Bühler Windeck-Gymnasium wird umgestaltet

Bühl (sre) – Ein Großprojekt in Bühl wird teurer als erwartet: 17 Millionen Euro für die Sanierung des Ostflügels am Windeck-Gymnasium werden wohl nicht reichen. Der Entwurf wurde nun vorgestellt.

Die moderne Eingangshalle soll gleichzeitig als Aula dienen, sie besticht mit einer großen Treppen- und Sitzstufenanlage. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

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Die moderne Eingangshalle soll gleichzeitig als Aula dienen, sie besticht mit einer großen Treppen- und Sitzstufenanlage. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

Die Zwetschgenstadt investiert kräftig in die Bildung: Mehr als 17 Millionen Euro soll die Sanierung des Ostflügels des Windeck-Gymnasiums kosten. Am Mittwoch votierte der Gemeinderat einstimmig für den architektonischen Vorentwurf für das Projekt. Nun soll darauf aufbauend eine genauere Kostenschätzung erarbeitet werden.

Bereits im Sommer 2018 hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für das Projekt „Windeck-Gymnasium, Sanierung Ostflügel“ gefasst, Ende 2019 wurde nach einem Architekturwettbewerb ein Stuttgarter Büro mit der Umsetzung beauftragt. Mittlerweile liegt eine mit der Schule abgestimmte Raumplanung vor. Lediglich kleine Änderungen des Vorentwurfs sind laut Verwaltung infolge von Vorgaben durch die Fachplaner, an die der Entwurf nun weitergeleitet wurde, noch möglich.

Dezent und modern soll der Ostflügel künftig daherkommen. Kennzeichnend sind die umlaufenden Balkone, die auch als Fluchtweg dienen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

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Dezent und modern soll der Ostflügel künftig daherkommen. Kennzeichnend sind die umlaufenden Balkone, die auch als Fluchtweg dienen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

Joachim Zürn vom beauftragten Architekturbüro Dasch Zürn und Partner stellte die Pläne in der Sitzung am Mittwoch vor. Die ursprüngliche Konstruktion werde komplett belassen und nur bei Bedarf ertüchtigt, erläuterte er. So gelinge eine „wirtschaftliche Lösung“. Auch die Klassenraumgröße bleibe unverändert – bei einem Neubau wären die Zimmer kleiner ausgefallen, hieß es dazu von Verwaltungsseite. Der Entwurf zeichne sich durch die besondere Gestaltung der Eingangshalle aus, erläuterte Zürn weiter. Diese soll auch als Aula fungieren, über eine großzügige Treppen- und Sitzstufenanlage gelangt man ins erste Obergeschoss. Ein bewegliches Bühnenpodest kann bei Bedarf aufgestellt werden, es soll unter der Treppenanlage gelagert werden. Ebenfalls eine Besonderheit im „neuen“ Windeck: Um das gesamte Gebäude werden Fluchtbalkone mit einer Außentreppe gelegt. Deshalb gibt es im Inneren weniger Brandschutzanforderungen und die künftig deutlich breiteren Flure dürfen als Aufenthaltsbereich, zum Lernen oder für Gruppenarbeiten genutzt werden. Nicht Teil der Sanierung ist lediglich der Neubau mit der Mensa. Auch der naturwissenschaftliche Bereich wird innen nicht verändert – dort soll es nur ein neues Dach und eine neue Fassade geben. Der Entwurf überzeugte auch im Gemeinderat: Fraktionsübergreifend war viel Lob zu hören.

Nachdem das Raumkonzept abgestimmt ist und zudem feststeht, dass energetisch der Passivhausstandard für die Sanierung des Ostflügels erreicht werden soll, muss nun aufbauend auf diesen Informationen die detaillierte Kostenschätzung erfolgen. In der im Gemeinderat 2018 vorgestellten Machbarkeitsstudie war noch von einem Volumen von 17,6 Millionen Euro die Rede. Doch die grob veranschlagte Summe dürfte nicht ausreichen. „Es ist davon auszugehen, dass die Kosten, schon alleine durch die seit 2018 eingetretene Preissteigerung, höher liegen“, heißt es in den Unterlagen zur Gemeinderatssitzung.

Die Flure werden breiter als bisher und bieten so Platz zum Beispiel für Gruppenarbeit und zum Lernen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

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Die Flure werden breiter als bisher und bieten so Platz zum Beispiel für Gruppenarbeit und zum Lernen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

Die Kostenbetrachtung und -verfolgung sei für die Verwaltung bei dem Großprojekt besonders wichtig, wurde betont. Deshalb sei das Architekturbüro mit der Erstellung eines sogenannten Kostenrahmens beauftragt worden. So werde eine „lückenlose Verfolgung der Kosten“ von der Machbarkeitsstudie bis hin zur konkreten Planung gewährleistet.

Auch gute Nachrichten hatte die Verwaltung im finanziellen Bereich zu vermelden: Demnach sind Zuschüsse aus der „Schulbauförderung“ und dem Förderprogramm „Klimaschutz Plus“ des Landes Baden-Württemberg in einer vorläufigen Gesamthöhe von derzeit rund 3 Millionen Euro möglich.

In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt ist für das Projekt bereits eine stattliche Summe vorgesehen. Demnach sollen in diesem Jahr rund 400.000 Euro ausgegeben werden, 2022 dann 1,5 Millionen Euro, in den beiden darauffolgenden Jahren jeweils sieben Millionen Euro und 2024 noch zwei Millionen Euro.

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Erstellt:
21. Mai 2021, 06:00 Uhr
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