Bühler Stadtmuseum braucht Unterstützung

Bühl (urs) – Trotz zeitweisen Corona-Stillstands verzeichnete das Stadtmuseum Bühl in den vergangenen beiden Jahren mehr als 2.700 Besucher. Der Förderverein zog jetzt Bilanz.

Das Bühler Stadtmuseum gilt als „Schmuckkästchen“ in der Schwanenstraße. Foto: Ursula Klöpfer

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Das Bühler Stadtmuseum gilt als „Schmuckkästchen“ in der Schwanenstraße. Foto: Ursula Klöpfer

An Dankesworten mangelte es bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Stadtmuseum nicht. Mitglieder und Besucher zollten am Montag im Friedrichsbau dem ehrenamtlich arbeitenden Team des Bühler Museums sowie dem Stadtgeschichtlichen Institut im Schloss Waldsteg in Neusatz viel Anerkennung.
Allen voran Bürgermeister und Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Jokerst: „Danke an alle Ehrenamtlichen. Es ist großartig, dass sie auch in schwierigen Zeiten bei der Stange geblieben sind. Wir wissen, was wir an ihnen haben.“ Beisitzer Hans-Peter Maisch konnte sich anschließen und lobte auch die hervorragende Arbeit von Michael Rumpf und seinem Team. Die zweite Vorsitzende Gisela Emminger sprach von „einem Gewinn für die Stadt Bühl“. Stadtrat Georg Schultheiß (FW) sagte: „Das Museum ist eine Perle der Stadt Bühl.“

Aktionen gut angenommen

Wie in allen Bereichen des Lebens war natürlich auch die Arbeit des Fördervereins geprägt von Corona. Veranstaltungen konnten oder mussten abgesagt werden. Teilweise kam der Museumsbetrieb ganz zum Erliegen. Aus diesem Grund konnte die Jahreshauptversammlung 2020 nicht abgehalten werden. So wurden am Montag die beiden Jahre 2019 und 2020 in den Fokus genommen. Wolfgang Jokerst richtete den Blick zuerst auf das Jahr 2019: An 151 Öffnungstagen hätten 2.216 Besucher das Museum besucht. Führungen und Aktionen für Kinder und Erwachsene wurden gut angenommen. Ebenso Fortbildungen und Exkursionen für die Ehrenamtler. Wie jedes Jahr konnte 2019 das Bühler Jahrbuch bei einem Autorentreffen vorgestellt werden. Als Highlight bezeichnete Jokerst die „wunderbare Ausstellung von Fritz Schneckenburger in der Hauptstraße 68“, die „sehr gut angekommen ist“.

Finanziell steht das Stadtmuseum auf gesunden Beinen. Das konnte Kassierer Egon Schempp bescheinigen. Nach der Kassenprüfung durch Stefan Zachmann und Hans-Peter Maisch wurden Vorstand sowie Schempp entlastet. Neuwahlen folgten. Das Ergebnis: Wolfgang Jokerst und Gisela Emminger bleiben dem Museum als erster Vorsitzender und Stellvertreterin erhalten. Als zweite Stellvertreterin ersetzt Patricia Hemmer nun Suso Gartner. Weitere Ämter sind: Schriftführer: Wilfried Lienhard, Kassierer: Egon Schempp, Obmann: Hans-Jürgen Pollack, 1. Beisitzerin: Hannelore Stengel, 2. Beisitzer: Hans Peter Maisch. Kassenprüfer bleiben Stefan Zachmann und Hans-Peter Maisch.

Auch 2020 hatte das Coronavirus den Betrieb des Stadtmuseums eingeschränkt. Laut Wolfgang Jokerst besuchten an 53 Öffnungstagen nur 541 Museumsbesucher („etwa ein Drittel eines normalen Jahres“) das Haus in der Schwanenstraße. Auch die Anzahl der Führungen fiel geringer aus. Coronabedingt musste das Stadtmuseum wochenlang ganz geschlossen werden. Es folgte eine Öffnung im Oktober von drei Wochen – ab November war wieder alles dicht.

Kein völliger Stillstand

Doch ganz stand der Betrieb niemals still. So konnten Kunstwerke von Schülern der Aloys-Schreiber-Schule im August im Schaufenster des Museums ausgestellt werden. Anfang Dezember präsentierte man eine Modellbahnanlage. Die Bühler Filmchronik von 1960 wurden Mitte Dezember auf der Internetseite der Stadt kostenlos zugänglich gemacht.

Lebhaftes Interesse an der Stadtgeschichte verbunden mit dem Bedürfnis, der über zwei Weltkriege geretteten stadtgeschichtlichen Sammlung ein würdiges Zuhause zu geben, hatten 2002 zur Gründung des „Fördervereins Stadtmuseum Schwanenstraße 11“ geführt. Dieser unterstützt das Stadtgeschichtliche Institut seither nicht nur bei der Betreuung des Museums. Die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder kümmern sich auch um Werbung, Spenden, Museumsaufsicht und Führungen. „Unser Stadtmuseum ist ein Museum zum Anfassen. Hier wird Geschichte weitergetragen“, betonte die zweite Vorsitzende Gisela Emminger.

Um das „Schmuckkästchen“ allerdings in dieser Form am Leben zu erhalten, brauche der Förderverein künftig mehr Unterstützung. „Unser Team ist ein wenig geschrumpft“, bedauerte sie sehr. Ihr Appell richtet sich nun an die Bühler Bevölkerung: „Der Dienst im Museum ist abwechslungsreich und auch gewinnbringend. Vielleicht hat jemand Lust mitzumachen?“

Ihr Autor

Ursula Klöpfer

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Erstellt:
8. September 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

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