Bühlertäler Hauptamtsleiter geht in Ruhestand

Bühlertal (efi) – Kurz vor seinem 65. Geburtstag geht Frank Bühler, der fast 40 Jahre im Dienst der Gemeinde Bühlertal war, in Rente. Der Hauptamtsleiter hat während seiner Amtszeit in der kleinsten Unteren Baubehörde im Regierungsbezirk allerhand erlebt.

Nach fast 40 Jahren verlässt Hauptamtsleiter Frank Bühler das Rathaus in Bühlertal. Foto: Fischer

© efi

Nach fast 40 Jahren verlässt Hauptamtsleiter Frank Bühler das Rathaus in Bühlertal. Foto: Fischer

Wenn Frank Bühler über seine Laufbahn im Bühlertäler Rathaus spricht, hält sich der Hauptamtsleiter eher im Hintergrund. Lieber spricht er von der guten Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Kollegen, von „der Mannschaft, die so gut funktioniert“. Nahezu 40 Jahre steht er in Diensten der Gemeinde, seit 1991 leitet er die kleinste Untere Baurechtsbehörde im Regierungsbezirk Karlsruhe. Kurz vor seinem 65. Geburtstag geht er nun in den Ruhestand.

Bühlers Amt besitzt noch ein weiteres unverwechselbares Merkmal. Seit einer internen Verwaltungsumstrukturierung unter dem damaligen Bühlertäler Bürgermeister und späteren Landrat Jürgen Bäuerle im April 2002 sind Haupt- und Baurechtsamt zusammengelegt. „Das ist eine sehr seltene Konstellation, die es in der Umgebung sonst nicht gibt“, schildert Bühler. Dementsprechend umfangreich und vielfältig sind die Zuständigkeiten der vier Sachgebiete, für die er als Amtsleiter Verantwortung trägt. Über die Schreibtische laufen Baurechtsangelegenheiten, Bauverwaltung, Denkmalschutz, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation der Gemeinderatssitzungen, aber auch Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung – nicht zu vergessen Flüchtlingsarbeit, Bürgerservice, Sozial-, Melde- und Friedhofswesen, Standesamt sowie Grundbucheinsicht.

Vier Jahrzehnte im Dienst der Gemeinde

„Diese Aufgabe lässt sich bewältigen, wenn die Mannschaft stimmt. Und das ist zweifellos der Fall“, unterstreicht der 64-Jährige, der sich ganz auf seine Mitarbeiter verlassen kann. 17 davon arbeiten in der Kernverwaltung, in Bühlers Zuständigkeit fallen aber auch die Sekretariate der beiden Schulen sowie die Tätigkeiten von Ehrenamtlichen etwa in der Kernzeitenbetreuung oder beim Mittagstisch.

Frank Bühler stammt aus Kappelwindeck, wo er auch heute noch lebt. Seine Karriere begann er als Inspektorenanwärter bei der Stadt Bühl. Drei Jahre arbeitete der junge Diplom-Verwaltungswirt bei der Landeskreditbank in Karlsruhe, bevor er im August 1980 die Stelle als Sachgebietsleiter für Baurecht, Bauverwaltung und Denkmalschutz im Bühlertäler Rathaus antrat, damals Neuland für ihn.

„Die Arbeit hat mit immer Spaß gemacht“

Vier Bürgermeister (Benno Huber, Jürgen Bäuerle, Michael Stockenberger und Hans-Peter Braun) sowie eine kurze Periode, in der die Gemeinde von Amtsverweser Johann Horeth verwaltet wurde, hat der 64-Jährige in vier Jahrzehnten miterlebt – „jeder mit Eigenarten im positiven Sinn“, meint er. Noch gut kann er sich an die 1990er Jahre erinnern. Damals habe „im Gemeinderat mitunter ein rauer Ton zwischen den Fraktionen“ geherrscht. Später habe sich ein Wandel vollzogen „Der Umgang untereinander und die Stimmung sind sehr gut, sehr sachlich und sehr fair“, beschreibt er das Verhältnis zwischen Verwaltung und Gemeinderat.

An Herausforderungen mangelte es in den vier Jahrzehnten Verwaltungsarbeit nicht. Sechs Jahre, 1993 bis 2003, nahm es in Anspruch, einen alten Flächennutzungsplan völlig neu aufzustellen, erinnert er sich an ein „sehr kompliziertes Verfahren“. „Das war ein Kraftakt“. Nicht vergessen hat der scheidende Hauptamtsleiter auch eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan Breitfeld. Das geschah im Jahr 2000 und endete damit, dass der VGH Mannheim dessen Bestandskraft bestätigt habe, erzählt Bühler. Die Flüchtlingsunterbringung, die 2015 akut wurde, habe die Gemeinde ebenfalls stark gefordert, bis jetzt bekomme man sie aber gut in den Griff. 137 Menschen seien derzeit gut untergebracht. Als „sehr zeitaufwendig“ blieben ihm auch die Verfahren für die Ausweisung von Windkraftflächen im Gedächtnis. „Das hat elf Akten gefüllt“, erinnert er sich. „Die Arbeit hat mit immer Spaß gemacht“, resümiert er. Akten und Gesetze wird er demnächst gerne gegen interessante Bücher eintauschen, freut er sich auf den Ruhestand und ein selbstbestimmtes Leben mit seiner Familie. Mehr Zeit möchte er sich auf jeden Fall fürs Radfahren nehmen. Seine aktive Zeit als Fuß- und Handballer liegt zwar hinter ihm, als Mitglied ist er dem FV Ottersweier sowie dem SV Kappelwindeck aber all die Jahre treu geblieben. Sein Ruhestand beginnt offiziell am 1. Juni, kurze Zeit nach seinem 65. Geburtstag. Aber Resturlaub sei Dank wird er seinen Arbeitsplatz schon Ende April verlassen.

Zum Artikel

Erstellt:
25. März 2020, 14:37 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.