Bühler Hänferdorf verändert sein Gesicht

Bühl (sre/nad) – In Bühl beim Johannesplatz wird das alte Haus am Eingang der Mühlenstraße abgerissen. Dagegen wird das Gasthaus „Blume“ auf der gegenüberliegenden Seite bewahrt.

Der kleine Altbau am Eingang der Mühlenstraße, in dem einst Schuh-Meier angesiedelt war, muss weichen. Foto: Sarah Reith

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Der kleine Altbau am Eingang der Mühlenstraße, in dem einst Schuh-Meier angesiedelt war, muss weichen. Foto: Sarah Reith

Das Hänferdorf verändert weiter sein architektonisches Gesicht: Das kleine Haus, das sich derzeit noch am Eingang der Mühlenstraße befindet, wird nach Angaben der Stadtverwaltung abgerissen und soll einem Neubau weichen. „Die Baufreigabe liegt vor“, erläutert Stadtpressesprecher Matthias Buschert. Das ehemalige Gasthaus „Blume“ gegenüber wird indes bewahrt und saniert.

Bereits in den vergangenen Jahren hat sich in dem historischen Bühler Stadtteil viel getan, der alte Häuserbestand hat abgenommen – auch im direkten Umfeld des kleinen Hauses, in dem einst Schuh-Meier angesiedelt war und das zuletzt nur noch als Werbefläche genutzt wurde. Erst im Jahr 2019 war am südwestlichen Hänferdorfeingang der Altbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgerissen worden. Dort, in der Mühlenstraße 4, ist mittlerweile ein dreigeschossiges Wohnhaus mit drei Wohnungen samt Penthouse entstanden. Auch die Einfahrtssituation in die Straße wurde in diesem Zuge verbessert: Durch eine Zurücksetzung des Baufensters ist der Kreuzungsbereich zum Hänferdorf nun weniger beengt und besser einsichtig, auch der Gehweg konnte verlängert werden. Ermöglicht wurde dies damals über einen Geländetausch mit der Stadt.

Neun Häuser unter Denkmalschutz

Nun wird auch die Mühlenstraße 1, bislang noch deutlich niedriger als die umliegende Bebauung, abgerissen. Geplant ist allerdings kein so großes Projekt wie im Bereich der Hausnummer 4 – schließlich ist auch das Grundstück kleiner: Entstehen soll nach BT-Informationen lediglich ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, Garage und Stellplatz. Die Abrissarbeiten sollen im Herbst starten. Die Pläne seien bebauungsplankonform, betont Stadtpressesprecher Matthias Buschert, das Gebäude werde modern gestaltet.

Anders sieht es beim Gebäude schräg gegenüber des früheren Schuhgeschäfts aus: Im ehemaligen Gasthaus „Blume“ in der Mühlenstraße 6 soll der Hänferdorf-Charme bewahrt werden. Inhaberin Brigitte Jerebic saniert das Gebäude aus Mitte des 19. Jahrhunderts zeit- und kostenaufwendig, damit soll ein Statement für Stadtgeschichte und Tradition gesetzt werden. Da sie für die Räumlichkeiten des Gasthauses nach dem Tod der letzten Wirte keine passenden Anfragen bekam, werden diese aktuell zu einer Mietwohnung umgebaut. Bis zum November sollen laut BT-Informationen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein und die Mieter sollen in die dann fünfte Wohnung des Gebäudes einziehen können. Verwirklichen kann die Inhaberin dieses Projekt, da der Altbau, anders als so manches Haus in der Nachbarschaft, nicht unter Denkmalschutz steht.

Noch insgesamt neun Häuser sind im Hänferdorf denkmalgeschützt und tragen wie auch Jerebic und ihr Traditionshaus so dazu bei, das malerische Ambiente im ältesten Viertel der Zwetschgenstadt zu erhalten.

Ihr Autor

Sarah Reith und Natalie Dresler

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Erstellt:
2. September 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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