Bühler Wasser-Potpourri am Beckenrand

Bühl (ub) – Von Händel bis Deep Purple: Das Bühler Salonorchester begeistert im Schwarzwaldbad mit einem musikalischen Feuerwerk zum Thema Wasser.

Das Salonorchester der Bühler Musikschule nimmt am Beckenrand Platz. Foto: Udo Barth

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Das Salonorchester der Bühler Musikschule nimmt am Beckenrand Platz. Foto: Udo Barth

Gerade Streichinstrumente sind sowas gegenüber von Feuchtigkeit empfindlich, aber das Konzert des Salonorchesters der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl fand ja nicht im, sondern am Wasser statt – im Schwarzwaldbad. Dem Ort der Veranstaltung entsprechend wurde das Thema „Wasser“ gewählt.

Von Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ bis zu „Smoke on the Water“ der Rockgiganten Deep Purple wurde ein weites Feld bespielt. Das Salonorchester setzt sich überwiegend aus Pädagogen der Musikschule zusammen, war also hörbar mit Profis besetzt. Zusätzlich wurden einige Streicher engagiert, was für ein stimmiges Klangbild sorgte. Jörg Zimmer, der Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, ließ in seiner Begrüßung der Gäste, die wahlweise in Jeans auf den Stühlen oder in Badekleidung im Wasser planschten, andeuten, dass diese Art von Event möglicherweise nicht das letzte an diesem schönen Ort sein könnte.

Bei „Schwarzwaldbad goes Konzert“ war sogar der Wettergott einsichtig und ließ immer mehr den blauen Himmel bei diesem musikalischen Genuss erstrahlen. Bernhard Löffler, der Dirigent und Leiter der Musikschule, hatte wahrlich abwechslungsreiche Partituren auf das Pult aufgelegt – und verschmitzt fügte er in seiner Moderation an, dass er gerade die eröffnende Polka „Unter Donner und Blitz“ aus der Feder von Johann Strauß ausgewählt hatte. Denn am Nachmittag sah es über dem Himmel der Zwetschgenstadt nicht gerade rosig aus.

Sinnlich perlend
dargebracht

Bei Tönen zum Thema Wasser denkt man ja auch unwillkürlich an die Suite von Georg Friedrich Händel, die zu einer Lustfahrt des englischen Königs nicht gerade auf der Bühlot, sondern auf der Themse diente. Die zwei Sätze daraus, etwa die Hornpipe, wurden mit viel Feingefühl und sinnlich perlend dargebracht. Danach rasch weiter zu einem anderen Fluss, der im Grunde genommen nie so richtig blau war. Der Walzer von Johann Strauß versinnbildlicht trotzdem das Wien des späten achtzehnten Jahrhunderts und beeindruckte durch die glasklare, einnehmende Darstellung in dieser Version für kleineres Ensemble.

Der Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel zauberte wieder Erinnerungen an die k.u.k.-Zeit zurück, bevor die Reise weiter in die Wasserstadt Venedig weiterging. Jacques Offenbachs „Barcarole“ ist der Ohrwurm eines ausgewiesenen Spezialisten. Man könnte sich sanft vom Wasser wiegen lassen. Bei all dem ist das Dirigat von Löffler sehr umsichtig, was etwa die dynamischen Feinheiten betrifft.

Ein Genrewechsel ist angesagt: Die mit beeindruckender Stimme aufwartende Sopranistin Ingrid Fraunholz lässt „Summertime“ von Gershwin über das Schwimmbadgelände schweben. Nach der Pause wird noch einmal das musikalische Geschehen erweitert. Crossover ist da angesagt, „We are the champions“ als Queen-Arrangement kündigt es an. Das Salonorchester mutiert zum Klangkörper über Grenzen hinweg, ziemlich viel Gefühlsinhalte sind im Programm zu finden, vielleicht etwas zu viel. Aber Spaß macht es ungemein, auch mal „All Night long“ in dieser Version zu goutieren. Und dann Deep Purple: Da ist zum fetten Sound auch die E-Gitarre gefordert. Abgebrannt ist zum Glück nix, wie damals bei der Entstehung des Songs in Montreux. Allerhöchstens ein musikalisches Feuerwerk.

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Erstellt:
13. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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