Bühler Turner zurück an den Ringen

Bühl (ket) – Die Bühler Drittliga-Turner haben ihr Training wieder aufgenommen, der Rest der Abteilung zieht diese Woche nach. Nur die kleinsten Bühler Turnflöhe müssen sich noch gedulden.

Endlich wieder an den Geräten: Seit einer Woche dürfen die Bühler Turner wieder in die Trainingshalle. Foto: Dieter Weiss

Endlich wieder an den Geräten: Seit einer Woche dürfen die Bühler Turner wieder in die Trainingshalle. Foto: Dieter Weiss

Seit genau einer Woche steht Gerd Lugauer endlich wieder da, wo er hingehört: in der Turnhalle. Ziemlich genau drei Monate hatte das Coronavirus auch die Aktivitäten der Bühler Turner lahmgelegt, nun, vergangenen Dienstag, konnten sie endlich wieder das Training aufnehmen.

Den Anfang machten die 1. und 2. Mannschaft, in dieser Woche wird der große Rest folgen, also die Jugendlichen und Kinder. Nur die Kleinsten, Bühls Turnflöhe, die zum Teil noch im Kindergartenalter sind, müssen sich noch ein wenig länger gedulden. „Wir sind uns nicht sicher, ob und wie wir das bei den Kleinen mit dem Sicherheitsabstand hinkriegen“, sagt Lugauer, der Cheftrainer der Bühler Turner.

Denn wie überall in der Welt des Sports ist auch im Bühler Turn-Tempel in der Großsporthalle die Rückkehr in den Alltag mit Auflagen verbunden. Dazu gehören die üblichen Hygienevorschriften ebenso wie das Einhalten der Abstandsregel. Damit diese sicher gewährleistet werden kann, hat die Stadt Bühl die Trainingsgruppen auf zehn Personen begrenzt. Mehr auf einmal dürfen die Halle derzeit nicht betreten. Das setzt dem Trainingsbetrieb natürlich Grenzen – und erfordert eine geradezu generalstabsmäßige Planung dessen. Dabei stand für Cheftrainer Lugauer und Turn-Abteilungsleiter Ralf Fäßler von Anfang außer Frage, dass die Turner der 1. und 2. Mannschaft Vorrang haben. „Die müssen wir auf die Bundesliga vorbereiten“, sagt Lugauer – und im Hinblick auf diese kann nicht noch mehr Zeit verloren werden als besagte drei Monate. In der Praxis heißt das: Vier Mal zweieinhalb Stunden Training pro Woche, also das ganz normale Programm. Was an Hallenzeit danach noch übrig bleibt, wird auf den Rest verteilt. Ganz einfach ist das nicht bei insgesamt rund 130 Turnerinnen und Turnern, die beim TV Bühl aktiv sind.

„Wir haben das Problem, alle ins Training zu bekommen“, stellt Abteilungsleiter Fäßler entsprechend fest. Statt drei bis vier Mal findet für den Nachwuchs derzeit nur zwei Mal Training pro Woche statt. In der Summe mehr als drei Stunden ist aktuell nicht drin. Lugauer hat eigens Listen erstellt, in denen festgelegt ist, wann wer mit wem zum Training in die Halle darf. „Eigentlich sind drei Stunden in der Woche viel zu wenig“, sagt der TVB-Cheftrainer, gerade mal die Hälfte als normalerweise üblich. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Übungsformen möglich sind, sondern wegen der Abstandsregelung lediglich jene, bei denen Hilfestellungen jeglicher Art nicht notwendig sind.

Saisonstart für 19. September geplant

Lugauer will das nicht als Klage verstanden wissen, lediglich als Feststellung. Schließlich ist er froh, dass die Halle überhaupt wieder geöffnet hat. „Jedes Training ist besser als gar kein Training“, findet auch Ralf Fäßler. Beide hoffen drauf, dass es Mitte Juni, nach den Pfingstferien, weitere Lockerungen gibt und dann der ein oder andere Athlet mehr in die Halle darf.

Es wäre ein weiterer Schritt Richtung Trainingsnormalität, so wie sie die Turner der 1. und 2. Mannschaft jetzt schon zum Großteil genießen. In den zurückliegenden drei Monaten haben sich die Bühler Turner im „Homeoffice“ per Videochat mit Dehn- und Kraftübungen fit gehalten, seit letzten Dienstag hat nun also der Ernst des Turnerlebens wieder so richtig für sie begonnen. „Die Jungs waren in der Pause recht fleißig“, beschreibt Lugauer seine Eindrücke aus der ersten Trainingswoche. Bei „60 bis 70 Prozent“ liege derzeit ihre Fitness. Nun gehe es darum, peu à peu an der Kraftausdauer zu arbeiten, um die kraftraubenden Übungen möglichst bald wieder durchturnen zu können. Neue Elemente werden die Bühler nicht einstudieren. Dafür fehlt die Zeit. „Wir turnen, was wir können – und das so sauber und fehlerfrei wie möglich“, sagt Lugauer.

Darauf hoffend, dass in den Sommerferien die Halle fürs Training geöffnet bleibt, will er seiner Riege bis Ende Juli dann den „Feinschliff“ verpasst haben. Bis dahin, so Ralf Fäßler, sollte sich auch entschieden haben, ob und wie der Ligabetrieb startet. Auch bei den Turnern sind Geisterwettkämpfe zumindest im Gespräch, auch wenn bereits mehrere Vereine erklärt haben, ohne Zuschauer schon aus finanziellen Gründen nicht in die Saison starten zu wollen. Im schlimmsten Fall wäre sogar eine Absage immer noch möglich. „Davon gehe ich allerdings nicht aus. Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Abteilungsleiter Fäßler.

Fäßler: „Klassenerhalt wird kein Selbstläufer“

Läuft, wie er und Lugauer es hoffen, alles nach vorhandenem Plan, starten die Bühler am 19. September bei WKG Heckengäu in die erste Drittligasaison nach ihrem Zweitliga-Abstieg, eine Woche später, am 26. September, wäre dann der MTV Ludwigsburg zum ersten Heimwettkampf der Saison 2020/21 zu Gast in der Bühler Großsporthalle. Weitere Gegner wären die TSG Backnang (10. Oktober/in Bühl), der TSV Grötzingen (24. Oktober/auswärts), die TG Wangen (7. November/in Bühl), der TSV Unterföhring (14. November/auswärts) sowie der USC München (21. November/in Bühl).

Es sind klangvolle Namen in dieser 3. Liga am Start. „Das macht es nicht leichter als letzte Saison in der 2. Liga“, sagt Ralf Fäßler und stellt fest: „Der Klassenerhalt wird kein Selbstläufer.“

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Erstellt:
8. Juni 2020, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 35sec

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