Bühler Sparkassen-Zentrale fast fertig

Bühl (sre) – Die Sparkassen-Zentrale in Bühl wird für rund 16 Millionen Euro umgebaut. Jetzt befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden. Der Schwerpunkt lag beim Umbau auf Nachhaltigkeit.

Michael Schönle, Matthias Frietsch und Frank König (von links) ist die Freude am Projekt anzusehen. Foto: Sarah Reith

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Michael Schönle, Matthias Frietsch und Frank König (von links) ist die Freude am Projekt anzusehen. Foto: Sarah Reith

Noch wird mit Hochdruck gearbeitet an der Sparkassen-Zentrale in der Eisenbahnstraße, damit am 19. April zur offiziellen Eröffnung alles fertig ist. Beim Gang durchs Gebäude erkennt man aber schon, wie Alt und Neu verbunden wurden. Ein ganz besonderes Gewicht wurde bei dem Millionenprojekt in der Bühler Innenstadt auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt.
„Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt Frank König, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bühl. Nach wie vor befinde man sich im Kostenrahmen: 16 Millionen Euro werden insgesamt in die Neugestaltung der Zentrale investiert. Schon vor einigen Wochen sind die ersten Mitarbeiter eingezogen. In den oberen Stockwerken werden also bereits Bank-Geschäfte erledigt, während im Erdgeschoss und um Untergeschoss noch zahlreiche Handwerker letzte Hand anlegen.

Bewusst dafür entschieden, nicht neu zu bauen

„Wir sind mächtig stolz darauf, was entstanden ist“, sagt König. Dabei verweisen er und Vorstand Matthias Frietsch auf das Thema Nachhaltigkeit, das bei der Realisierung des Projekts eine entscheidende Rolle gespielt hat. Bewusst habe man sich entschieden, nicht neu zu bauen, sondern das Bestandsgebäude weiterzuentwickeln, erläutert König. Dieses sei auf den Rohbau zurückgebaut worden, aber die Betonkonstruktion sei stehen geblieben.

„Wir stehen am Beginn einer großen Bewegung“, betont Architekt Michael Schönle. Künftig werde Nachhaltigkeit und ressourcenschonendes Bauen „schlicht und ergreifend Pflichtaufgabe“. Schließlich seien die Baumaterialien endlich. Zudem brauche man drei Mal mehr Energie, wenn man neu baue, anstatt ein Bestandsgebäude umzubauen.

Im Gebäude wurden aber nicht nur die alte Substanz und das Treppenhaus erhalten und für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht: Auch bei den neu verbauten Materialien wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Das reicht vom schadstofffreien Teppichboden bis hin zur Verwendung heimischer Stoffe. So wurde zum Beispiel für die Holz-Fensterrahmen Weißtanne aus dem Schwarzwald verwendet.

CO2-Ausstoß mehr als halbiert

Die dreifach verglasten, bodentiefen Fenster – insgesamt 460 an der Zahl – spielen aber noch auf andere Weise eine Rolle: Sie allein ermöglichen knapp 30 Prozent Einsparung beim Energiebedarf. Insgesamt wurde Letzterer den Verantwortlichen zufolge sogar um knapp 45 Prozent reduziert. Den CO2-Ausstoß habe man von rund 285 auf circa 130 Tonnen pro Jahr mehr als halbieren können, so König. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes unterschreite die Anforderungen der Energie-Einsparverordnung für ein saniertes Gebäude damit um etwa 17 Prozent.

Der Nachhaltigkeitsgedanke setzt sich bis ins Detail fort. So werden Ladestationen für Elektro-Autos eingerichtet – schließlich haben fünf der neun Sparkassen-Fahrzeuge einen Elektro-Antrieb. An zahlreiche Fahrradabstellplätze wurde ebenso gedacht wie an Dachbegrünung oder Trinkwasser-Stationen für die Mitarbeiter, an denen diese wiederverwendbare Glasflaschen auffüllen können.

Bäume sollen Stadtklima verbessern

Die Bäume im Außenbereich, der ins städtebauliche Konzept für Bühl eingebunden wurde, sollen laut Frietsch das Stadtklima verbessern. Die gepflanzten Baumarten sollen gut mit dem Klimawandel klar kommen. Um sicherzugehen, wurden zudem großräumige Baumquartiere mit speziellem Substrat, Belüftungs- und Beregnungssystem angelegt – damit die neue grüne Verbindungsachse zwischen Stadtgarten und Europaplatz auch in den nächsten Jahrzehnten weiter gedeiht.

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Erstellt:
13. März 2021, 06:30 Uhr
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