Bühler Volleyballer spielen am Mittwoch gegen Friedrichshafen

Bühl (win) – Bühler Bundesliga-Volleyballer müssen am Mittwoch beim starken VfB Friedrichshafen ran. Trainer Kolevich sieht „nicht viele Chancen“.

Jugendlicher Elan und große Routine: Auf Simon Gallas (links), Alpar Szabo (Mitte) und Tomas Lopez im Bühler Block kommt am Bodensee viel Arbeit zu. Foto: Frank Seiter

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Jugendlicher Elan und große Routine: Auf Simon Gallas (links), Alpar Szabo (Mitte) und Tomas Lopez im Bühler Block kommt am Bodensee viel Arbeit zu. Foto: Frank Seiter

Der Wechsel an der Tabellenspitze der Volleyball-Bundesliga ist momentan die einzige Konstante in einer Liga, die so viel Überraschungen parat hat, wie selten zuvor. Mit einem Sieg bei den Bisons Bühl hatten die Powervolleys aus Düren am Samstag die Ligaspitze vom deutschen Meister Berlin übernommen, doch nur zwei Tage später stürmte Rekordmeister Friedrichshafen mit Siegen gegen Frankfurt und VCO Berlin ganz nach oben in der Tabelle.
Dass Friedrichshafen und Berlin „unterwegs“ aus dem Pokal ausgeschieden waren, mit den Netzhoppers und Frankfurt zwei Mannschaften im Finale stehen, die noch nie den Pott geholt haben, passt da ausgezeichnet ins bunte Bild. Für die Bisons wiederum bedeutet dies, dass sie am Mittwoch (17:30 Uhr, „sporttotal.tv“) in der Halle A1 der Messe Friedrichshafen erneut auf eine Mannschaft der Stunde treffen. Friedrichshafen hat seit seiner frühen Niederlage in Düren in der Liga sechs Siege in Folge eingefahren und dabei ganze zwei Sätze abgegeben.

„Beste Mannschaft dieser Saison“

„Aus meiner Sicht werden wir in Friedrichshafen gegen die beste Mannschaft dieser Saison spielen“, räumt Bühls Trainer Alejandro Kolevich seinem Team am Bodensee „nicht viele Chancen“ ein. „In Friedrichshafen ist alles viel professioneller als bei uns, sie arbeiten sehr akribisch und haben auch einen großen, ausgeglichenen Kader.“ Abgehakt ist bei den Häflern der Schock von vor Saisonbeginn, als von heute auf morgen die langjährige Heimat, die „ZF Arena“, wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. Kurzfristig standen Trainer Michael Warm und sein Team ohne adäquate Trainingshalle da und mussten teilweise sogar ins 210 Kilometer entfernte Stuttgart ausweichen. Mit einer enormen Kraftanstrengung gelang es der Stadt, dem Verein und der Messe dann aber, die Zeppelin-Halle zur Volleyball-Heimstätte umzubauen.

Und dem Schock folgte die Trotzreaktion: In Friedrichshafen wurde noch eine Schippe draufgelegt, inzwischen stellten sich einige spektakuläre Erfolge ein. In der Champions League wurden Anfang Dezember mit Karlsbad und dem russischen Meister und Pokalsieger Nowosibirsk zwei internationale Top-Teams geschlagen, in der Liga bleib unter anderem Meister Berlin ohne Satzgewinn gegen die Häfler. Einen Rückschlag gab es im Pokal, wo man sich vor Wochenfrist – wohl auch als Folge der enormen Terminhatz – nach hartem Kampf den United Volleys aus Frankfurt knapp mit 2:3 (14:16 im fünften Satz) geschlagen geben musste. Doch nur zwei Tage später drehte Friedrichshafen den Spieß um und schlug Frankfurt im Ligaspiel glatt mit 3:0. Erneut war dabei Martti Juhkami, der in der Saison 2013/14 gemeinsam mit Libero Flo Ringseis das Bühler Trikot getragen hatte, bester Scorer seiner Mannschaft.

Grund zur Freude

Ungeachtet des Gegners geht es für Coach Kolevich aber ohnehin vor allem darum, dass seine Mannschaft Spiel für Spiel hinzulernt, sich weiterentwickelt. Vor allem die jungen Spieler, die gegen VCO Berlin ordentliche Auftritte hinlegten, gaben Grund zur Freude. Leon Maier beeindruckte mit zwei Punkten bei drei Angriffsversuchen, auch Simon Gallas spielte stark. „Im Angriff wird es noch deutlich besser werden bei ihm, doch seine Aufschläge sind schon richtig gut“, lobt der Trainer.

Je besser die Nachwuchsspieler sich präsentieren, desto stärkere Wirkung zeigen die taktischen Wechsel, von denen es gegen Berlin einige gegeben hatte. Gegen Friedrichshafen wartet nun aber wieder ein völlig anderes Spiel. Deutlich schnellere Pässe auf die Außenpositionen und variableres Angriffsspiel über die Mitte werden vor allem den Bühler Block vor große Herausforderungen stellen. Da ist es gut, dass Kapitän Alpar Szabo mit seiner Routine wieder mit an Bord ist. An ihm sollen sich die Jung-Bisons orientieren.

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Erstellt:
15. Dezember 2020, 23:00 Uhr
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