Schulen in Bühl sind gut vorbereitet

Bühl (nad) – In Kürze geht der Unterricht nach sechs Wochen Ferien wieder los. In den Bühler Schulen wird schon seit Tagen fleißig geplant und organisiert: Und da spielt auch die Pandemie eine Rolle.

Bald füllen sich die leeren Klassenzimmer wieder mit Leben: Das neue Schuljahr beginnt. Foto: Annette Riedl/dpa

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Bald füllen sich die leeren Klassenzimmer wieder mit Leben: Das neue Schuljahr beginnt. Foto: Annette Riedl/dpa

Lernbrücken, Verwaltungsarbeiten und Maßnahmen im Hinblick auf die Coronaschutzverordnung füllen die letzten beiden Ferienwochen aus. Andrea Körner, Schulleiterin des Windeck-Gymnasiums, steckt seit vergangener Woche im „ganz normalen Vorbereitungsalltag“: Dazu gehören Checklisten für die Klassenlehrer für den ersten Schultag erstellen, Daten aus der Verwaltung strukturieren, Lehrerkonferenzen und Elternabende planen und – zur großen Freude der Schulleiterin – auch wieder Veranstaltungen organisieren, beispielsweise die „Einweihungsfeier“ mit den 127 neuen Fünftklässlern. Diese haben die Schule der Rektorin zufolge noch nie von innen gesehen, da coronabedingt weder der Tag der offenen Tür noch die Schnuppertage stattfinden durften. Da sei der Anlass, endlich wieder ein Event planen zu können, umso schöner.

Auch die anhaltende Pandemie spiele in der aktuellen Vorbereitungsphase weiterhin eine Rolle. So werden Schülerausweise im Scheckkartenformat für alle ausgestellt, ohne dass sich Schüler oder deren Eltern selbst aktiv darum kümmern müssen. „Ich glaube, das ist sinnvoll“, betont Körner. Die neue Coronaverordnung für Schulen vom 28. August werde sie den Eltern, wie quasi schon seit Beginn der Pandemie, per E-Mail zur Verfügung stellen, sodass alle voll informiert und auf dem neuesten Stand ins neue Schuljahr starten können.

Auch in den Ferien wird gelernt

Die „erste Amtshandlung“ der Klassenlehrer wird dann das Testen auf das Coronavirus sein, denn die neue Verordnung sieht weiterhin zweimaliges Testen pro Woche vor. Körner habe schon „ein bisschen Sorge“, dass sich die Situation im Herbst und Winter noch mal in Richtung eines Schullockdowns entwickeln könnte, sehe ihre Schule, sollte es dazu kommen, aber „gut aufgestellt“, was die Abläufe und technischen Voraussetzungen betrifft.

Doch nicht nur die Rektorin bereitet sich auf den Schulstart vor, auch einige Schüler nutzen die Lernbrücken, die seit Montag, 30. August, von fünf Lehrern angeboten werden, um Unterrichtsstoff aufzufrischen. Insgesamt 28 Schüler bringen sich in den Fächern Mathematik, Spanisch, Französisch und Latein in Form. Zusätzlich wurde eine Ferienschule für die Klassenstufen fünf bis sieben angeboten, in der die Kinder in kleinen Gruppen Unterrichtshilfe von Oberstufenschülern erhielten. „Das kam sehr gut an“, freut sich Körner und berichtet über eine hohe Bereitschaft bei den Oberstufenschülern, die eine Bescheinigung und einen kleinen Verdienst für ihren Ferieneinsatz bekamen.

Auch in der Aloys-Schreiber-Schule werden die Lernbrücken angeboten und dort von 68 Schülern aller Klassenstufen in Anspruch genommen. Schulleiterin Claudia Steinkopf schafft mit diverser Verwaltungstätigkeit die Grundlagen für das neue Schuljahr, auch die Erstellung von Schülerausweisen stehe auf der Agenda, hier allerdings auf Anfrage.

Steinkopf hält bezüglich der neuen Coronaverordnung noch einige Fragen für offen, sie rechne damit, dass nachträglich noch geschärft werde. „Wir sind mittlerweile trainiert und bleiben gelassen“, betont die Rektorin und kündigt an, alle möglichen Situationen bestmöglich anzunehmen und den Schülern mit „Klarheit und Ruhe“ entgegenzutreten.

Digitales Lernen: iPad-Pilotklassen

Steffen Faller, Schulleiter der Carl-Netter-Realschule, ist es besonders wichtig, dass die 123 neuen Fünftklässler „gut ankommen“, weshalb die Gestaltung einer schönen „Einweihungsfeier“ in den letzten Zügen seiner Vorbereitungen „Prio Eins“ war.

Doch auch bei den angehenden Abschlussschülern liege ein großer Fokus, da ein schuleigenes Förderkonzept für die Klassenstufen neun und zehn ausgearbeitet wurde. „Es ist unser größtes Anliegen, die Kinder positiv für den Schulalltag zu stärken“, unterstreicht Faller im BT-Gespräch. Sie sollen „beruhigt und gestärkt“ in die Abschlussprüfungen gehen können.

Neben typischen Vorbereitungen wie Stundenpläne entwerfen, Schülerausweise auf Anfrage ausstellen und Termine für Klassen, Lehrer und Eltern einplanen, werde auch viel im digitalen Bereich organisiert: Im neuen Schuljahr wird es zwei iPad-Pilotklassen der Klassenstufe acht geben. Die Tablets müssten dementsprechend eingestellt werden, passende Apps eingerichtet werden und der digitale Unterricht damit geplant und vorbereitet werden. Das sei ein „Riesen-Bereich“, an dem die Lehrer arbeiten. „Das wird ein super Ding“, freut sich Faller auf das bevorstehende Pilotprojekt, welches dann nach einem Jahr voll entwickelt sein soll.

An den Lernbrücken während der Ferien nahmen 16 Schüler, die von den Lehrern ihr „individuelles Lernpaket geschnürt bekommen haben“, teil. Im Hinblick auf den Herbst und Winter hoffe Faller, dass die Politik ihr Versprechen halte und den Präsenzunterricht ermögliche, denn die persönliche Beziehungsebene zu den Schülern halte er für sehr wichtig. Aber er sei „guter Dinge“, schließlich habe seine Schulgemeinschaft in den letzten eineinhalb Jahren viel Erfahrung gesammelt und sei entsprechend gut vorbereitet.

Ihr Autor

BT-Volontärin Natalie Dresler

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Erstellt:
8. September 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 13sec

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