Bühler Volleyballer scheitern knapp

Bühl (win) – Mit Routine und Glück hat der VfB Friedrichshafen den Kopf aus der Schlinge gezogen: Die Bühler Volleyballer mussten sich dem Topfavoriten in den Playoff knapp beugen.

Mit viel Biss am Netz: Bühls Mittelblocker Mathäus Jurkovics (rechts) kommt ein ums andere Mal zum Zug.Foto: Frank Seiter

© toto

Mit viel Biss am Netz: Bühls Mittelblocker Mathäus Jurkovics (rechts) kommt ein ums andere Mal zum Zug.Foto: Frank Seiter

Der VfB Friedrichshafen wackelte, doch die Sensation blieb ganz knapp aus: Nach dem überraschenden 3:2-Heimsieg zum Auftakt der Playoff-Runde mussten sich die Volleyball Bisons Bühl dem Hauptrunden-Spitzenreiter doch noch geschlagen geben. Der Meisterschaftsfavorit sicherte mit einem 3:0 (25:17, 25:21, 25:18)-Sieg am Samstag und einem äußerst knappen und und durchaus glücklichen 3:1 (25:21, 23:25, 25:23, 25:22)-Erfolg gestern doch noch den Einzug ins Halbfinale und trifft dort auf Lüneburg.

Trotz des Ausscheidens haben die Bisons keinen Grund, den Kopf hängenzulassen. Dass sie Titelfavorit Friedrichshafen ins Entscheidungsspiel zwangen, war schon ein Riesenerfolg. Wie man die Häfler im Entscheidungsspiel gestern am Rand einer Niederlage hatte, war schlichtweg sensationell.

Friedrichshafen übernimmt das Kommando

Im zweiten Spiel der Playoff-Serie am Samstag war deutlich zu spüren, dass Friedrichshafen den Weckruf aus dem ersten Spiel gegen die Bisons vernommen hatte. Beide Trainer schickten zunächst genau jene Startformation aufs Feld, der sie schon mittwochs, beim ersten Spiel in Bühl, ihr Vertrauen geschenkt hatte. Und parallel zum ersten Playoff-Spiel übernahm Friedrichshafen erneut das Kommando, wirkte diesmal im Angriff noch einen Ticken konzentrierter, und vor allem gegen die Schnellangriffe über die Mittelposition fanden die Bisons kein Mittel. Der Ex-Bühler Nemo Mote sowie der 270-fache deutsche Nationalspieler Marcus Böhme punkteten fast nach Belieben, hinzu kam ungeheurer Druck mit den Aufschlägen. Wobei die Annahme der Bisons sich davon aber nur selten beeindrucken ließ.

Den ganz großen Unterschied gab es aber in der Angriffsleistung: Egal, wen der starke Zuspieler Dejan Vincic mit seinen Pässen bedachte, Friedrichshafen punktete konsequent. Bei Bühl sah das deutlich schlechter aus. Mit einer Angriffsquote von lediglich 30 Prozent und vielen Eigenfehlern konnte man einer Mannschaft wie Friedrichshafen letztlich nicht beikommen. „Das war sehr schlecht heute“, kommentierte Bühls Trainer Alejandro Kolevich die „nicht gute“ Angriffsleistung seiner Mannschaft. Zumal sich Friedrichshafen diesmal auch besser auf Bühls Nachwuchshoffnung Simon Gallas eingestellt hatte, der zwar erneut bester Scorer seines Teams war, doch an die Leistung vom ersten Playoff-Spiel nicht herankam.

Bühl punktet über die Mitte

Kolevich reagierte, brachte mit Paul Henning einen neuen Mittelblocker – viel mehr Möglichkeiten hatte er ohnehin nicht. Bühl stabilisierte sich auf den Außenpositionen etwas, Angriffe über die Mitte hatten aber weiterhin Seltenheitswert, ganz im Gegensatz zum Spiel der Häfler, die über die gesamte Netzbreite für ihre Angriffsaktionen nutzten. Hinzu kam eine Galavorstellung von Libero Markus Steuerwald, der mit größter Gelassenheit selbst härteste Bühler Angriffsschläge entschärfte. Bühl musste somit weiterhin um jeden einzelnen Punkt kämpfen, während Friedrichshafen sich im Spielverlauf sogar noch steigern konnte und im dritten Satz im Angriff sogar absolut fehlerfrei blieb.

Nach dem 0:3 vom Samstag war die Richtung für gestern vorgegeben. Kolevich erwartete deutlich mehr Druck im Angriff und seine Mannschaft erfüllte die Erwartungen. Speziell über die Mitte, wo Paul Henning und Mathäus Jurkovics viel Biss zeigten, lief diesmal deutlich mehr. Doch auch Friedrichshafen punktete immer wieder über die Mitte und hatte zudem in Linus Weber auf der Diagonalen einen verlässlichen Punktesammler. Nach klar verlorenem ersten Satz legte Bühl aber nochmals eine Schippe drauf. Mit fantastischer Abwehrleistung und aufmerksamen Blockspiel wurde den Gastgebern das Punkten immer schwerer gemacht. Und das zeigte Wirkung. Gallas sorgte schließlich mit einem wuchtigen Schlag für den Satzgewinn. Friedrichshafen wackelte extrem, hatte in der Folge dann aber das nötige Glück – auch bei einigen denkbar knappen Linienrichterentscheidungen. „Wir spielten auf sehr hohem Level“, war Kolevich zumindest mit der Leistung seines Teams zufrieden.

Zum Artikel

Erstellt:
14. März 2021, 22:20 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.