Bühler Schülermensa soll ein Passivhaus werden

Bühl (hol) – Die Aloys-Schreiber-Schule und die Carl-Netter-Realschule Bühl sollen eine Schulmensa samt Café im Passivhaus-Standard bekommen. Dafür hat sich der Gemeinderat ausgesprochen.

Lange umstritten: Die Mensa für Realschule (links) und Aloys-Schreiber-Schule (rechts) ist im Garten des Kinder- und Familienzentrums geplant. Foto: Margull/Repro: BT

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Lange umstritten: Die Mensa für Realschule (links) und Aloys-Schreiber-Schule (rechts) ist im Garten des Kinder- und Familienzentrums geplant. Foto: Margull/Repro: BT

Die geplante Schülermensa mit Jugend- und Schülercafé für die Aloys-Schreiber-Schule und die Carl-Netter-Realschule soll im Passivhaus-Standard errichtet werden. Anstelle von Fernwärme wird eine Grundwasser-Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen der Räume genutzt.

Dafür hat sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen. Passivhaus-Standard bedeutet, dass das Gebäude beim Energieverbrauch einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Um das zu erreichen, schlägt die Verwaltung beispielsweise vor, im Treppenhausbereich an der Südfassade Fenster zu integrieren, um die Wärmegewinnung von außen zu erhöhen. Zwischenergebnisse der Berechnungen für den baurechtlichen Wärmeschutznachweis zeigten aber, „dass das geplante Gebäude den gesetzlichen Neubaustandard um mehr als 50 Prozent unterschreitet“, heißt es in den Unterlagen für den Gemeinderat. Es habe also eindeutig Vorbildcharakter. Dabei wurde die ursprüngliche Planung von 2019 gar nicht als Passivhaus konzipiert, wie es in den Unterlagen heißt.

Sprecher aller Fraktionen begrüßten das ehrgeizige Vorhaben, für das Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro im Haushaltsplan eingestellt sind. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein – bis Ende 2023 ist mit der Fertigstellung zu rechnen. „Als Kommune haben wir Vorbildfunktion“, sagte FW-Fraktionschef Franz Fallert. „Das Ziel Passivhaus kann erreicht werden. Die Technik macht große Fortschritte.“

Abwägung zwischen Klima- und Gesundheitsschutz

Sein Fraktionskollege Karl Ehinger wies darauf hin, dass die meiste Energie ohnehin im verwendeten Baumaterial stecke: Beton und Stahl. „Ich hoffe, dass es eines der letzten städtischen Gebäude ist, die aus diesen Materialien bestehen.“ Margret Burget-Behm (CDU) bat allerdings darum, die gesundheitlichen Auswirkungen, die der Passivhausstandard haben kann, nicht außer Acht zu lassen. So heißt es in den Unterlagen, dass eine Reduzierung der Luftmenge, die das Gebäude durchströmt, die Luft- und Wärmeverluste reduzieren und damit Energie sparen könnte.

„Das passt aber nicht zur Corona-Zeit“, sagte sie und forderte vielmehr, die Betriebszeiten der Lüftungsanlagen zu verlängern. „Wir müssen genau abwägen zwischen Klima- und Gesundheitsschutz.“ Lutz Jäkel (FDP) und Ehinger stimmten ihr zu.

Warum nicht mehr auf Fernwärme gebaut werde, um das Gebäude zu heizen, wollte CDU-Stadtrat Hans-Jürgen Jacobs wissen. Das habe damit zu tun, dass das Gebäude nicht nur geheizt, sondern auch im Sommer gekühlt werden müsse, hieß es vonseiten der Verwaltung. „Das geht energiesparend und klimafreundlich nur mit einer Grundwasserwärmeheizung. Fernwärme macht da keinen Sinn.“ Auch Walter Seifermann (GAL) betonte: „Wir haben ein Fernwärmenetz, kein Fernkühlnetz. Ohne Kühlung geht es aber nicht.“ Kühlung sei wichtig, betonte auch Timo Gretz (SPD).

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Passivhausstandards würden noch einmal überprüft, sagte Oberbürgermeister Hubert Schnurr zu. „Das Ergebnis wird noch einmal im Gemeinderat präsentiert.“


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