Bühler Tafel will Kinder mit Schulmaterial unterstützen

Bühl (fvo) – Kleine Sache, große Wirkung: Nach diesem Prinzip dürfte die neuerliche Kinderaktion der Bühler Tafel am Wochenende auf dem Bühler Wochenmarkt verlaufen.

Hofft darauf, alle Schulkinder unter der Tafelkundschaft mit Materialien ausstatten zu können: Vorsitzende Sandra Hüsges.  Foto: Mario Hüsges

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Hofft darauf, alle Schulkinder unter der Tafelkundschaft mit Materialien ausstatten zu können: Vorsitzende Sandra Hüsges. Foto: Mario Hüsges

Sie wird am kommenden Samstag und zwei Wochen später (10. Juli) mit einem Stand präsent sein, um Zöglinge bedürftiger Eltern zum Schuljahresbeginn anständig auszurüsten. „Wir bieten Schulartikel an, die die Bevölkerung für unsere Tafelkunden erwerben kann“, erklärt Vorsitzende Sandra Hüsges.

„Die Artikel, die zusammen kommen, werden dann unseren Schulkindern zur Verfügung gestellt“, erklärt Hüsges, die von acht bis 13 Uhr mit zwei Mitarbeitern und einem Ehrenamtlichen vor dem Rathaus 1 aufschlägt. Die Spanne des Schulzubehörs, das im Stile einer Geschenkebox ausgebreitet wird, reicht von zwei bis zehn Euro.

Gut für das Selbstbewusstsein

In der Verlosung sind unter anderem Schulmäppchen für fünf Euro sowie Füller oder Farbkasten für zehn Euro. „Wir haben aber auch Kleinteile wie Spitzer, Radiergummi oder Zeichenblöcke ab zwei Euro.“ Der jeweiligen Spendenwilligkeit sind natürlich keine Grenzen gesetzt. „Ideal wäre, wenn wir alle Kinder mit den nötigsten Materialien versorgen könnten. Für die Tafelkunden ist das superwichtig“, betont Hüsges. Ganz zu schweigen von der nachhaltigen Wiederverwendung.

Aktuell umfasst die Tafelkundschaft bei einem Einzugsgebiet von Rheinmünster bis Bühlertal und Baden-Baden rund 200 Schulkinder, davon 60 in der Grundschule (20 Schulanfänger) und 140 in weiterführenden Schulen. Das hat eine Vorab-Umfrage bei den Familien ergeben, in der es auch um die konkrete Kinderanzahl und das Alter ging. Damit soll zum einen gezielt geholfen, aber nicht zuletzt auch verhindert werden, dass wie beim Sonderöffnungstag im vorigen Jahr plötzlich 200 Kinder vor der Tür der Tafel stehen. „Da wurden wir förmlich überrannt. Das wollten wir diesmal professioneller machen“, verspricht Hüsges.

Spendenbarometer zeigt Stand an

Optisch und motivationstechnisch angereichert wird das Ganze mit einem „Spendenbarometer“ in Gymmick-Form: Dahinter verbergen sich durchsichtige Plastikröhren, sozusagen Riesenreagenzgläser, in die pro Spendenbeitrag farbige Bälle eingeschmissen werden, sodass man jederzeit über den aktuellen Stand unterrichtet ist. Was sicherlich erstens neugierig und zweitens ein bisschen stolz macht. Bei den Zwei-Euro-Gaben soll eine Murmelbahn über den zu verteilenden Gegenstand entscheiden, sodass das Ganze noch eine spielerische Note bekommt.

Geschenkt gibt’s die Materialien allerdings nicht ganz, die in der Regel finanzschwachen Tafelkunden bezahlen traditionell einen symbolischen Obolus – so etwa einen Euro für einen Schulranzen oder 20 Cent für einen Zirkel, sodass man dann zum Beispiel für dreieinhalb Euro Sachen im Wert von 50 Euro hat, erzählt Hüsges. Was den Käufern ein für das Selbstbewusstsein nicht zu verachtendes Gefühl vermittelt, die Dinge selbst erstanden zu haben. Dem Spender indes beschert es das gute Bewusstsein, nicht einfach 20 Euro gegeben zu haben, sondern beispielsweise konkret zwei Mäppchen.

Die Übergabe der Materialien an die Schulkinder ist dann für Ende Juli vorgesehen, dann vermutlich mit zwei Terminen getrennt nach Grundschul- und Kindergartenbereich sowie weiterführende Schulen, wobei alle Beteiligten coronakonform ein bestimmtes Zeitfenster bekommen. Wertvolle Unterstützung erfährt die Bühler Tafel jedenfalls schon einmal vom Kaufhaus Peters, „die helfen uns, wo es nur geht“, freut sich Sandra Hüsges – sei es mit Tragetaschen, Stoffbeutel, rund 100 Vesperdosen oder mit Füllern.

Wer übrigens kein Geld geben möchte, kann natürlich auch verwertbare Schulmaterialien abgeben, und seien es nur unbenutzte Schreibhefte oder eben ausrangierte Schulranzen, von denen auch die Tafel wieder über einige Dutzend verfügt. Selbst Spielsachen sind stets erwünscht.

Von Mixer bis Barbiepuppe

Bedarf ist jedenfalls chronisch vorhanden, wie die regelmäßigen internen Aktionen der Tafel zeigen. Bereits im Vorjahr gab es eine Schulaktion, initiiert von einer Bücherspende der Freien Wähler, zu der sich noch eine Schulranzensammlung gesellte. Auch jüngst durfte die Kundschaft zwei Monate lang am schwarzen Brett der Tafel Anschaffungswünsche formulieren: Das Spektrum hier reichte vom Mixer über den Staubsauger bis hin zur Barbiepuppe. „Derlei Dinge kommen immer gut an“, weiß Hüsges zu berichten, deren Team aber auch beratend zur Stelle ist, wenn jemand mal grad nicht die Beschaffungsliste zum Schulanfang versteht oder rätselt, welche Sorte von Borsten im Malkasten enthalten sein müssen.

Mit einer ähnlichen Resonanz wie bei den Tafelgutscheinen im Vorjahr wären jedenfalls alle glücklich. Es fing an bei 300, am Ende habe man 1.500 Stück an den Mann gebracht, berichtet Hüsges.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
24. Juni 2021, 12:00 Uhr
Lesedauer:
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