.

Der Schlachthof sei wichtig für die Region und die Landwirte, zeigte sich auch Franz Fallert (Freie Wähler) überzeugt. Die Modernisierung koste zwar einiges, „aber das muss es uns wert sein“.

Kritischer äußerte sich Walter Seifermann (GAL). Nicht umsonst gebe es weit und breit keine anderen Schlachthöfe mehr, sagte er mit Blick auf die Kosten. Ein Schlachthof „müsse die Aufgabe einer ganzen Region sein“: Auch andere Kreise müssten sich beteiligen. Den Landkreis Rastatt kritisierte Seifermann zudem für die hohen Schlachtgebühren. Man hätte erst versuchen sollen, breite Unterstützung zu finden und erst danach Maßnahmen ergreifen, meinte er. Auch Lutz Jäckel (FDP) forderte, man müsse mehr Mitstreiter ins Boot bekommen. Er argumentierte aber, dass man sich in der vorgeschlagenen Form beteiligen müsse, wenn man es mit dem Tierwohl ernst meine.

OB will Mitstreiter gewinnen

Oberbürgermeister Hubert Schnurr betonte, man habe erst einmal ein Konzept gebraucht, sei aber nun zuversichtlich „dass wir Mitstreiter gewinnen werden“. Neben dem kommunalen brauche es auch privates Engagement, sagte Ewald Glaser. Doch dafür habe man erst einmal die Verhältnisse neu ordnen müssen. Und man brauche etwas Zeit für die Umsetzung. Man habe sogar schon drei neue private Gesellschafter gewinnen können: „Wir müssen Türklinken putzen, einen besseren Job machen als bisher.“

Wie berichtet, ist der Gesellschaftsvertrag für den Schlachthof neu gefasst worden, Anteile werden umverteilt, die Gesellschafter schießen Geld zu. All das ist Voraussetzung dafür, dass für dringend nötige Investitionen in Maschinen und Gebäude öffentliche Mittel fließen können. Im Bühler Gemeinderat wurden die Maßnahmen schließlich ohne Gegenstimmen beschlossen, die Grünen enthielten sich.

Hygieneprobleme im Schlachthof wurden am Donnerstag noch einmal online von Tierschützern angeprangert. Diese veröffentlichten ein Dokument, in dem unter anderem auf altersbedingte Mängel und Verschmutzungen von Arbeitsgeräten und Räumen bei einer Kontrolle im Juli hingewiesen wird. Man sehe die Veröffentlichung im Zusammenhang mit den nun abgesegneten Rettungsplänen für den Schlachthof, die den Tierschützern „offensichtlich ein Dorn im Auge sind“, sagte Stadtpressesprecher Matthias Buschert dazu auf BT-Nachfrage.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
14. Oktober 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 45sec

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