Bühler Impfzentrum fährt noch nicht unter Volllast

Bühl (tas) – Wäre mehr Corona-Impfstoff da, könnte das Kreisimpfzentrum in Bühl noch deutlich mehr Menschen die ersehnte Spritze verpassen. Am Sonntag soll es immerhin schon über 1.000 mal passieren.

Im Impfzentrum wird eine Spritze gesetzt: Am Sonntag soll das im KIZ Bühl über 1.000 Mal passieren.Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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Im Impfzentrum wird eine Spritze gesetzt: Am Sonntag soll das im KIZ Bühl über 1.000 Mal passieren.Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Gegen 14 Uhr war am Freitag nichts mehr zu tun. Das Kreisimpfzentrum (KIZ) Bühl fährt derzeit noch mit angezogener Handbremse. „Wir könnten viel mehr Impfungen anbieten, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden wäre“, sagt Jörg Peter, der Erste Landesbeamte des Landkreises Rastatt. Eigentlich wäre ein Zweischichtbetrieb sieben Tage die Woche von sieben Uhr morgens bis 21 Uhr am Abend möglich. Doch dazu kommt es nicht – noch nicht.
Peter ist trotz Impfstoffknappheit aber zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der groß angelegten Impfaktion in Mittelbaden. Stand 2. Mai haben knapp 25 Prozent der Bewohner im Landkreis eine Erst- oder Zweitimpfung über ein Impfzentrum (auch außerhalb des Kreises) mit einem der beiden Impfstoffe von Astrazeneca oder Biontech/Pfizer erhalten. Damit liege der Kreis Rastatt laut Peter unter den Top zehn in Baden-Württemberg.

Die bei Hausärzten verabreichten Dosen sind in dieser Bilanz nicht mit verarbeitet.

„Wenn wir so weitermachen, haben wir bis zum 6. Dezember eine Impfquote von 75 Prozent erreicht“, sagt Peter. Doch so lange will er nicht warten. Der Stellvertreter von Landrat Toni Huber hat sich den 30. September als Zielmarke gesetzt – in der Hoffnung, dass sich die Impfstoffknappheit in den kommenden Wochen und Monaten in Luft auflöst. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln.“
EGH-Einrichtungen an der Reihe
Am Sonntag will das KIZ der Vollauslastung (rund 1.400 Impfungen am Tag) ein Stück näher kommen. Laut den Planungen sollen etwa 1.050 Spritzen gesetzt werden, sagt der Leiter des Verwaltungsstabs im Landratsamt, Sébastien Oser. „So viele hatten wir bisher noch nie.“ Dabei handelt es sich aber hauptsächlich um Zweitimpfungen, für die die Einrichtung den knappen Stoff zurückgehalten hat. Bei neuen Terminen zu Erstimpfungen muss das Impfzentrum in den kommenden Tagen dagegen auf die Bremse treten.

Vorwärts geht es bei den an das KIZ angeschlossenen mobilen Impfteams. „Die Pflegeeinrichtungen im Kreis sind mit beiden Impfungen durch“, berichtet der für die Teams Verantwortliche Dominik Zoller. Nun sind die sogenannten EGH-Einrichtungen an der Reihe, in denen Menschen mit Behinderungen betreut werden. Danach wollen sich Zoller und seine Kollegen darum kümmern, dass die Menschen in Flüchtlingsunterkünften und Obdachlosenheimen den ersehnten Piks bekommen. Dabei soll das Vakzin des US-Herstellers Johnson&Johnson zum Einsatz kommen. Vorteil: Hier muss das mobile Impfteam nur einmal anrücken, da eine einzige Impfdose gegen das Coronavirus den vollen Impfschutz gewährleistet. Zoller: „Wir werden uns Stück für Stück voranarbeiten.“

Garantiert ist der Verbleib des KIZ in der Bühler Schwarzwaldhalle bis zum 30. Juni. Von der Stadt gebe es auch das Signal, den Betrieb vor Ort bis Ende September zu verlängern. „Allerdings fehlt dafür noch die Finanzierungszusage des Landes“, sagt Oser.

An der Motivation von Ärzten, Pflegekräfte, Ordnern und und anderen Beteiligten liege es auf jeden Fall nicht. „Die Stimmung in der Belegschaft ist sehr gut. Jeder kann sich voll auf den anderen verlassen“, sagt der organisatorische Leiter des KIZ, Tobias Ulrich.


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