Bühler Straßen: Viele Aufgaben, wenig Geld

Bühl (sre) – In Bühl sind einige Straßen sanierungsbedürftig. Die finanziellen Mittel sind allerdings begrenzt. Laut OB Hubert Schnurr ist die Haushaltslage aber etwas besser als gedacht.

Einzelne, erneuerte Platten finden sich überall in der Schwanenstraße: Der Reparaturbedarf ist hoch. Foto: Sarah Reith

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Einzelne, erneuerte Platten finden sich überall in der Schwanenstraße: Der Reparaturbedarf ist hoch. Foto: Sarah Reith

Wenn es um sanierungsbedürftige Straßen geht, hat jede Stadt ihre To-Do-Liste. In Bühl steht auf dieser Liste auch die Schwanenstraße. Zeitnah umgestaltet wird sie wohl trotzdem nicht: Andere Projekte sind dringlicher und die finanziellen Mittel begrenzt. SPD-Fraktionschef Peter Hirn hatte den Zustand der Fußgängerzone unlängst im Gemeinderat angesprochen und die Belastung durch Anlieferverkehr und Paketdienste als mögliche Ursache für die Schäden thematisiert. Tatsächlich sind immer wieder Reparaturen notwendig, bestätigt Oberbürgermeister Hubert Schnurr im BT-Gespräch. Im Sommer sei man besonders häufig vor Ort gewesen: Fast wöchentlich seien locker gewordene oder zerbrochene Platten ausgetauscht worden und deshalb kleine Bereiche der Straße abgesperrt worden. Folglich ist der Zustand der Straße derzeit auch wieder recht gut.

Aber am Grundproblem ändert das nichts: „Der Belag liegt seit 30 Jahren“, macht Schnurr klar. „Irgendwann, wenn wir es uns leisten können, muss neuer Belag drauf.“ An der Belastung durch die Fahrzeuge von Zulieferern könne man wenig ändern: „Die Geschäfte müssen ja beliefert werden.“ Man sei aber stets in Gesprächen, um zu erreichen, dass dies nach Möglichkeit mit kleineren Lkw erfolge. Unabhängig von der Belastung durch Schwerlastverkehr seien die Lebensdauer eines Belags und die Haltbarkeit des Untergrunds aber zeitlich begrenzt: Die Platten würden irgendwann locker. Und wenn es wacklig wird, Stolperfallen oder Risse entstehen, muss eben gehandelt werden. Noch gibt es im Bauhof einen Vorrat der Platten, so Schnurr. Der Austausch ist mit mehreren Arbeitsschritten allerdings aufwendig. Man wolle die schadhaften Stellen aber auch nicht einfach mit Asphalt füllen: „Das wäre optisch eine Katastrophe.“ Deshalb lasse er derzeit ermitteln, was eine Erneuerung der Straße kosten würde. Dabei würde man auf den bewährten Belag zurückgreifen, der bei der Umgestaltung von Kirch- und Marktplatz zur Verwendung gekommen ist, so Schnurr. Schließlich sei man bemüht, eine möglichst einheitliche Optik in der Innenstadt zu erreichen.

Fußgängerzone wird vorerst nicht saniert

Noch ist die Kostenschätzung nicht da, aber unabhängig vom Ergebnis sieht der OB keine Chancen für eine zeitnahe Umsetzung: „Ich glaube nicht, dass das nächstes oder übernächstes Jahr spruchreif sein kann“, macht Schnurr klar. Schließlich gebe es noch andere Projekte. Zu nennen sei da etwa die Eichenwaldstraße in Balzhofen, die man zurückgestellt habe, und die dringend angegangen werden müsse. Auch die Bühler Seite in Altschweier und die Kirchbachstraße in Eisental seien dringend sanierungsbedürftig. Außerdem die Landesstraße von der Eisentäler Ortsmitte nach Neuweier – in Bezug auf diese führe man bereits Gespräche mit dem Land. Bei den städtischen Straßen kommt es natürlich immer auf die finanzielle Situation der Kommune an, wann die Sanierung geschultert werden kann. Diese ist laut Schnurr wohl nicht ganz so schlecht, wie in den vergangenen Monaten befürchtet. „Durch die Corona-Ausgleichszahlungen kommen wir mit einem blauen Auge davon“, so der OB.

Besonders dramatisch ist der Zustand der Eichenwaldstraße in Balzhofen.  Foto: Bernhard Margull

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Besonders dramatisch ist der Zustand der Eichenwaldstraße in Balzhofen. Foto: Bernhard Margull

Wenn das Geld wirklich komme, sei man gut im Plan – zumal in diesem Jahr Minderausgaben hinzukämen. „Mittelfristig müssen wir schon mit Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer rechnen“, gibt Schnurr allerdings zu bedenken. Dem Jahr 2021 blicke er derzeit noch gelassen entgegen, doch „wenn dann die Konjunktur nicht anspringt, sehe ich das kritisch“. Derzeit schon in vollem Gange ist die Sanierung der Gartenstraße, hier geht es unter anderem um den Austausch von Kanälen, im Anschluss soll der komplette Straßenraum umgestaltet werden. „Bis Mai sind wir da fertig“, meint Schnurr – damit könnte die Baumaßnahme sogar schneller abgewickelt werden als zunächst geplant: Die Fertigstellung war für Juni kommenden Jahres terminiert. Weniger glatt läuft die Sanierung der Hauptstraße: Wie berichtet, soll es in der nächsten Gemeinderatssitzung um eine erneute Verlängerung der Bauzeit gehen, weil im Untergrund wohl noch mehr Kanäle marode sind als zunächst angenommen. „Wir können nicht zumachen und das Marode drinlassen“, macht OB Schnurr die Problematik klar. Denn auch wenn man die Probleme im Untergrund im Gegensatz zu Rissen im Belag nicht sehe, müsse man zum Beispiel bei kaputten Kanälen sofort aktiv werden: „Das ist maßgebend für unsere Infrastruktur.“

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Erstellt:
16. Oktober 2020, 21:00 Uhr
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